(Kürzel für Peter Malcolm de Brissac Dickinson, 1927-2015)

Peter Dickinson wurde als einer von vier Söhnen eines Kolonialbeamten in Livingstone, Nord-Rhodesien (dem heutigen Sambia), geboren und verbrachte dort eine idyllische Kindheit. 1935 liess sich die Familie in England nieder, wo der Vater wenig später starb. Nach der Schulzeit in Eton und dem Militärdienst studierte Dickinson klassische Sprachen und Englisch am King’s College in Cambridge mit einem Abschluss 1951. Danach arbeitete er siebzehn Jahre als Verfasser von humoristischen Gedichten und Redakteur beim Magazin ‚Punch‘, bis er 1969 freier Schriftsteller wurde.

Seiner ersten, 1953 geschlossenen Ehe mit Mary Rose Barnard entsprangen zwei Söhne, John und James, sowie zwei Töchter, Philippa und Polly. 1991, drei Jahre nach dem Tod von Mary Rose, heiratete Dickinson die amerikanische Fantasy-Autorin Robin McKinley. Er lebte mit ihr im südenglischen Städtchen Winchester, Hampshire, wo er nach kurzer Krankheit an seinem 88. Geburtstag starb.

Neben Gedichten, Kinderbüchern und Sciencefiction veröffentlichte Dickinson 21 Krimis, unter ihnen der skurrile Sechsteiler um Superintendent James „Jimmy“ Pibble von Scotland Yard, der im Verlauf der Serie seinen Job verliert und daraufhin als Gelegenheitsdetektiv in London tätig wird. Nach dem Tod seiner Frau Mary erleidet er einen schweren Zusammenbruch und wird daraufhin in dem gediegenen Pflegeheim Flycatchers untergebracht – Langeweile, Suizidgedanken, Tagträume und Erinnerungen an seine Laufbahn prägen fortan seinen Alltag. Doch eines Nachts, zu Beginn des letzten Bandes ‚Mit einem Bein im Grab‘, kommt im Areal des Heims ein Sicherheitsbeamter gewaltsam ums Leben, und als Pibble erfährt, dass hier in letzter Zeit bereits mehrere verdächtige Todesfälle geschehen sind, erwachen seine Lebensgeister wieder – er kommt zu seinem letzten, vielleicht kniffligsten Fall.

Peter Dickinson – in seiner Heimat bis heute ein hoch angesehener Autor – würzte seine unterhaltsamen Geschichten stets mit phantastischen Elementen und lehrreichen Informationen über fremde Kulturen. In einem seiner bekanntesten und besten Romane, dem Einzelwerk ‚Das Giftorakel‘, wird der Sultan von Q’Kut in seinem Palast am Persischen Golf ermordet, einziger Zeuge ist Dinah, ein weiblicher Schimpanse. Der als Gast im Palast weilende Zoologe und Sprachforscher Wesley Morris, der mit Dinah seit längerer Zeit Bahn brechende Experimente durchführt, entlarvt schliesslich den Täter – tatkräftig unterstützt durch die Äffin.

Bibliografie:

James Pibble-Serie: ‚The Glass-Sided Ants‘ Nest‘ (auch unter dem Titel ‚Skin Deep‘) – ‚Rächende Vergangenheit‘ (auch unter dem Titel ‚Mister Pibble und die Ethnologin‘, 1968), ‚A Pride of Heroes‘ (auch unter dem Titel ‚The Old English Peep Show‘) – ‚Helden scharenweise‘ (1969), ‚The Seals‘ (auch unter dem Titel ‚The Sinful Stones‘) – ‚Zurück nach Babylon‘ (1970), ‚Sleep and his Brother‘ – ‚Tödlicher Ehrgeiz‘ (1971), ‚The Lizard in the Cup‘ – ‚Ein Tropfen Gift im Becher‘ (1972), ‚One Foot in the Grave‘ – ‚Mit einem Bein im Grab‘ (1979);

Einzelwerke: ‚The Green Gene‘ (1973), ‚The Poison Oracle‘ – ‚Das Giftorakel‘ (1974), ‚The Liveley Dead‘ – ‚Wodka konserviert‘ (1975), ‚King and Joker‘ (1976), ‚Walking Dead‘ – ‚Ein wandelnder Leichnam‘ (1977), ‚A Summer in the Twenties‘ (1981), ‚The Last Houseparty‘ – ‚Das letzte Fest‘ (1982), ‚Hindsight‘ – ‚Die Spur der Hindin‘ (1983), ‚Death of a Unicorn‘ – ‚Tod eines Einhorns‘ (1984), ‚Tefuga‘ – ‚Tefuga‘ (1986), ‚Skeleton-in-Waiting‘ (1987), ‚Perfect Gallows‘ – ‚Galgenspiel‘ (1988), ‚Play Dead‘ (1991), ‚The Yellow Room Conspiracy‘ (1992), ‚Some Deaths Before Dying‘ (1999).