(1905-1985; schrieb auch als L. W. Blanco und Nick Carter)

Der gebürtige New Yorker Lionel White – sein Lebenslauf ist nur fragmentarisch bekannt – arbeitete von 1923 bis 1925 als Polizeireporter in Ohio und von 1925 bis 1951 als Redakteur und Herausgeber einer Zeitschrift, die sich mit wahren Verbrechen befasste, im Zweiten Weltkrieg diente er bei der US Army. 1953 wechselte er den Beruf und verfasste in den folgenden zweieinhalb Jahrzehnten rund drei Dutzend harte und temporeiche – nicht immer den Gesetzen der Logik folgende – Kriminalromane, alles Einzelwerke, in denen zumeist Verbrecher im Mittelpunkt stehen (in der ‚New York Times‘ wurde der Autor einst als „Master of the big caper“ bezeichnet, und Tarantino liess sich offenbar durch White für seinen Film ‚Reservoir Dogs‘ inspirieren).

Whites bekannteste Romane sind ‚Poker mit dem Satan‘ aus dem Jahre 1954, ‚Totenschein im Handgepäck‘, 1955 herausgekommen und ein Jahr später von Stanley Kubrik unter dem Titel ‚Killing‘ verfilmt, und ‚The Big Caper, ebenfalls 1955 erschienen,

‚Poker mit dem Satan‘ erzählt von Lieutenant Marty Ferris von der New Yorker Mordkommission, einem unbeugsamen, ungemein fähigen Ermittler, der die Seiten wechselt, als er von einem Kollegen Hinweise erhält, dass seine schöne Frau Fern ihn belogen und betrogen hat – er plant ihre Ermordung.

In ‚Totenschein im Handgepäck‘ will der kürzlich aus dem Gefängnis entlassene Berufsverbrecher Johnny Clay die prall gefüllte Kasse einer Pferderennbahn erbeuten. Der Plan ist gut, doch bei der Wahl seiner Helfer – vier kleinbürgerliche Typen mit Geldsorgen, aber ohne jegliche kriminelle Erfahrung – greift Clay arg daneben.

White starb mit 80 Jahren in Asheville, North Colorado.

Bibliografie:

‚The Snatchers‘ – ‚Der Todesschrei im Morgengrauen‘ (1953), ‚To find A Killer‘ (auch unter dem Titel ‚Before I Die‘) – ‚Poker mit dem Satan‘ (1954), ‚Love Trap‘ (1955), ‚The Big Caper‘ (1955), ‚Clean Break‘ (auch unter dem Titel ‚The Killing‘) – ‚Totenschein im Handgepäck‘ (auch unter dem Titel ‚Der Millionencoup‘, 1955), ‚Flight into Terror‘ – ‚Flucht in den Schrecken‘ (auch unter dem Titel ‚Flucht in die Gefahr‘, 1955), ‚Operation – Murder‘ (1956), ‚The House Next Door‘ – ‚Das Haus nebenan‘ (1956), ‚Right for Murder‘ (1957), ‚Hostage for a Hood‘ (1957), ‚Death Takes the Bus‘ – ‚Requiem in Manhattan‘ (1957), ‚Too Young to Die‘ (1958), ‚Coffin for a Hood‘ – ‚Wer von uns ist morgen dran?‘ (1958), ‚Invitation to Violence‘ – ‚Heisser Schmuck‘ (1958), ‚The Merriwether File‘ – ‚Mörder unter sich‘ (1959), ‚Rafferty‘ (1959), ‚Run Killer, Run‘ (1959), ‚Lament for a Virgin‘ (1960), ‚Steal Big‘ – ‚Der grosse Job‘ (1960), ‚The Time of Terror‘ – ‚Terror‘ (1960), ‚Marilyn K‘ (1960), ‚A Grave Undertaking‘ – ‚Das Bestattungsinstitut‘ (1961), ‚A Death at Sea‘ (1961), ‚Obsession‘ – ‚Kein Weg zurück‘ (1962), ‚The Money Trap‘ – ‚Manche mögen Mord‘ (1963), ‚The Ransomed Madonna‘- ‚Lösegeld für eine Madonna‘ (1964), ‚The House on K Street‘ – ‚Gefährliche Nachbarn‘ (1965), ‚A Party to Murder‘ – ‚Die Weihnachtsparty‘ (1966), ‚The Night of the Rape‘ – ‚Die Nacht der Gewalt‘ (1967), ‚The Crimshaw Memorandum‘ – ‚Die 100 Dollar Stimme‘ (1967), ‚Hijack‘ – ‚Mit Vollgas ins Verderben‘ (1970), ‚Death of a City‘ – ‚Die schwarzen und die weissen Ratten‘ (1970), ‚A Rich and Dangerous Game‘ – ‚Die Todesfahrt‘ (1974), ‚The Mexico Run‘ – ‚Giftige Träume‘ (1974), ‚Jailbreak‘ (1976), ‚The Walled Yard‘ (1978).

Als L.W. Blanco: ‚Spykill‘ (1966).

Als Nick Carter: ‚The Mind Prisoners‘ (gemeinsam mit Valerie Moolman, 1966).