(Pseudonym für Trevor Dudley-Smith, 1920-1995; schrieb auch als Elleston Trevor, Lesley Stone, Caesar Smith, Warwick Scott, Howard North, Simon Rattray, Roger Fitzalan, Mansell Black und Trevor Burgess)

Trevor Dudley-Smith wurde in Bromley, Kent, als Sohn von alkoholkranken Eltern geboren. Widerwillig besuchte er bis 1938 die Sevenoaks School in Kent und versuchte sich dann als Autorennfahrer. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Flugingenieur bei der Royal Air Force. Kurz nach dem Krieg machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf. 1947 heiratete er die Kinderbuchautorin und Literaturagentin Jonquil Burgess, mit der er einen Sohn hatte. Nach einem Zwischenhalt in Spanien lebte er von 1958 bis 1973 mit seiner Familie in den französischen Seealpen und produzierte einen eigenen Wein. Danach liess er sich in der Wüste von Arizona nieder. Nach dem Tod seiner Frau 1986 heiratete er die Künstlerin und Pferdetrainerin Chaille Anne Groom. Er starb 75-jährig in Cave Creek, Arizona.

Dudley-Smith begann bereits während seiner Zeit bei der RAF mit der Schriftstellerei. Für seine Abenteuer- und Kriegsromane, Thriller, Kinderbücher, Theaterstücke, Erzählungen und Tiergeschichten benutzte er nicht weniger als zehn Pseudonyme, unter ihnen Adam Hall für die Quiller-Serie, Simon Rattray für die Hugo Bishop-Krimis sowie Elleston (der Mädchenname seiner Mutter) Trevor, später Dudley-Smiths offizieller Name, unter dem er von 1946 bis 1994 über dreissig Standalones herausgab. Der Durchbruch gelang ihm 1964 mit dem Drehbuch ‚Woman of Straw‘ und dem abenteuerlichen Flugzeugabsturz-Roman ‚Phönix aus dem Sand‘.

Ein Jahr später schlug die Stunde des britischen Geheimagenten mit dem Decknamen Quiller (eine Verbeugung vor dem englischen Autor Arthur Quiller-Couch), der es bis 1996 auf neunzehn actiongeladene Auftritte brachte, ohne nennenswert zu altern. Der nahkampfstarke und sprachbegabte, stets allein und ohne Waffe arbeitende Ich-Erzähler, eine scharf gezeichnete, recht vielschichtige Figur, verfügt über alle Voraussetzungen, um auch die schmutzigsten Jobs glanzvoll zu erledigen: Kaltblütigkeit, Willensstärke, untrügliche Instinkte, Intelligenz, Paranoia, Härte mit sich selbst – wenn ihm (anders als etwa James Bond) nur nicht ständig Gefühle in die Quere kämen. Quiller, der für ein obskures Londoner Büro arbeitet („The Bureau“), erledigt seine Auträge, die ihn durch die ganze Welt, oft an unwirtliche Orte, führen letztlich trotzdem mit Bravour. Im ersten und bekanntesten, erfolgreich verfilmten Roman ‚Das Berlin Memorandum‘ erfährt man, dass Quiller – verkleidet als deutscher Soldat – in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Juden aus Konzentrationslagern befreite.

Sechs in Grossbritannien mit Simon Rattray, in den USA mit Adam Hall gezeichnete Krimis drehen sich um Hugo Bishop, einen jungen Mann, der, assistiert von der Sekretärin Vera J. Corringe, hobbymässig Kriminalfällen auf den Grund geht – sein Brotberuf, wenn er denn einen hat, wird dem Leser vorenthalten.

Bibliografie:

Als Adam Hall: Quiller-Serie: ‚The Berlin Memorandum‘ (auch unter dem Titel ‚The Quiller Memorandum‘) – ‚Das Berlin Memorandum‘ (1965), ‚The Ninth Directive‘ – ‚Der neunte Befehl‘ (1966), ‚The Striker Portfolio‘ (1968), ‚The Warsaw Document‘ (1970), ‚The Tango Briefing‘ – ‚Himmelfahrtstango‘ (auch unter dem Titel ‚Tunesischer Tango‘, 1973), ‚The Mandarin Cypher‘ – ‚555 ruft Mandarin‘ (1975), ‚The Kobra Manifesto‘ – ‚Das Kobra-Manifest‘ (1976), ‚The Sinkiang Executive‘ – ‚Mission in Sinkiang‘ (1978), ‚The Scorpion Signam‘ (1979), ‚The Peking Target‘ (1981), ‚Northlight‘ (auch unter dem Titel ‚Quiller‘) – ‚Nordlicht‘ (1985), ‚Quiller’s Run‘  – ‚Quiller steigt aus‘ (1988), ‚Quiller KGB‘ – ‚Unternehmen Gorbatschow‘ (1989), ‚Quiller Barracuda‘- Barracuda‘ (1990), ‚Quiller Bamboo‘ (1991), ‚Quiller Solitaire‘ (1992), ‚Quiller Meridian‘ (1993), ‚Quiller Salamander‘ (1994), ‚Quiller Balalaika‘ (1996);

