(1911-1982; schrieb auch als Van Siller)

Hilda Van Siller wurde in New York City geboren. Weil ihr Vater als Ingenieur im Ausland arbeitete, verbrachte sie den grössten Teil ihrer Jugendzeit ausserhalb der USA – vor allem in Venezuela. In den 30er-Jahren absolvierte sie ein Kunststudium. 1941 erbte sie mit ihrer Schwester einen Bauernhof in Virginia, den die beiden dann eine Zeit lang gemeinsam betrieben. Nebenbei begann sie zu schreiben. Mehr weiss man nicht über das Leben dieser Autorin, die 1982 in New York City gestorben ist.

Namentlich in den 50er- und 60er-Jahren war Hilde Van Siller eine gern gelesene Erfinderin von Spannungsliteratur. ‚Mord ist mein Geschäft‘, ihr bekanntester, 1957 erschienener Roman, dreht sich um die junge, attraktive, etwas verdrehte, sich aus strategischen Gründen als Mann ausgebende Krimiautorin Hastings „Hasty“ Gore. Die Erzählung beginnt in einem noblen New Yorker Restaurant mit einer Auseinandersetzung zwischen Hasty und ihrem Verleger, der von ihr verlangt, das Ende ihrer letzten Geschichte zu ändern. Hasty widerspricht mit der Begründung, sich mit Verbrechen und der menschlichen Seele auszukennen wie keine zweite, und lässt sich, um dies zu beweisen, auf eine höchst seltsame Wette ein: Im Restaurant sucht sie sich zwei ihr völlig unbekannte Männer aus, die an einem Nebentisch in ein Streitgespräch verwickelt sind, und behauptet, einem der beiden werde in den nächsten Tagen etwas zustossen. Wenig später wird auf dem Rasenplatz vor ihrem Landhaus ein britischer Schriftsteller ermordet aufgefunden – der Mann, dem sie eine schlimme Zukunft prophezeit hat. Als tags darauf schon wieder eine Leiche in ihrem Garten liegt, muss Hasty als Hauptverdächtige sämtliche Register ihres beachtlichen detektivischen Könnens ziehen, um schliesslich den wahren Täter zu entlarven. Eine hübsche, verwickelte und märchenhafte Geschichte, eine durchaus gelungene Parodie der Gattung ‚Golden-Age-Cosy‘.

Ihre frühen Bücher sowie ein paar Kurzgeschichten veröffentlichte Hilda Van Siller ursprünglich unter dem männlich klingenden Pseudonym Van Siller, darunter je zwei in der Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelte Spionageromane mit Richard Massey und Peter Rector in den Hauptrollen. Drei spätere – in deutschen Übersetzungen verfügbare – Titel schildern die Abenteuer des Krimiautors und Amateurdetektivs Allan Stewart.

Bibliographie:
Richard Massey-Romane: ‚Echo of a Bomb‘ (1943), ‚The Curtain Between‘ (auch unter dem Titel ‚Fatal Bride‘ (1947);
Peter Rector-Romane: ‚Good Night, Ladies‘ (1943), ‚Under a Cloud‘ (1944);
Allan Stewart-Romane: ‚A Complete Stranger‘ – ‚Niemand kennt Mallory‘ (1965), ‚The Mood for Murder‘ – ‚Der Hilfeschrei‘ (1966), ‚The Biltmore Call‘ – ‚Das Ferngespräch‘ (1967);
‚Somber Memory‘ (1945), ‚One Alone‘ – ‚Die Mörderin‘ (1946), ‚Paul’s Apartment‘ – ‚Pauls Appartment‘ (1948), ‚Man of Extinction‘ (1949), ‚The Last Resort‘ (auch unter dem Titel ‚Fatal Lover‘, 1951), ‚Bermuda Murder‘ – ‚Der Bermuda-Mord‘ (1956), ‚Murder Is My Business‘ – ‚Mord ist mein Geschäft‘ (1957), ‚The Widower‘ (1959), ‚The Road‘ (1960), ‚The Lonely Breeze‘ (auch unter dem Titel ‚The Murders at Hibiscus Key‘) – ‚Küss mich und stirb‘ (1965), ‚The Read Geranium‘ (1966), ‚Sudden Storm‘ – ‚Der Familienkonflikt‘ (1968), ‚The Watchers‘ – ‚Telefon aus Teheran‘ (1969), ‚It Had to Be You‘ – ‚Eine kurze Affäre‘ (1970), ‚Deception of Death‘ – ‚Eine hübsche Witwe‘ (1973), ‚The Old Friend‘ – ‚Ein guter alter Freund‘ (1973), ‚The Hell with Elaine‘ – ‚Zum Teufel mit Elaine‘ (1974), ‚The Sloane Divorce‘ – ‚Die schöne Lügnerin‘ (1977, Original nicht auffindbar), ‚Pammy‘ – ‚Ein fairer Prozess‘ (1977, Original nicht auffindbar).