(*1951; schreibt auch als Gary Troup)

Laurence „Larry“ Shames wurde in Newark, New Jersey, geboren und wuchs dort und in Colonia, ebenfalls New Jersey, in bescheidenen Verhältnissen auf. Er besuchte ein Jahr die Lehigh University in Betlehem, Pennsylvania, und machte 1972 an der New York University einen Abschluss in Englischer Literatur. Danach verrichtete er Jobs wie Taxifahrer, Möbelpacker, Tellerwäscher, Strandwächter, Tennislehrer und Schuhverkäufer, ehe er ab 1979 als Journalist unter anderem für die ‚New York Times‘, den ‚Esquire‘, ‚Playboy‘ und ‚Vanity Fair‘ arbeitete und überdies eine Reihe von Essays und zwei Sachbücher hinlegte.

Nach zwanzig Jahren in New York City bezog Shames im Januar 1990 Wohnsitz in Key West, wo er seine Frau, die Fotografin Marilyn Staruch, kennenlernte und bis 2000 das gemeinsam mit zwei FBI-Agenten verfasste Mafia-Sachbuch ‚Boss of Bosses‘ (1991) und acht Florida-Romane herausgab. Es folgten zwölf sehr erfolgreiche Jahre als Ghostwriter/Koautor (unter anderem für den Musiker Peter Buffett), bevor er 2013 mit seinem neunten Key West-Krimi ‚Shot on Location‘ als Romanautor zurückkehrte.

Fünf seiner bisher fünfzehn Krimis liegen auch auf Deutsch vor, unter ihnen die eng miteinander verknüpften Meisterwerke ‚Florida Straits‘ und ‚Sunburn oder Stille Tage in Key West‘, turbulente, mit Augenzwinkern erzählte Geschichten um ausgebrannte New Yorker Mafiosi, die im Renterparadies Key West ihre letzten Runden drehen.

Joey Goldman aus Queens, arbeitsscheuer kleiner Gauner, halbjüdischer, unehelicher Sohn des sizilianischen Mobsters Vincente Delgatto und jüngerer Halbbruder des geldgierigen, vulgären Intriganten Gino, verlässt mit seiner klugen Freundin Sandra New York City, um auf illegale Weise Florida zu erobern – ein schwieriges Unterfangen für den jungen Mann. Unterstützung findet er bei Andy dem Dandy d’Ambrosia (im Original: Bert the Shirt), einem alten Freund der Familie, der in Key West mit seinem Chihuahua Don Giovanni das Rentnerdasein geniesst. Joey ergattert einen legalen Job in der Tourismusbranche, der aber weitaus weniger schillernd ist als erträumt, ihm aber immerhin ein paar Dollar einbringt. Sein Leben gewinnt indes an Fahrt, als eines Tages Gino in Florida auftaucht, kurz nachdem er dem Miami-Paten Charlie Ponte einen Smaragden-Deal im Wert von drei Millionen versaut hat – Don Charlie und seine Killer sind ihm bereits dicht auf den Fersen. Joey, fern der Heimat gereift und bereit, Verantwortung zu übernehmen, ist sich bewusst, dass er seine Haut nur retten kann, wenn es ihm gelingt, die Smaragden aufzutreiben. Shames Erstling ‚Florida Straits‘ ist ein ungemein komischer Krimi, der seinen Reiz hauptsächlich aus den Figuren und ihren köstlichen Selbst- und Zwiegesprächen bezieht.

‚Sunburn oder Stille Tage in Key West‘ schildert Don Vincentes Lebensabend nach dem Tod seiner Frau. Der Mafiapate möchte ein wenig in Key West ausspannen, im Garten Hand anlegen, mit seinem Kumpel Andy dem Dandy über die guten alten Zeiten plaudern – und auf Anraten seines inzwischen erfolgreich als Immobilienmakler tätigen Sohnes Joey, der etwas Struktur in Vincentes Alltag bringen möchte, zusammen mit dem liebenswerten, abgehalfterten Journalisten Arty Magnus seine Memoiren schreiben. Doch dieses Freizeitprojekt stösst begreiflicherweise nicht überall auf Begeisterung und Schon bald treten die ersten FBI-Agenten und New Yorker Mafiosi auf den Plan, unter ihnen Vincentes grobschlächtiger Sohn Gino, doch Don Vincente und Andy der Dandy – unterstützt durch Joey, Arty und Ginos derzeitige Flamme „Debbi das Busenwunder“, die ihren Typen im Grunde verachtet – erweisen sich als trickreiche, mit allen Wassern gewaschene Gegner.

Nach längeren Aufenthalten in Steamboat Springs, Colorado, und Ojai, Kalifornien, leben Larry Shames und seine Frau heute in der kleinen Stadt Asheville im Herzen der Blue Ridge Mountains, North Carolina, und bereisen von dort aus die Kontinente.

Bibliografie:

Key West-Krimis: ‚Florida Straits‘ – ‚Florida Straits‘ (1992), ‚Scavenger Reef‘ (1994), ‚Sunburn‘ – ‚Sunburn oder Stille Tage in Key West‘ (1995), ‚Tropical Depression‘ – ‚Tropentief oder Heisse Nächte in Key West‘ (1996), ‚Virgin Heat‘ – ‚Virgin Heat‘ (1997), ‚Mangrove Squeeze‘ – ‚Die Freunde der russischen Oper‘ (1998), ‚Welcome to Paradise‘ (1999), ‚The Naked Detective‘ (2000), ‚Shot on Location‘ (2013), ‚Tropical Swap‘ (2014), ‚Key West Luck‘ (2015), ‚One Strange Date‘ (2017), ‚One Big Joke‘ (2018), ‚Nacho Unleashed‘ (2019), ‚The Paradise Gig‘ (2020).