(*1957)

Elizabeth Pincus, lesbisch und früh politisiert, war Pinkerton-Detektivin in San Francisco und Filmkritikerin für das Magazin ‚Haper’s Bazaar‘ und die Wochenblätter ‚LA Weekley‘ und ‚San Francisco Weekly‘, bevor sie, inspiriert durch Dashiell Hammetts Kriminalwerk, in den frühen 90er-Jahren ihr alter Ego Nell Fury als Hauptfigur einer dreiteiligen – der „Hardboiled School“ verpflichteten, diese aber auch parodierenden – Serie kreierte. Etwas später, im Jahr 1996, verfasste sie einige Literaturkritiken für das Internet-Magazin ‚www.salon.com‘, danach ist sie von der Bildfläche verschwunden.

Nell Fury ist eine sympathische und humorvolle, sexuell sehr aktive Frau Mitte dreissig. Zuerst drei Jahre für eine Detektei unterwegs, verdient sie ihr Brot jetzt als waffenlose, aber schlagkräftige Privatschnüfflerin in San Francisco. Dabei machen ihr nicht nur knifflige in der Homosexuellenszene angesiedelte Fälle und ein Dauerstreit mit der örtlichen Polizei, sondern auch Liebeskummer, ständiges Magenknurren und Konflikte mit ihrer pubertierenden Tochter Madeline, genannt Pinky, einer erfrischend natürlichen Nachwuchsdichterin, die sich zeitweise bei ihrer zweiten Mutter in London aufenthält, das Leben schwer.

In Furys letztem Fall kommen im Abstand von acht Wochen zwei Männer ums Leben, die dem Anschein nach einem Umweltskandal auf der Spur waren: Zuerst der junge Schwule Kent Kishida – die Polizei hat den Fall nach halbherzigen Ermittlungen längst zu den Akten gelegt -, und jetzt der verdeckt arbeitende, jedoch nicht besonders talentierte Privatdetektiv Peko Muncie. Nell Fury geht der Sache auf den Grund, bekommt gleich eins auf die Rübe – und läuft jetzt erst recht zu grosser Form auf. Erzählt in ‚Katerwalzer‘, dem würdigen Abschluss der gefühlsvollen Trilogie.

Bibliografie:
Nell Fury-Trilogie: ‚The Two-Bit Tango‘ – ‚Schleppertango‘ (1992), ‚The Solitary Twist‘ – ‚Einsamer Twist‘ (1993), ‚The Hangdog Hustle‘ – ‚Katerwalzer‘ (1995).