(1919-1989)

Geboren in Genua, emigrierte Paolo Levi während der faschistischen Herrschaft nach Lateinamerika, wo er als kaufmännischer Angestellter arbeitete. 1946 kehrte er in seine Heimat zurück und lebte bis zu seinem Tod als Bühnen-, Hörspiel-, Drehbuch- und Romanautor in Rom.

In ironischem, schnörkellosem Stil befasst sich der stilistisch versierte Autor in seinen raffiniert gebauten, psychologisch ausgefeilten Whodunit-Geschichten mit den unheilvollen Facetten von Liebe: Eifersucht, enttäuschte und zerstörerische Liebe, Liebe, die in Hass umschlägt. Darüber hinaus geizt Levi nicht mit Seitenhieben auf die Politik und die Bürokratie in seinem Land.

Im ersten Krimi ‚Du springst nur einmal‘ führen die Ermittlungen den Detektiv Mario Aldara, Angehöriger der obskuren Abteilung „Politischer Sektor der Operativen Sektion der Vertraulichen Dienste“ des Innenministeriums, in das achtzig Kilometer von Rom gelegene Städtchen, in dem er aufgewachsen ist. Der einflussreiche Fabrikbesitzer Cesare Bonfigli ist aus dem fünften Stock gestürzt: Unfall, Selbstmord oder Mord? Bonfigli hinterlässt seinen jüngeren Bruder, seine Schwester und seine schöne, freimütige, deutlich jüngere Gattin Viviana, seit zwei Jahren Geliebte des angesehenen Arztes Morlacchi, den Bonfigli kurz zuvor wegen quälenden Stimmungsschwankungen konsultiert hat. Diese drei werden Bonfliglis beträchtliche Erbe unter sich aufteilen – und hätten somit ein starkes Motiv für einen Mord. Der Verdacht fällt aber auch auf Aldara selbst, hatte sich dieser doch vor zwanzig Jahren unsterblich in Viviana verliebt. Als kurz nach Bonfiglis Tod eine zweite Leiche aufgefunden wird, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung, Marco Leto verfilmte den Roman 1976 mit Ugo Tognazzi in der Hauptrolle.

‚Bestechungsversuch‘ spielt auf dem luxuriösen Passagierschiff „Magellano“, das sich auf einer Kreuzfahrt durch das Mittelmeer befindet. Achthundert Gäste sind an Bord. Unter ihnen der anständige, etwas weltfremde Polizist Renzo Caluso aus Rom, der nach einer blutigen Schiesserei zur Ruhe kommen möchte. Weitere zentrale Figuren sind der Enthüllungsjournalist Antonio Sassu, der vor sechs Monaten einen Mordanschlag nur knapp überlebt hat, der betagte, mit der Mafia verbandelte Anwalt Muria, Sassus Gattin Thea und deren Tochter Carolina aus einer früheren Ehe sowie der abgetakelte Gigolo „Meme“, der es auf Theas Vermögen und auf Sex mit der schönen Carolina abgesehen hat. Als Sassu in seiner Kabine erschossen aufgefunden wird, sind Calusos Dienste gefragt. Intensiv umgarnt von Carolina, hinters Licht geführt von allen Zeugen, gelingt es ihm nach Irrungen und Wirrungen, den vertrackten Fall doch noch zu klären.

Der melancholische, seit zwanzig Jahren verwitwete und von seiner Tochter entfremdete norditalienische Kommissar Marchi, ein intuitiv arbeitender Spürhund vom alten Schlag, ermittelt in Levis letztem Krimi ‚Auf dem Holzweg‘ den Mord an Teresa, der naiven, lebensfrohen Mutter einer kleinen Tochter – Vater unbekannt. Drei Männer, unter ihnen der verheiratete Unternehmer Fabio Altieri, der mit Teresa ein Verhältnis hatte, drängen sich als Täter auf, doch ihre Alibis sind makellos. Alle Spuren verlaufen im Sand, Marchi tappt im Dunkeln. Bis ihn ein Geistesblitz zur überraschenden Lösung führt.

Bibliografie:

Mario Aldara-Romane: ‚Ritratto di provincia in rosso‘ – ‚Du springst nur einmal‘ (1975), ‚Delitto in Piazza‘ – ‚Der Schatten der Schwester‘ (1976);

‚Tentativo di di corruzione‘ – ‚Bestechungsversuch‘ (1980), ‚Le mosse sbagilate‘ – ‚Auf dem Holzweg‘ (1982).