(Pseudonym für Alfred Alexander Gordon Clark, 1900-1958)

Geboren im ländlichen Mickleham, Surrey, als dritter Sohn eines selbständigen Wein- und Spirituosenhändlers, studierte Alfred Alexander Gordon Clark Geschichte und Jura am Oxforder New College und wurde 1924 als Anwalt zugelassen. Nach seiner Heirat mit Mary Barbara Lawrence 1933 liess er sich in Cyril Mansions, Battersea, nieder. Neben seiner Tätigkeit als Jurist – er arbeitete in der Londoner Anwaltskanzlei Hare Court und wurde später Richter in Zivilprozessen – verfasste er ein Kinderbuch, ein Theaterstück, einige Kriminalgeschichten und neun vergnügliche Whodunits, wozu er sich des aus seinem Wohnort und seinem Arbeitsplatz zusammengesetzten Pseudonyms Cyril Hare bediente.

Hares Krimihelden sind der vornamenlose Detective Inspector Mallett von Scotland Yard, ein gross gewachsener, schnauzbärtiger Witwer, und Francis Pettigrew, ein facettenreich geschilderter, auch detektivisch tätiger, jedoch nicht sehr erfolgreicher Rechtsanwalt um die sechzig; zwei recht gegensätzliche Figuren, die in ‚Tragödie im Gerichtsaal‘, ‚Mit einer Nadel bloss‘ und ‚Er hätte später sterben sollen‘ gemeinsam auftreten.

In Hares bekanntestem, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs spielendem Krimi ‚Tragödie im Gerichtssaal‘ wird der exzentrische Strafrichter Sir William Barber, der, begleitet von seiner Entourage und seiner Ehefrau Hilda, in Südengland von Gericht zu Gericht zieht, mit seltsamen Geschehnissen konfrontiert, nachdem er in betrunkenem Zustand einen berühmten Pianisten mit dem Wagen angefahren und dessen linke Hand beschädigt hat: Drohbriefe und vergiftete Süssigkeiten werden ihm ins Haus geschickt, dann strömt plötzlich Gas ins Schlafzimmer, seine Frau wird im Dunkeln mit ihm verwechselt und niedergeschlagen – des Richters Leben scheint in Gefahr zu sein. Mallett und Francis Pettigrew, der früher mit Hilda eine Affäre hatte, bekleiden nur kleine, aber doch bedeutende Rollen in diesem charmanten Krimi, der mit einem packenden Finale aufwartet.

Cyril Hare starb wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag in seinem Haus in Box Hill, Surrey, an den Folgen einer Tuberkulose. Er hinterliess seine Frau, einen Sohn und zwei Töchter.

Bibliografie:
Inspector Mallett-Serie: ‚Tenant for Death‘ – ‚Ruhige Wohnung mit eigener Leiche‘ (1937), ‚Death is no Sportsman‘ – ‚Das Geheimnis des Anglers‘ (auch unter dem Titel ‚Der Tod ist nicht fair‘, 1938), ‚Suicide Excepted‘ – ‚Der Fall Dickinson‘ (auch unter dem Titel ‚Selbstmord ausgeschlossen‘, 1939);
Francis Pettigrew-Serie: ‚Tragedy at Law‘ – ‚Tragödie im Gerichtssaal‘ (auch unter den Titeln ‚Tragödie vor Gericht‘ und ‚Das Gericht zieht sich zur Ermordung zurück‘, 1942), ‚With a Bare Bodkin‘ – ‚Mit einer Nadel bloss‘ (auch unter dem Titel ‚Spiel mit dem Tod‘, 1946), ‚When the Wind Blows‘ (auch unter dem Titel ‚The Wind Blows Death‘) – ‚Solo für Lucy‘ (1949), ‚That Yew Tree’s Shade‘ (auch unter dem Titel ‚Death Walks the Woods‘) – ‚Erschlagen bei den Eiben‘ (auch unter dem Titel ‚Das Geheimnis der Mary Rose‘, 1954), ‚He Should Have Died Hereafter‘- ‚Er hätte später sterben sollen‘ (auch unter dem Titel ‚Der Tote von Exmoor‘, 1958);
‚An English Murder‘ (auch unter dem Titel ‚The Christmas Murder‘) – ‚Mord – made in England‘ (1951).