(*1959)

Geboren in Greenwich Village, Manhattan, wuchs Robert O’Connor im New Yorker Vorort Eastchester auf. Er studierte Philologie an der State University of New York (SUNY) und der Syracuse University in Oswego, ebenfalls New York State, zu seinen Tutoren gehörten Raymond Carver und Tobias Wolff. Danach arbeitete er fünf Jahre als Creative-Writing-Lehrer in einem New Yorker Hochsicherheitsgefängnis. Heute lebt der Vater zweier Kinder mit seiner Frau Donna in dem See-Städtchen Liverpool, New York State, und unterrichtet Advanced Fiction und Drehbuchschreiben an der SUNY.

‚Buffalo Soldiers‘, deutscher Titel ‚Krieg im Frieden‘, ist sein einziger – etwas gewöhnungsbedürftig in der zweiten Person erzählter – Roman. Er spielt auf einer Militärbasis in der Nähe Mannheims, wo das 57. US-Bataillon kurz nach Ende des Vietnamkriegs stationiert ist, und beruht, wie der Autor beteuert, auf Zeugenaussagen. Im Mittelpunkt steht Ray Elwood, Memo-Schreiber für den Colonel, ein schlitzohriger Bursche, der hinter dem Rücken seiner Vorgesetzten einen florierenden Drogenhandel aufgezogen hat. Unter den zugedröhnten, die Zeit mit Pornostreifen, Frauenaufreissen und Pokern vertreibenden Soldaten kommt es immer wieder zu Rassenkravallen – ein Krieg im Frieden, beziehungsweise – O’Connors Romanmotto – „Unter friedlichen Umständen fällt der kriegerische Mensch über sich selber her“ (Friedrich Nietzsche). Elwoods gefährlichster Gegner ist der neu zur Truppe gestossene Spiess Sergeant Lee, ein gewalttätiger, hasserfüllter Mann, der in Vietnam auf den Geschmack des Tötens gekommen ist. Und ausgerechnet in dessen Tochter Robyn verliebt sich unser Held. Die anspruchsvolle, als bitterböse Satire konzipierte Geschichte ist gespickt mit derben Sprüchen und Dialogen und mündet in ein trostloses Finale.

Der originale Titel ‚Buffalo Soldiers‘ bezieht sich auf Bob Marleys gleichnamigen Song über einen besonders widerwärtigen Aspekt des Amerikanischen Bürgerkriegs: Tausende schwarze Sklaven wurden „freigelassen“, um für einen Hungerlohn die Indianer abzumurksen – die Aussichtslosen gegen die Ausweglosen. Der Australier Gregor Jordan verfilmte den Roman unter dem deutschen Titel ‚Army Go Home!‘ mit Joaqin Phoenix und Scott Glenn in den Hauptrollen, Erscheinungsjahr 2001. In den USA erlebte der als amerikafeindlich geltende Film erst zwei Jahre später seine Premiere.

Bibliografie:

‚Buffalo Soldiers‘ – ‚Krieg im Frieden‘ (1993).