(*1952)

Stephen Booth, geboren in Burnley, Lancashire, aufgewachsen an der Küste bei Blackpool und ausgebildet am Birmingham Polytechnic, arbeitete über 25 Jahre als Journalist für verschiedene englische Printmedien und den Rundfunk. Er hatte bereits ein paar Kurzgeschichten herausgegeben, als er mit seinem ersten Krimi ‚Kühler Grund‘ gross einschlug. Heute lebt er mit seiner Frau Lesley in einem ländlichen Dorf in Nottinghamshire und widmet sich ganz dem Schreiben.

Booths Krimireihe ist im nordenglischen Peak District angesiedelt. Zwei höchst ungleiche Polizisten von der (fiktiven) Dienststelle Ebendale stehen im Mittelpunkt. Der liebenswerte, intuitiv arbeitende, etwas naive Einheimische Ben Cooper entstammt einer alteingesessenen Bauernfamilie. Sein Vater, ein verehrter, legendärer Polizist, ist einst im Dienst getötet worden; Bens Mutter hat darob den Verstand verloren und lebt in einem Heim. Auch Bens Kollegin Diane Fry – ehrgeizig, einzelgängerisch, intellektuell begabt – hat eine dunkle Vergangenheit: Gemeinsam mit ihrer Schwester bei verschiedenen Pflegefamilien aufgewachsen, im Polizeidienst mehrfach vergewaltigt, liess sie sich von Birmingham nach Evandale versetzen, nachdem die Schwester im Drogenmilieu versumpft war.

’Kaltes Grab’, der dritte Titel der bislang 17-bändigen Cooper & Fry-Serie, führt die beiden Polizisten (Diane Fry avancierte kürzlich zu Ben Coopers Vorgesetzter, was neuen Zündstoff in ihre ohnehin sehr delikate Beziehung brachte) zurück in die Vergangenheit, in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Im winterlichen Peak District muss die unter Personalknappheit leidende Polizei gleich zwei Morde aufklären: Ein Schneepflug hat die Leiche eines unbekannten Mannes zu Tag gefördert, kurz danach wird die junge Marie Tenant tot im Schnee gefunden. Damit nicht genug, gelangt die Kanadierin Alison Morrissey mit der Bitte an die Ebendaler Polizei, die Geschichte ihres Grossvaters, eines Militärpiloten des Zweiten Weltkrieges, der vor 57 Jahren im Peak District abgestürzt ist, noch einmal aufzurollen. Doch Cooper und Fry verzagen nicht, ermitteln verbissen, wühlen im Dreck – und schliesslich fügt sich alles zusammen. Die Geschichte bezieht ihre Kraft hauptsächlich aus den beiden vielschichtigen Hauptfiguren und aus detailreichen Schilderungen einer urwüchsigen Landschaft.

Bibliografie:                                                                                                                                       

Ben Cooper & Diane Fry-Serie: ‚Black Dog‘ – ‚Kühler Grund‘ (2000), ‚Dancing with the Vergins‘ – ‚Die schwarze Hand des Todes‘ (2001), ‚Blood on the Tongue‘ – ‚Kaltes Grab‘ (2002), ‚Blind to the Bones‘ – ’Die einsamen Toten’ (2003), ‚One Last Breath‘ – ’Der Rache dunkle Saat’ (2004), ‚The Dead Place‘ – ’Todesstätte’ (2005), ‚Scared to Live‘ – ‚Todesnacht‘ (2006), ‚Dying to Sin‘ – ‚Todesacker‘ (2007), The Kill Call‘ (2009), ‚Lost River‘ (2010), ‚The Devil’s Edge‘ (2011), ‚Dead and Buried‘ (2012), ‚Already Dead‘ (2013), ‚The Corpse Bridge‘ (2014), ‚The Murder Road‘ (2015), ‚Secrets of Death‘ (2016), ‚Dead in the Dark‘ (2017);                          

Einzelwerk: ‚Top Hard‘ (2012).