(Pseudonym für Richard Henry Sampson, 1896-1973)

Richard Henry Sampson, geboren in London, wurde an der Rugby School in Warwickshire ausgebildet. Sein eigentlich bereits feststehendes Studium in Cambridge fiel wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs ins Wasser, und Sampson verbrachte die folgenden drei Jahre auf französischen Schlachtfeldern. Zurück in England war er lange Jahre als Buchhalter tätig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er noch einmal in den Militärdienst eingezogen, nach einem Jahr jedoch altershalber ausgemustert. Danach arbeitete er bis 1955 als Buchprüfer bei der britischen Marine.

Tief beeindruckt von Francis Iles‘ ‚Aforethought‘, unter dem Pseudonym Richard Hull, verfasste Sampson in einer ersten, von 1934 bis 1941 dauernden Periode während seiner Freizeit neun vergnügliche, mit viel schwarzem Humor erzählte Krimis. Sie drehen sich jeweils um eine niederträchtige Figur, die es – getrieben von Profitsucht – darauf anlegt, einer anderen Person Schaden zuzufügen bzw. diese zu ermorden.

In Hulls erstem und bekanntestem Krimi ‚Der Mord an meiner Tante‘ beschliesst der snobbistische Intellektuelle Edward Powell, ein fetter, fauler, nichtsnutziger Bengel, seine begüterte Tante Mildred, mit der er aus finanziellen Gründen in der Nähe des fiktiven walisischen Dorfes Llwll leben muss, aus purem Eigennutz um die Ecke zu bringen, begeht jedoch den fatalen Fehler, Mildreds Cleverness arg zu unterschätzen.

Eine besonders widerwärtige Gestalt spielt in ‚My Own Murderer‘ den Bösewicht, sein Name lautet – Richard Henry Sampson. Und auch ein Buchprüfer findet sich unter Hulls Schurken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schlug der Autor einen weitaus ernsteren Tonfall an, was seinen sechs folgenden Krimis nicht besonders gut bekam. 1953, zwanzig Jahre vor seinem Tod, stellte der eingefleischte Junggeselle die Schreibmaschine endgültig in die Ecke.

Bibliografie:
‚The Murder of My Aunt‘ – ‚Der Mord an meiner Tante‘ (auch unter dem Titel ‚Ich grub eine tiefe Grube‘, 1934), ‚Keep It Quiet‘ – ‚Es bleibt unter uns‘ (1935), ‚Murder Isn’t Easy‘ (1936), ‚The Ghost It Was‘ (1936), ‚The Murders of Monty‘ (1937), ‚Excellent Intentions‘ (auch unter dem Titel ‚Beyond Reasonable Doubt‘, 1938), ‚And Death Came, Too‘ (1939), ‚My Own Murderer‘ (1940), ‚The Unfortunate Murderer‘ (1941), ‚Left Handed Death‘ (1946), ‚Last First‘ (1947), ‚Until She Was Dead‘ (1949), ‚A Matter of Nerves‘ (1950), ‚Invitation to an Inquest‘ (1950), ‚The Martineau Murders‘ (1953).

++ Erstellt: Oktober 2011 ++