(1940-2009)

William G. Tapply wurde in Waltham, Massachusetts, als Sohn einer Krankenschwester und eines Schriftstellers geboren, und wuchs in Lexington, Kentucky, auf. Nach dem Studium am Amherst College und der Harvard University, wo er 1963 mit einem Master abschloss, unterrichtete er Geschichte und Schreiben an verschiedenen Schulen und Universitäten. Als passionierter Fischer verfasste er überdies zahlreiche Artikel für einschlägige Magazine wie ‚Field and Stream‘ und ‚American Angler‘.

Im Jahr 1984 veröffentlichte Tapply seinen ersten Krimi ‚Das Todeskliff‘, fünf Jahre später machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf. Der dreifache Vater lebte mit seiner dritten Frau, der Krimiautorin Vicki Stiefel, in Hancock, New Hampshire, wo er 69-jährig einer Krebserkrankung erlag. Er hinterliess seine Frau, drei Kinder aus erster Ehe, zwei Stiefsöhne, seine Mutter und seine Schwester.

Tapplys Kriminalwerk enthält 24 spritzige, sorgfältig konstruierte, in geschmeidigem Stil erzählte Romane um den detektivisch tätigen Anwalt Brady Coyne aus dem Raum Boston – geschiedener Vater zweier fast erwachsener, von ihm entfremdeter Söhne, leidenschaftlicher Golfer und Fischer -, der sich in fruchtbarer Zusammenarbeit mit seiner bezaubernden, smarten Sekretärin Julie O’Malley für seine durchwegs wohlhabenden Klienten mit viel Herzblut ins Zeug legt, ein Mann mit einer fatalen Neigung, gegen Windmühlen anzukämpfen. Die Stärken des liebenswerten Protagonisten in dessen eigenen Worten: „Ich biete eine Schulter zum Anlehnen und Weinen, leihe ein teilnahmsvolles Ohr und gebe vernünftige Ratschläge“. Er ist sich nicht zu schade, seinen Mandanten einen geeigneten Spezialisten zu vermitteln, wenn dies erforderlich ist. Für ein sexuelles Abenteuer ist er stets zu haben, sofern sich dies mit seinem Beruf verträgt, auch zwischen ihm und seiner Exfrau Gloria knistert es noch immer von Zeit zu Zeit, doch auf eine feste Beziehung will er sich nicht mehr einlassen. Seine besten Freunde sind der irische Staatsanwalt Charlie McDevitt und Rick Boyers Krimiheld Charlie „Doc“ Adams, ein Zahnarzt, Kieferchirurg und Freizeitdetektiv, der jedoch in keinem Coyne-Roman leibhaftig auftritt. Auf Deutsch liegen die ersten sieben Bände vor.

Gemeinsam mit seinem Fischerkumpel, dem Krimiautor Philip R. Craig, schrieb Tapply drei Krimis, in denen Brady Coyne und Craigs Protagonist J.W. Jackson, ein Cop im Ruhestand, zusammenspannen. Eine weitere dreiteilige Reihe dreht sich um Stoney Calhoun, einen Fischer und Gelegenheitsdetektiv aus Maine, der vor Jahren durch einen Blitzschlag das Gedächtnis verlor. 1995 publizierte Tapply das Sachbuch ‚The Elements of Mystery Fiction’.

Bibliografie:

Brady Coyne-Serie: ‚Death at Charity’s Point‘ – ‚Das Todeskliff‘ (1984), ‚The Dutch Blue Error‘ – ‚Fehlfarben‘ (1985), ‚Follow the Sharks‘ – ‚Den Haien nach‘ (1985), ‚The Marine Corpse‘ – ‚Verborgene Narben‘ (1986), ‚The Vulgar Boatman‘ – ‚Weg in die Tiefe‘ (1987), ‚Dead Meat‘ – ‚Totes Fleisch‘ (1987), ‚A Void in Hearts‘ -‚Tod eines Detektivs‘ (1988), ‚Dead Winter‘ (1989), ‚Client Privilege‘ (1989), ‚The Spotted Cats‘ (1991), ‚Tight Lines‘ (1992), ‚The Snake Eater‘ (1993), ‚The Seventh Enemy‘ (1995), ‚Close to the Bone‘ (1996), ‚Cutter’s Run‘ (1998), ‚Muscle Memory‘ (1999), ‚Scar Tissue‘ (2000), ‚Past Tense‘ (2001), ‚A Fine Line‘ (2002), ‚Shadow of Death‘ (2003), ‚Nervous Water‘ (2005), ‚Out Cold‘ (2006), ‚One Way Ticket‘ (2007), ‚Hell Bent’ (2008).

Stoney Calhoun-Trilogie: ‚Bitch Creek‘ (2004), ‚Gray Ghost‘ (2007), ‚Dark Tiger‘ (2009). Gemeinsam mit Philip Craig: ‚First Light‘ (2001), ‚Second Sight‘ (2005), ‚Third Strike‘ (2007).

Gemeinsam mit Linda Barlow: ‘Thicker Than Water’ (1996).