(1940-2006)

Peter Benchley kam als Sohn des Romanautors Nathaniel Benchley und Enkel des Humoristen Robert Benchley in New York City zur Welt und wuchs auch dort auf. Er absolvierte die Highschool an der Philips Academy in Exeter, New Hampshire, und schloss sein Englischstudium 1961 an der Harvard University ab. Im folgenden Jahr bereiste er die Welt. Anschliessend arbeitete er sechs Monate als Reporter bei der ‚Washington Post‘, dann, von 1964 bis 1967, als Redakteur der Zeitschrift ‚Newsweek‘. 1967 bis 1969 war er Redenschreiber für Präsident Lyndon Johnson, ehe er als freier Journalist für ‚The New Yorker‘, ‚National Geographic‘, das ‚New York Times Magazine‘ und andere Printmedien tätig war.

Benchleys Stunde schlug 1974. Inspiriert durch Erlebnisse aus seiner Jugendzeit, in der er die Sommermonate auf Nantucket mit Fischen verbrachte und unzählige Haie an Land zog, und einen Zeitungsartikel über einen Fischer, der 1964 auf Long Island einen 2’000 kg schweren Hai fing, schrieb er seinen legendären Thriller ‚Jaws‘ (‚Der weisse Hai‘), von dem 20 Millionen Exemplare über die Ladentische gingen – und dessen Verfilmung durch Stephen Spielberg (Benchley war Co-Drehbuchautor und hatte einen Cameo-Auftritt als Fernsehreporter) als erster Hollywood-Blockbuster gilt.

Fünf Gestalten bilden den Mittelpunkt des Romans ‚Der weisse Hai‘: Chief Martin Brody, der rechtschaffene, leider jedoch wasserscheue Sheriff des Badeortes Amity auf Long Island, Vater dreier Söhne, um dessen Ehe mit Ellen es nicht gut steht; Matt Hooper, der junge, attraktive Meeresbiologe und Hai-Experte vom ozeanischen Institut in Woods Hole, der Ellens Reizen erliegt; Quint, der eigenbrötlerische Skipper und raffinierte Haifischjäger; Larry Vaughn, der mit der Mafia verstrickte Bürgermeister und Immobilienhändler; und ein sieben Meter langes Geschöpf mit Tausenden von Zähnen, ein gefrässiger, instinktsicherer und pfeilschneller Jäger. Als in Amity vier Menschen dem Fisch zum Opfer fallen, sperrt Chief Brody die Strände, obwohl die Hochsaison unmittelbar bevorsteht und die Kleinstadt ohne Tourismus dem Untergang geweiht ist. Der Bürgermeister und einflussreiche Geschäftsleute setzen nun Brody gewaltig unter Druck, worauf dieser beschliesst, dem Hai zusammen mit Hooper und Quint auf den Leib zu rücken. Die stimmungsvolle, in der schweisstreibenden Haifischjagd gipfelnde (Spielbergs Verfilmung um Längen hinter sich lassende) Erzählung kommt fast ganz ohne reisserische Effekte aus – einzig bei den Schilderungen der erotischen Verwicklungen lässt der Autor etwas die Zügel schleifen.

Nach dem überwältigenden Erfolg mit ‚Jaws‘ machte Benchley das Schreiben zu seinem Hauptberuf. Er verfasste weitere Spannungsromane und Filmdrehbücher, aber auch Essays und Sachbücher über Haie, rehabilitierte den von Natur aus eher scheuen Fisch, distanzierte sich immer weiter von seinem Erfolgsroman – und avancierte zu einem international anerkannten Hai-Experten.

Im Alter von 64 Jahren erlag Benchley in seinem Haus in Princeton, New Jersey, einer chronischen Lungenkrankheit. Er hinterliess seine Frau Winifred „Wendy“ Wesson, die er 1964 geheiratet hatte, und seine drei Kinder, Tracy, Clayton und Christopher.

Bibliografie:

‚Jaws‘ – ‚Der weisse Hai‘ (1974), ‚The Deep‘ – ‚Das Riff‘ (1976), ‚The Island‘ – ‚Freibeuter des Todes‘ (1979), ‚The Girl of the Sea of Cortez‘ – ‚Der Berg der Fische‘ (1982), ‚Q Clearance‘ – ‚Q clearance. Streng geheim‘ (1986), ‚Beast‘ – ‚Beast. Schrecken der Tiefe‘ (1991), ‚White Shark‘ (auch unter dem Titel ‚Creature‘) – ‚Shark: die Rückkehr des weissen Hais‘ (1994).