(1948-2008)

Geboren und aufgewachsen in der bayerischen Stadt Augsburg, absolvierte Frieder Faist eine Lehre als Industriekaufmann und Lochkartentabellierer und war nach dem Zivildienst als kaufmännischer Angestellter und Verwaltungsangestellter tätig. Um 1980 herum betrieb er eine Kneipe in Augsburg. Ab 1980 widmete er sich hauptberuflich dem Schreiben von Romanen und Hörspielen. 1981 gab er das Buch ‚Reden kann ich nicht, wenn es mir schlecht geht‘ heraus, eine Sammlung von Gedichten und Geschichten ehemaliger Drogenabhängiger. Darüber hinaus schrieb er regelmässig Beiträge für das legendäre Haffmans-Magazin ‚Der Rabe‘. Faist starb 60-jährig in seiner Heimatstadt, in der er als überzeugter Regionalist fast sein ganzes Leben verbracht hatte.

Faists bekanntestes Prosawerk ‚Schattenspiele. Ein Kriminalroman aus deutscher Provinz‘ ist ein origineller Krimi, aber auch eine schön gemachte Persiflage auf einen verfilzten Kulturbetrieb. Der Roman handelt von dem arbeitslosen, in einer namenlosen Kleinstadt lebenden Schriftsetzer und frisch gebackenen Amateurdetektiv Max Escher, der sich auf die Suche nach dem Autor des geheimnisvollen, in der Zeit der Wirtschaftswunderjahre spielenden und vor über zehn Jahren, 1968, im Eigenverlag publizierten Romans ‚Schattenspiele‘ begibt. Unterstützt wird er durch den dichtenden Studenten Joschi Ost, der die avantgardistische Literaturzeitschift ‚Sackgasse‘ herausgibt. In weiteren Rollen: Die mächtige Verlegerfamilie Poschinger, der schwülstige Heimatdichter und Poschinger-Biograf Joseph Balthasar Riedl, nach dem ein – ausschliesslich bedeutungslosen und reaktionär gesinnten Autoren vorbehaltener – Literaturpreis benannt ist, das Ehepaar Knapp (Joachim, der Anwalt, und Gisela, die talentfreie Kinderbuchautorin), ferner Answald Kiefer, Studienrat und ambitionierter Freizeitdichter, sowie seine Frau Annerose, Inhaberin von „Anneroses Art Atelier“ – und der ganze lokale Klüngel. Als Max Escher nach beschwerlichen Recherchen das Buch ‚Schattenspiele‘ endlich in der Hand hält, wird er zusammengeschlagen.

Wie auch in den drei nachfolgenden Krimis glänzt Faist in seinem Erstling mit leichtfüssiger Schreibweise, sprachlicher Ausdruckskraft und feinem Gespür für Figuren, Milieus und Dialoge.

Bibliografie:

‚Schattenspiele‘ (1984), ‚Ehrensache‘ (1993), ‚Doppelt oder tot‘ (1995), ‚Einer will’s gewesen sein‘ (1997).