(Pseudonym für Alain Fournier, 1947-2004; nannte sich auch Alain Camille und Arnold Fouquet)

Geboren in Tours als Sohn eines Sozialisten und Enkel eines Kommunisten, ging A.D.G. (bürgerlich: Alain Fournier; das Pseudonym konnte lange Zeit nicht gelüftet werden) als 12-Jähriger aus Protest gegen sein Elternhaus auf eine französische Militärschule, von der er wegen disziplinarischer Vergehen nach drei Jahren verwiesen wurde. Daraufhin arbeitete er als Küchenjunge und Bankangestellter, ehe er einen Handel mit antiken Waffen und seltenen Büchern aufzog.

1968 kam A.D.G. in Kontakt mit dem einer rechtsgerichteten literarischen Vereinigung vorstehenden Michel-Georges Micberth und war kurz als Herausgeber der Zeitschrift der Gruppe tätig. 1971 debütierte er als Krimiautor. Darüber hinaus arbeitete er als Journalist und schrieb Dialoge für das französische Fernsehen. 1981 liess er sich in der französischen Kolonie Neukaledonien nieder. Dort gab er die Zeitschrift ‚Combat calédonien‘ heraus, die gegen die Unabhängigkeit Neukaledoniens eintrat. 1991 kehrte er nach Frankreich zurück, wo er für verschiedene rechtslastige Zeitungen arbeitete. Er starb 57-jährig in Paris.

A.D.G zählte Anfang der 70er-Jahre – zusammen mit seinem politischen Antipoden Jean-Patrick Manchette – mit seinen harten, schnörkellosen Krimis zu den Begründern des Néopolar. 1977 startete er die neunteilige, zum Teil in Frankreich, zum Teil in Neukaledonien spielende Serie um den jungen royalistischen Anwalt Pasal Delcorix aus Tours und dessen besten Freund, den versoffenen Anarchisten und Journalisten Serguieï Djerbitskine, genannt „Machin“, der im posthum erschienenen Krimi ‚J’ai déjà donné‘ ums Leben kommt. In den 90er-Jahren geriet der Autor ins literarische Abseits.

2003, nach fünfzehn Jahren Schreibpause, kehrte A.D.G. mit seinem 19. Krimi ‚Kanguroad Movie‘ zurück. Im Zentrum der actiongeladenen, im australischen „never-never Land“ spielenden Geschichte steht der irisch-stämmige Ich-Erzähler Paddy O’Flaherty, ein ehemaliger Fallschirmspringer, der gemeinsam mit dem Aborigine Pickwick-Pickwick Kadigbaku im Outback als Ranger tätig ist. Eines Nachts stossen die beiden Männer auf fünf Mordopfer, einen Eingeborenen und vier Weisse – einzig die etwas undurchsichtige Schweizer Biologin Anais Unger hat das Massaker überlebt. Als Paddy unter Tatverdacht gerät, geht er dem Verbrechen selbst auf den Grund.

Bibliografie:

‚La divine surprise‘ (1971), ‚Les Panadeux‘ (1971), ‚La marche truque…‘ – ‚Flucht ist nichts für Träumer‘ (1972), ‚La nuit des grands chiens malades‘ (auch unter dem Titel ‚Quelques messieurs trop tranquilees‘) – ‚Die Nacht der kranken Hunde‘ (1972), ‚Cradoque’s Band‘ (1972), ‚Les trois badours‘ (1972), ‚Berry Story‘ (1973), ‚Notre frère qui êtes odieux…‘ (1974), ‚Je suis un roman noir‘ (1974), ‚L’ôtage sans pitié‘ (1976), ‚Kangouroad Movie – ‚Kanguroad Movie‘ (2003), ‚Papiers gommés‘ (2008);

Pascal Delcroix & Machin-Serie : ‚Le Grand Môme‘ (1977), ‚Juste un rigolo‘ (1977), ‚Pour venger Pépère‘ (1980), ‚Balles nègres‘ (1981), ‚On n’est pas des chiens‘ (1982), ‚Joujoux sur le caillou‘ (1987), ‚Les billets Nickelés‘ (1988), ‚C’est la bagne!‘ (1988), ‚J’ai déjà donné‘ (2007).