Arkadi Wainer, geboren 1931 in Moskau, arbeitete nach abgeschlossenem Jurastudium als Ermittler der Miliz, sein Bruder Georgi, Jahrgang 1938, auch er aus Moskau, war Korrespondent der Nachrichtenagentur TASS.  Nebenberuflich begannen sie Ende der 60er-Jahre gemeinsam zu schreiben, und bald schon zählten sie zu den populärsten Krimi- und Drehbuchautoren der Sowjetunion. Zusammen mit Leonid Slowin veröffentlichte Georgi Wainer überdies den Politroman ‚Mord und Opium‘ (deutsche Übersetzung 1991), aufgezeichnet nach authentischen Ereignissen in Usbekistan. Arkadi starb 74-jährig in seiner Geburtsstadt, Georgi 71-jährig in New York City.

Der Politthriller ‚Im Zeichen von Schlinge und Stein‘ , in den Jahren 1975-77 verfasst, aus politischen Gründen jedoch erst dreizehn Jahre später, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, erschienen, gilt als bestes Werk der Wainer-Brüder. Am 8. Januar 1948 kommen in der weissrussischen Stadt Minsk zwei jüdische Intellektuelle, der bekannte Schauspieler Michoels und sein Begleiter, gewaltsam ums Leben. Die vom KGB inszenierte Tat bildet den Auftakt zu Stalins Kampagne, das Land von den Juden zu säubern – Morde, Schauprozesse, Deportationen. Ein Vierteljahrhunder später macht sich die Literaturwissenschaftlerin Ula Ginzberg mit ihrem Freund Aljoscha auf die Suche nach den Mördern ihres Vaters, des damaligen Begleiters von Michoels, und sticht in ein Wespennest.

Bibliografie (die angegebenen Erscheinungsjahre der Originale sind nicht über alle Zweifel erhaben):

Uhren für Mr. Kelly‘ (1967), ‚Weisse Augen‘ (1970), ‚Schleifspuren in Gras‘ (1971), ‚Besuch beim Minotaurus‘ (1972), ‚Rennen an der Todeswand‘ (1977), ‚Medizin gegen die Angst‘ (1977), ‚Die schwarze Katze‘ (1978), ‚Stadt übernommen!‘ (1981), ‚Messer im Scheinwerferlicht‘ (1988), ‚Tödliches Telegramm‘ (1989), ‚Im Zeichen von Schlinge und Stein‘ (1990).