(Kürzel für Charles Patrick Hogan, *1967)

Geboren und aufgewachsen im Bostoner Vorort Canton, ausgebildet am Boston College, arbeitete Chuck Hogan nach Abschluss des Studiums im Videohandel, bis er sich in den 90er-Jahren dem Schreiben von Romanen und Drehbüchern zuwandte. Er lebt mit seiner Frau, der Lehrerin Charlotte Bright, und ihren vier Kindern in der gepflegten Kleinstadt Sharon südwestlich von Boston.

Sein erster Thriller ‚Hornissennest‘ war in den USA ein Bestseller. Glenn Ables, Vietnamveteran, Waffendealer einer rechtsradikalen Sekte und Polizistenmörder, hat sich mit seiner Frau, seinen fünf Kindern und zwei verwandten Paaren schwer bewaffnet in Montana in einer Berghütte verschanzt, um sich der Räumung durch den Staat zu widersetzen. Der seit einem missglückten Einsatz psychisch angeknackste weisse FBI-Agent John Banish wird nach zweijähriger Rehabilitation dazu verknurrt, eine Sondereinheit zur Befreiung der Geiseln zu koordinieren – Hubschrauber und Panzer, Beamte des FBI und des ATF-Büros, der aufbrausende schwarze Deputy Marshal Fagin mit seiner vierzigköpfigen Truppe, die Montana State Police, der indigene Sheriff Leonard Blood mit seinem Team, Psychologen und Scharfschützen stehen ihm zur Verfügung. Presseleute und Demonstranten („Lasst Ables in Ruhe!“) erweitern die Szenerie. Ables und die Geiseln im Blockhaus auf dem Berggipfel, John Banish am Fuss des Berges: eine Pattsituation. Verhandlungen, Täuschungsmanöver, psychologische Kriegsführung – bis zum Showdown am neunten Belagerungstag. Eine atemraubende Story mit facettenreich gestalteten Figuren, ausgezeichnet übersetzt von Jürgen Bürger.

Hogans dritter Roman ‚Endspiel‘ spielt 1996 in Charlestown bei Boston. Doug „Duggy“ MacRay und seine alten Kumpel Jimmy „Jem“ Coughlin, Desmond „Dez“ Eldon und Freddy „Gloansy“ Magloan, etwas kindische, der Arbeiterschicht entstammende Burschen um die dreissig, schlagen sich mit Überfällen von Banken und Geldtransportern durchs Leben. Auch der neuste Coup läuft wie geschmiert, doch Doug verknallt sich ausgerechnet in die Filialleiterin Claire Keesey, auf die auch der für Raub und Einbrüche in New England zuständige FBI-Agent Adam Frawley ein Auge geworfen hat. Im langen Mittelteil schildert der Autor ausschweifend Dougs Vergangenheit – seine mutterlose Kindheit und Jugendzeit an der Seite eines hochkriminellen Vaters, sein frühes Abgleiten in Suff und Kriminalität, unterbrochen durch zwei Jahre im Knast. Jetzt ist er seit zwei Jahren trocken, sein Vater büsst eine lange Haftstrafe ab – und Doug träumt vom Ausstieg, von einer Zukunft, für die es sich lohnt, stark zu sein; von einer Zukunft mit Claire. Noch ein letzter, grosser Coup, dann will er sich endgültig zur Ruhe setzen.

Neben seinen Krimis schrieb Chuck Hogan zusammen mit Guillermo del Toro, einem bekannten Drehbuchautor und Regisseur, eine Reihe von Horror-Romanen, die als Vorlagen für Fernsehfilme verwendet wurden.

Bibliografie:

‚The Standoff‘ – ‚Hornissennest‘ (1995), ‚The Blood Artists‘ (1998), ‚Prince of Thieves‘ (auch unter dem Titel ‚The Town‘) – ‚Endspiel‘ (2004), ‚The Killing Moon‘ – ‚Mördermond‘ (2007), ‚The Devil in Exile‘ – ‚Kopfgeld‘ (2010), ‚Gangland‘ (2022).