(1928-2002; schrieb auch als Pierre Signac)

Pierre Siniac wurde als Sohn eines Schuhmachers und einer Kostümverleiherin in Paris geboren und wuchs in höchst bescheidenen Verhältnissen auf. Er verliess die Grundschule mit vierzehn und besuchte verschiedene Berufsschulen, blieb jedoch ohne Abschluss. Danach zog er durch Frankreich und hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Es folgten einige Jahre bei verschiedenen kleinen Theatertruppen, für die er als Autor, Regisseur, Hilfsdekorateur und administrativ tätig war.

1958 debütierte Siniac als Krimiautor, 1967 machte er das Schreiben zum Hauptberuf. Von 1971 bis 1982 veröffentlichte er sieben Romane um das einzigartige Gespann bestehend aus dem Schlawiner Luj Inferman‘ und der geradezu monströsen Gestalt La Cloducque. Danach schrieb er vorwiegend fantastische Kriminalromane. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre zurückgezogen in Aubergenville, einem ländlichen Dorf in der Nähe von Paris, und starb dort im Frühling 2002, seine Leiche wurde jedoch erst nach mehreren Wochen von seinen Nachbarn aufgefunden.

Pierre Siniac war einer der innovativsten Schöpfer von frankophoner Spannungsliteratur des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine produktivste Phase erlebte er in den 70er- und 80er-Jahren. Im deutschsprachigen Raum ist er bis heute weitgehend unbekannt geblieben.

‚Todesreigen‘, der zweite seiner drei ins Deutsche übersetzten Romane, spielt auf einer namenlosen gottverlassenen Insel. Im Mittelpunkt stehen zwei abgebrühte Verbrecher, die es auf ein Paket Heroin im Wert von 1.2 Millionen Dollar abgesehen haben und sich Tag und Nacht belauern. In wichtigen Nebenrollen: eine tickende Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg und eine Schar gefrässige Haie, die die Insel umkreisen.

Bibliografie:

‚Les Morfalous‘ (1968), ‚Le Casse-route‘ (1969), ‚La Nuit des Auverpins‘ (auch unter dem Titel ‚La Nuit des flingueurs‘, 1969′), ‚Les Monte-en-l’air sont là‘ (1970), ‚L’Increvable‘ – ‚Der Unverwüstliche‘ (1970), ‚Deux pourris dans l’île‘ – ‚Todesreigen‘ (‚1971), ‚Les Sauveurs suprêmes‘ (1971), ‚Si jamais tu m’entubes‘ (1974), ‚Les Congelés‘ (1974), ‚L’Or des fous‘ (auch unter dem Titel ‚Sous l’aile noire des rapaces‘, 1975), ‚Le Tourbillon‘ (1975), ‚L’Orchestre d’enfer‘ (1977), ‚L’Epinglage‘ (1980), ‚Aime le Maudit‘ (auch unter dem Titel ‚Vampir’s Club‘, 1980), ‚Femmes blafardes‘ (1981), ‚La Câline inspirée‘ (1981), ‚Un assassin, ca va ca vient‘ – ‚Ein Mörder kommt, ein Mörder geht‘ (1981), ‚Comment tuer son meilleur copain‘ (1981), ‚Bazar bizarre‘ (1982), ‚La Tenue léopard‘ (1983), ‚Charenton non-stop‘ (1983), ‚Ras le Casque‘ (1984), ‚Les Enfants du père Eddy‘ (1984), ‚Carton blème‘ (auch unter dem Titel ‚Coupes sombres‘, 1985), ‚L’Affreux joujou‘ (1985), ‚La Femme au cigare‘ (1986), ‚Des amis dans la police‘ (1989), ‚Sombres soirées chez madame Glauque‘ (1989), ‚Mystère en coup de vent‘ (1990), ‚Les Mal-lunés‘ (1995), ‚Démago Story‘ (1996), ‚Ferdinand Céline‘ (1997), ‚Le Mystère de la Sombre Zone‘ (1999), ‚De l’horrifique chez les tarés‘ (2000), ‚Bon cauchemar, les petits‘ (2001), ‚Le Crime du dernier métro‘ (2001), ‚La Course du hanneton dans une ville détruite ou La Corvée de soupe‘ (2006);

Luj Inferman‘ & La Cloducque-Serie: ‚Luj Inferman‘ et La Clodique‘ (1971), ‚Les 401 coups de Luj Inferman“ (1972), ‚Les 5 milliards de Luj Inferman“ (1972), ‚Lij Inferman‘ dans la jungle des villes‘ (1979), ‚Pas d’ortolans pour La Cloducque‘ (1979), ‚Lui Inferman‘ chez les poulets‘ (1980), ‚Luj Inferman‘ ou Macadam-Clodo‘ (1982).

Als Pierre Signac: ‚Illégitime défense‘ (1958), ‚Bonjour cauchemar‘ (1959), ‚Monsieur cauchemar‘ (1960).