(Pseudonym für Geraldine Mary Halls, 1919-1996)

Geraldine Mary Halls, geborene Jay, kam in der Küstenstadt Adelaide, der Hauptstadt des Bundesstaates South Australia, zur Welt und wuchs auch dort auf. Sie studierte an der University of Adelaide und war danach Sekretärin in Adelaide, Sydney, Melbourne und London sowie Protokollführerin am australischen Gerichtshof von Papua-Neuguinea. In den 50er-Jahren lebte sie mit ihrem Mann Albert James Halls, der damals für die UNESCO arbeitete, in Pakistan, Thailand, Libanon, Indien und Frankreich. Von 1958 bis 1971 betrieben sie gemeinsam ein Geschäft für asiatische Kunst, zuerst in der englischen Grafschaft Sommerset, dann in Adelaide. Sie starb vierzehn Jahre nach ihrem Mann in ihrer Geburtsstadt.

Unter dem Pseudonym Charlotte Jay veröffentlichte Geraldine Halls ab 1951 neun an asiatischen, australischen und afrikanischen Schauplätzen angesiedelte Krimis, unter bürgerlichem Namen zwischen 1956 und 1982 sechs andere Romane. Ihr zweiter Krimi ‚Beat Not the Bones‘ (‚Bis auf die Knochen‘) erhielt 1954 den allerersten Edgar für den besten Roman.

‚Bis auf die Knochen‘ ist Jays einziger ins Deutsche übersetzter Krimi. Die anti-kolonialistische, mit stimmungsvollen Schilderungen der bedrohlich wuchernden Pflanzenwelt gespickte Geschichte spielt auf der rückständigen Südwest-Pazifik-Insel Papua-Neuguinea, wo Stella Warwicks Gatte, ein Anthropologe, der zu Studienzwecken in der fiktiven Stadt Marapai weilte (Marapai steht für Port Moresby, die Hauptstadt Papua-Neuguineas), unter unklaren Umständen ums Leben gekommen ist. Die junge Witwe zweifelt an der offiziellen Version, nach der ihr Mann Suizid begangen haben soll. Sie reist auf die urwüchsige Insel, beginnt selbst zu ermitteln, unternimmt eine alptraumhafte Expedition in den Dschungel, in dem ihr Mann sein Leben verlor – aus der schüchternen Frau wird eine harte und furchtlose Kämpferin, die schliesslich ein ungeheures Verbrechen der skrupellosen und habgierigen Kolonialherren aufdeckt-

Bibliografie:

The Knife Is Feminine‘ (1951), ‚Beat Not the Bones‘ – ‚Bis auf die Knochen‘ (auch unter dem Titel ‚Das Gift der neuen Welt‘, 1952), ‚The Fugitive Eye‘ (1953), ‚The Yellow Turban‘ (1955), ‚The Feast of the Dead‘ (auch unter dem Titel ‚The Brink of Silence‘, 1956), ‚The Man Who Walked Away‘ (auch unter dem Titel ‚The Stepfather‘, 1958), ‚Arms of Adonis‘ (1960), ‚A Hank of Hair‘ (1964), ‚The Voice of the Crab‘ (1974).