(1928-2010)

Geboren und aufgewachsen in Kopenhagen, schloss Ole Bornemann ein Jurastudium ab. Danach arbeitete er als freier Journalist für Tageszeitungen und als Herausgeber von Zeitschriften, bis er sich 1963 in Südostfrankreich niederliess, wo er im folgenden Jahr mit seiner Frau, der bekannten dänischen Filmschauspielerin Brigitte Reimer, in St. Paul de Vence das Restaurant La Brouette eröffnete und über dreissig Jahre lang betrieb. Er starb 82-jährig in seiner Wahlheimat und hinterliess seine Frau und ihren gemeinsamen Sohn Michel, der Ende der 90er-Jahre La Brouette übernommen hatte.

Bornemann war bereits über 70-jährig, als er 2000 seinen ersten Krimi ‚Es lebe der Präsident‘ veröffentlichte. Im Zentrum der spritzigen Geschichte steht der zynische Kommissar Bernard Grissard von der Mordkommission Nizza. Er ist mit einer Ex-Prostituierten verheiratet, hat zwei halbwüchsige Töchter und eine junge Geliebte, ist korrupt bis in die Haarspitzen und träumt davon, sich an die Copacabana abzusetzen, sobald er genügend Geld ergaunert hat – natürlich ohne Familie. Doch zuerst gilt es, den Foltermord an der jungen Krankenschwester Caroline Tricot aufzuklären, auf deren Bankkonti in letzter Zeit verblüffende Bewegungen stattgefunden haben. Unterstützt durch seinen langjährigen Partner Inspektor Brun und den integren Journalisten Roger Bianchini (ein realer, mit dem Autor befreundeter Mann gleichen Namens, der auch im zweiten Roman eine wichtige Rolle spielt), kommt Grissard einem gigantischen Skandal auf die Spur, in den höchste Regierungs- und Wirtschaftskreise verwickelt sind – ein neues Leben in Rio scheint nicht mehr fern.

Auch Bornemanns zweiter Krimi ’Brigade der sauberen Hände’ sorgt für unterhaltsame Lesestunden. Ein Diskothekenbesitzer, der Chef eines Supermarktes und eine mutige Pariser Untersuchungsrichterin sind in derselben Nacht in Nizza durch einen Motorradfahrer erschossen worden – die drei Opfer standen mit Joël Global in Verbindung, dem milliardenschweren, mit dem französischen Staatspräsidenten gut befreundeten Kopf eines Verbrechersyndikats. Kommissar Tom Borg, der gerade erst von Marseille zur Kriminalpolizei Nizza versetzt worden ist, um Grissards Nachfolge anzutreten, ein glücklich verheirateter und vergleichsweise ehrlicher Mann, leitet die Ermittlungen auf seine eigene Art. Doch Borg gerät in eine Falle, wird in einer Klinik untergebracht und gefoltert, damit er den Aufenthaltsort des Mafiabosses Coldorani verrät, der, wenn er am Leben bleibt, Globals Imperium zerstören könnte.

Bibliografie:

‚Det sidste vidne‘ – ‚Es lebe der Präsident‘ (2000), ‚Den dode taler‘ – ‚Brigade der sauberen Hände‘ (2001), ‚Hans sidste rolle‘ (2003), ‚Mord uden motiv‘ (2005).