(*1948)

Zachary „Zach“ Klein, Herkunft unbekannt, arbeitete als Sozialarbeiter in Chicago und Boston und engagierte sich ab 1976 ehrenamtlich als Psychotherapeut und Eheberater, später auch als Sachverständiger in rechtlichen Fragen. Von 1990 bis 1994 veröffentlichte er drei Krimis, denen der ehemalige Streetworker Matt Jacob aus Boston den Stempel aufdrückt. Danach verstummte der Autor für mehr als zwanzig Jahre, ehe er Matt für einen weiteren Auftritt reaktivierte.

Im ersten Krimi ‚Die Lebenden und die Toten‘ ist Matt Jacob vier Jahre nach dem Unfalltod seiner Frau Chana, mit der er eine lausige Ehe führte, und seiner kleinen Tochter Becky noch immer am Boden zerstört. In seiner abgedunkelten Wohnung grübelt er über den Sinn des Lebens, hängt vor dem Fernseher rum und ernährt sich von Chips, Dope, Kokain, Zigaretten und Alkohol. Einmal die Woche geht er zu seiner Psychiaterin Gloria James. Daneben sammelt er alte Radios und verwaltet halbherzig einen Wohnkomplex, der seinem Schwiegervater Lou gehört. Ab und zu stellt Matt (er hat immerhin eine Detektivlizenz und eine .38er!) kleine Nachforschungen für seinen besten Freund an, den aufstrebenden Anwalt Simon Roth.

Eines Tages beauftragt ihn seine Therapeutin, eine mysteriöse Einbruchserie in dem Bürogebäude aufzuklären, in dem sich ihre Praxis befindet. Fast gleichzeitig hat auch Simon Roth ein dringendes Anliegen: Matt soll seine Ehefrau Fran beschatten, die unter Verfolgungswahn und Alpträumen leidet. Recht widerwillig nimmt der apathische Gelegenheits-Schnüffler die beiden Aufträge an. Was zunächst wie harmlose Beschäftigungstherapie aussieht, erweist sich jedoch schon bald als ein einziger, höchst gefährlicher Kriminalfall, für dessen Lösung der liebenswürdige Held alle Register seines beachtlichen detektivischen Könnens ziehen muss.

‚Die Lebenden und die Toten‘ ist ein sauber konstruierter, mit prägnant und eindrucksvoll geschilderten Haupt- und Nebenfiguren bevölkerter Krimi, aber auch das rührende Porträt eines Aussenseiters, der sich vom haltlosen Drogenkonsumenten zum einfühlsamen und loyalen Ermittler entwickelt – und der sich eigentlich auf der Suche nach sich selbst befindet.

Auch im zweiten Roman ‚Jenseits von Gut und Böse‘ wird dem atheistischen Juden Matt Jacob alles abverlangt. Simon Roth gibt ihm den Auftrag, Material zu sammeln, das seinen neuesten Klienten, den radikal-chassidischen Rabbi Yonah Saperstein, entlasten könnte: Der rabiate Geistliche tötete den Anführer der antisemitischen Truppe „Weisse Rächer“, unmittelbar nachdem dieser offenbar dem besonnenen und hoch angesehenen Rabbi Dov Horowitz das Licht ausgeblasen hatte. Als Matt einen Anschlag nur knapp überlebt, wird ihm klar, dass weit mehr hinter den Morden steckt als eine Fehde zwischen den beiden gegensätzlichen fundamentalistischen Gruppierungen.

Zachary Klein ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Auf seiner Website http://www.zacharykleinonline.com/ publiziert er kritische Artikel zu kontroversen sozialpolitischen Themen. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin, der Kinderbuchautorin Susan E. Goodman, in Boston.

Bibliografie:

Matt Jacob-Quartett: ‚Still Among the Living‘ – ‚Die Lebenden und die Toten‘ (1990), ‚Two-Way Toll‘ – ‚Jenseits von Gut und Böse‘ (1991), ‚No Saving Grace‘ (1994), ‚Ties that Blind‘ (2015).