(*1969)

Geboren als einziges Kind eines Sizilianers und einer Schweizerin, die beide in der Hotellerie tätig waren, wuchs Joseph Incardona in Lausanne, Genf, Frankreich und Italien auf. Nach dem Studium der Politikwissenschaften und längeren Aufenthalten in Paris und Bordeaux lebt er seit 2008 mit seinem kleinen Sohn in Genf und widmet sich ganz dem Schreiben von Romanen, Erzählungen, Drehbüchern, Theaterstücken und Comics. Neben bisher sieben Kriminalromanen verfasste er die Trilogie über sein alter Ego André Pastrella, die sich mit der Geschichte der 1960er Secondo-Generation in der Schweiz auseinandersetzt. Auf Deutsch gibt es einzig den letzten Teil dieser Trilogie und den 2015 in Frankreich mit dem Grand prix de littérature policière ausgezeichneten Krimi ‘Asphaltdschungel’.

‘Asphaltdschungel’ erzählt von Menschen, die in einer kalten, kapputen Welt dem Verderben geweiht sind. Das prägnant skizzierte Personal, die immer wiederkehrenden Stakkato-Passagen und explizit-trostlosen Sexszenen – Verlorenheit, Trieb, Ventil, Mechanik, Säfte, aber keinesfalls Liebe – und die uferlosen, berührenden inneren Monologe machen den atemlosen, nachtschwarzen Roman zu einem ganz besonderen Leseerlebnis.

Die Geschichte spielt sich fast ausschliesslich in der anonymen Welt der französischen Autobahnraststätten ab. Sie handelt von drei Mädchen, acht, zehn und zwölf, die innerhalb eines Jahres entführt wurden und seither spurlos verschwunden sind. Von Eltern, die darob den Verstand verloren haben, einem Vater, der nur noch Rache im Sinn hat, von Polizisten, die an ihrer Aufgabe zerbrechen – und von einem gefühllosen, tauben Killer, der in einer Raststätte als Koch arbeitet.

Bibliografie:

‘Remington’ (2008), ‘Lonely Betty’ (2010), ‘220 Volts’ (2011), ‘Trash Circus’ (2012), ‘Misty’ (2013), ‘Aller simple pour Nomad Island’ (2014), ‘Derrière les panneaux il y a des hommes’ – ‚Asphaltdschungel‘ (2015).