(Pseudonym für Frank E. Smith, 1919-1984; schrieb auch als Jennifer Hale, Elston Barrett, Grant Colby, Fletcher Hill, John Creighton, Carl Jacobi und Dave Sands)

Frank E. Smith kam in Santa Barbara, Kalifornien, zur Welt und wuchs dort und in Kansas City auf, wo er 1936 sein Studium abschloss und danach als Büroangestellter und Journalist tätig war. Anfang der 40er-Jahre arbeitete er als Research Analyst für die Navy und danach, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, für den Generalstab sowie als Berater von Präsident Truman an der Potsdamer Konferenz. 1952 liess er sich in New York City nieder, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1959 verlegte er seinen Wohnsitz in die Kleinstadt New Port Richey im Westen Floridas. Er gehörte dort zum Kreis der Krimiautoren Day Keene, Gil Brewer, Harry Whitington und Talmage Powell, die sich die Nächte mit Bechern und Pokern um die Ohren schlugen.

Unter dem Pseudonym Jonathan Craig verfasste Frank E. Smith vierzehn Krimis sowie Dutzende Kurzgeschichten, die in bedeutenden Gefässen wie ‚Manhunt‘ und ‚Black Mask‘ abgedruckt wurden. Als Jennifer Hale bediente er die Anhänger der Gothic Novel, und unter mehreren Pseudonymen gab er ungezählte Westernromane heraus.

Craigs wichtigste Krimifiguren sind der erfahrene Cop Pete Selby (Ich-Erzähler) und sein jüngerer Partner Stan Rayder von der New Yorker Mordkommission, zwei integre, etwas farblose Fahnder, die vorwiegend in Greenwich Village auf der Piste sind. Die schnörkellosen, mit präzisen Schilderungen der Polizeiarbeit gespickten Geschichten beginnen in der Regel damit, dass eine schöne Frau ermordet aufgefunden wird. ‚Der Tod im Nacken, der erste Band des Zehnteilers, kam 1955 heraus, zwei Jahre bevor Ed McBain die legendären Cops des 87. Polizeireviers zum Leben erweckte.

Craigs bester Krimi ist das Einzelwerk ‚Gewalt und Gesetz‘ (‚Renegade Cop‘) aus dem Jahr 1954 mit Lieutenant Steve Lambert als Hauptperson, einem niederträchtigen, habgierigen, das Gesetz auf seine ureigene Weise interpretierenden Senkrechtstarter der Kriminalpolizei einer Riverton genannten Grossstadt (gemeint ist vermutlich New York City) – Einschüchterung, Machtmissbrauch, Erpressung und Fälschung von Beweismaterial sind seine bevorzugten Arbeitsmethoden. Als Lambert der umwerfend schönen Frau eines vermutlich unschuldig in Untersuchungshaft schmorenden Mannes sexuell verfällt, ist es geschehen um seine Selbstkontrolle – er wird zum „Renegade Cop“, zum abtrünnigen Polizisten.

Bibliografie (nur Krimis):

Pete Selby & Stan Rayder-Serie: ‚The Dead Darling‘ – ‚Den Tod im Nacken‘ (1955), ‚Morgue for Venus‘ – ‚Tod für Venus‘ (1956), ‚The Case of the Beautiful Body‘ – ‚Als es Morgen wurde‘ (1957), ‚Case of the Cold Coquette‘ – ‚Callgirls weinen nicht‘ (auch unter dem Titel ‚Mr. Macklins zweites Leben‘, 1957), ‚Case of the Peticoat Murder‘ – ‚Drei tödliche Tage‘ (1958), ‚Case of the Nervous Nude‘ – ‚Das nackte Mädchen‘ (1959), ‚Case of the Village Tramp‘ (1959), ‚Case of the Laughing Virgin‘ (1960) ‚Case of the Silent Stranger‘ (1964), ‚Case of the Brazen Beauty‘ – ‚Anruf bei Nacht‘ (1966);

Einzelwerke: ‚Red-headed Sinners‘ – ‚Blutiger Nebel‘ (1953), ‚Renegade Cop‘ (auch unter dem Titel ‚Alley Girl‘) – ‚Gewalt und Gesetz‘ (1954), ‚So Young, So Wicked‘ – ‚Sein letzter Mord‘ (1957), ‚Come Night, Come Evil‘ – ‚Nur auf Bewährung‘ (1957).