(1942-2020)

Horst Bieber, geboren in Essen, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Bochum und wurde mit einer Arbeit über den Publizisten Paul Rohrbach zum Dr. phil. promoviert. Daraufhin verfolgte er eine journalistische Laufbahn. Nach einem ersten Redaktionsjob bei einer Essener Tageszeitung wechselte er 1970 nach Hamburg zur Wochenzeitung ‚ZEIT‘, Ressort Politik, und war dort schliesslich 1990-97 Chef vom Dienst. Die Franco-Diktatur, die Nelkenrevolution in Portugal, Castros Kuba und das Nicaragua der Sandinisten waren seine wichtigsten Themen. 1986 war er einer der Gründer der Vereinigung der deutschsprachigen Krimiautoren, genannt DAS SYNDIKAT.

Nebenberuflich verfasste Bieber zehn Kriminalhörspiele, zwei Drehbücher, zwei historische Sachbücher, ein paar Stories und Kurzkrimis sowie ab 1982 zahlreiche Kriminalromane, für die er in Hamburger Kneipen und der Hamburger Polizei recherchierte – politische und soziale Probleme dienten ihm als Grundlage. ’Sackgasse’ aus dem Jahr 1982 ist einer der ersten bundesdeutschen Krimis, in denen ein Privatdetektiv am Werk ist. In den meisten Büchern stehen indes Polizeibeamte im Mittelpunkt. Mehrere Bücher sehen den sympathischen, unscheinbaren Privatschnüffler Rolf Kramer aus der fiktionalen norddeutschen Grossstadt Terborn als Hauptfigur.

Sachliche, unaufgeregte Erzählweise, frische Dialoge, prägnant gezeichnete Charaktere und schnelle Schnitte sind die Markenzeichen dieses vielseitigen, immer etwas im Abseits stehenden Autors, der sich in fast allen Krimi-Subgenres (Noir- , Caper- , Polit-, Polizei- und Privatdetektiv-Roman) zuhause fühlte. Seine besten Werke sind bei ‚rororo‘ und ‚Grafit‘ erschienen, unter ihnen ‚Sein letzter Fehler‘, ‚Jede Wahl hat ihren Preis‘, ‚Auf Anraten meines Anwalts‘, ‚Der Abstauber‘, ‚Sein letzter Tresor‘ und ‚Beas Beute‘.

Horst Bieber starb 78-jährig nach langer Krankheit in Hamburg.

Bibliografie (ohne eBooks, die offensichtlich nicht lektoriert worden sind):

‚Sackgasse‘ (1982), ‚Wrozeks Meineid‘ (1985), ‚Sein letzter Fehler‘ (1986), ‚Jede Wahl hat ihren Preis‘ (1987), ‚Scherenschnitte‘ (1988), ‚Zeus an alle‘ (1990), ‚Fehlalarm‘ (1991), ‚Der Lauscher an der Wand‘ (1993), ‚Auf Anraten meines Anwalts‘ (1994), ‚Kaiserhof‘ (1996), ‚Eckhoffs Fall‘ (1999), ‚Der Abstauber‘ (2001), ‚Das graue Loch‘ (2002), ‚Soko Feuer‘ (2004), ’Sein letzter Tresor’ (2006);

Rolf Kramer-Romane: ’Beas Beute’ (2003), ’Anna verschwindet’ (2005), ’Lösegeld’ (2011).