Einzelwerke: ‚The Volcanoes of San Domingo‘ (1963), ‚The Sibling‘ (1979), ‚Pawn in Jeopardy‘ (1991).

Als Simon Rattray: Hugo Bishop-Serie: ‚Knight Sinister‘ (1951), ‚Queen in Danger‘ (1952), ‚Bishop in Check‘ (1953), ‚Death Silence‘ (1954), ‚Dead Circuit‘ (1955), ‚Dead Sequence‘ (1957).

Als Mansell Black: ‚Dead on Course‘ – ‚Duell mit dem Tod‘ (1951), ‚Sinister Cargo‘ (1951), ‚Shadow of Evil‘ (1953), ‚Steps in the Dark‘ (1954).

Als Trevor Dudley-Smith: ‚Over the Wall‘ (1943), ‚Into the Happy Glade‘ (1943), ‚Double Who Doulbe Crossed‘ (1944), ‚By a Silver Stream‘ (1944), ‚Escape to Fear‘ (1948), ‚Now Trie the Moruge‘ (1948).

Als Elleston Trevor: ‚The Immortal Error‘ (1946), ‚Chorus of Echos‘ (1950), ‚Refern’s Miracle‘ (1951), ‚Tiger Street‘ (1951), ‚A Blaze of Roses‘ (auch unter dem Titel ‚The Fire-Raiser‘, 1952), ‚The Passion and the Pity‘ (1953), ‚The Big Pick-Up (1955), ‚Squadron Airborne‘ (1955), ‚Gale Force‘ – ‚Windstärke 10‘ (1956), ‚The Killing Ground‘ (1956), ‚The Pillars of Midnight‘ – ‚Die nackten Seelen‘ (1957), ‚Dream of Death‘ (1958), ‚Silhouette‘ (1959), ‚The V.I.P. (1959), ‚The Mind of Max Duvine‘ (1960), ‚The Billboard Madonna‘ (1960), ‚The Burning Shore‘ (auch unter dem Titel ‚The Pasang Rung‘) – ‚Flammende Küste‘ (1961), ‚Seven Witnesses‘ (1963), ‚The Flight of the Phoenix‘ – ‚Phönix aus dem Sand‘ (auch unter dem Titel ‚Der Flug des Phönix‘, 1964), ‚Weave a Rope of Sand‘ (1965), ‚The Second Chance‘ (1965), ‚The Shoot‘ (1966), ‚The Freebooters‘ (1967), ‚A Place for the Wicked‘ – ‚Wo die Bösen sich verstecken‘ (1968), ‚Bury Him Among Kings‘ (1970), ‚The Paragon‘ (auch unter dem Titel ‚Night Stop‘) – ‚Agonie im Sandsturm‘ (1975), ‚The Chipmunks of Willow Wood‘ (1975), ‚Blue Jay Summer‘ – ‚Der Sommer des Blauhähers‘ (1977), ‚The Theta Syndrome‘ – ‚Gehirntrauma‘ (1977), ‚The Damocles Sword‘ (1981), ‚The Penthouse‘ (1983), ‚Deathwatch‘ – ‚Todesviren‘ (1984), ‚The Sister‘ (1993), ‚The Flycatcher‘ (1994).

Als Trevor Burgess: ‚A Spy at Monk’s Court‘ (1949), ‚The Mistery of thed Missing Book‘ (1950).

Als Warwick Sott: ‚Image in the Dust‘ (1951), ‚The Domesday Story‘ (auch unter dem Titel ‚Doomsday‘, 1952), ‚Naked Canvas‘ (1954).

Als Caesar Smith: ‚Heat Wave‘ (1957).

Als Roger Fitzalan: ‚A Blaze of Arms‘ (1967).

Als Howard North: ‚Expressway‘ (1973).

Als Lesley Stone: ‚Siren Song‘ (1985), ‚Riviera Story‘ (1987).