(Pseudonym für Jonathan Escott, 1922-1987)

Jonathan Escott, geboren und aufgewachsen in London, war ein beliebter Unterhaltungskünstler – Schauspieler, Komiker und Sänger in einer Big Band -, ehe er mit 54 Jahren eine schriftstellerische Laufbahn einschlug.

Zehn seiner sechzehn (mit einer Ausnahme unter dem Pseudonym Jack S. Scott publizierten) schwarzhumorigen Krimis drehen sich um den englischen Kleinstadtpolizisten Detective Inspector Alf Rosher, eine prägnant gezeichnete Figur, deren Arbeit sorgfältig und realistisch beschrieben ist. Rosher, seit 26 Jahren mit einer fett gewordenen Frau verheiratet, widmet sein ganzes Leben dem Beruf, ohne darin sonderlich zu brillieren. Er ist ein recht unsympathischer, von Vorurteilen geleiteter, sich bei Beförderungen stets übergangen fühlender Zeitgenosse, der im Fortgang der Reihe jedoch an menschlichem Format gewinnt.

‚Inspektor aus Leidenschaft‘, der erste Band der Reihe, sticht hervor. Er befasst sich einerseits mit seltsamen „Unfällen“ in einem Altersheim – Alice Baddow, die Tante eines einflussreichen Stadtrats (ihres Alleinerben), ist das neuste Opfer – und andererseits mit dem Privatleben von Roshers Untergebenem Sergeant Johnnie Howes, einem jungen, eigentlich glücklich mit Madge verheirateten Mann, der die psychisch labile Journalistin Janie Vincent geschwängert hat – und diese will ihn jetzt für sich allein haben.

Scotts bester Krimi ist der (kurz vor dem ersten Band der Alf Rosher-Serie erschienene) Standalone ‚Der Bastard hiess Bristow‘. Es ist die Geschichte des charmanten, aber charakterschwachen Tiefkühltruhen-Vertreters Lenny Bristow, der sein Glück kaum fassen kann, als sich eine neue Kundin – die reiche und unsichere, von ihrem zwanzig Jahre älteren Mann arg vernachlässigte Jennifer Pilbeam – hoffnungslos in ihn verliebt. Er gibt ihr guten Sex, sie revanchiert sich mit wertvollen Geschenken. Eines Tages kommt der gehörnte Ehemann früher als erwartet nach Hause, erwischt das Paar beim Schäferstündchen, und in der Not zertrümmert Bristow ihm den Schädel. Wohin mit der Leiche? Die neue, enorm geräumige Tiefkühltruhe bietet sich als Versteck an – und dann soll es so schnell wie möglich nach Südamerika gehen; ohne Jennifer, derer er inzwischen überdrüssig geworden ist.

Bibliografie:

Detective Inspector Alf Rosher-Serie: ‚The Poor Old Lady’s Dead‘ – ‚Inspektor aus Leidenschaft‘ (auch unter dem Titel ‚Tod einer alten Dame‘, 1976), ‚The Shallow Grave‘ – ‚Kein Grab für Ellie Beavis‘ (1977), ‚A Clutch of Vipers‘ – ‚Den machen wir fertig!‘ (1979), ‚The Gospel Lamb‘ – ‚Das Werkzeug‘ (1980), ‚A Distant View of Death‘ (auch unter dem Titel ‚The View from Deacon Hill‘) – ‚Mit eigenen Augen‘ (1981), ‚An Uprush of Mayhem‘ – ‚Kein Lorbeer für Rosher‘ (1982), ‚The Local Lads‘ – ‚Die Lokalmatadore‘ (1982), ‚All the Pretty People‘ – ‚Teuflisch nette Leute‘ (1983), ‚A Death in Irish Town‘ – ‚Tod in Irish Town‘ (1984), ‚A Knife Between the Ribs‘ (1986);

Chief Inspector Peter Parsons-Romane: ‚A Time of Fine Weather‘ (1984), ‚A Little Darling, Dead‘ (1985);

Einzelwerke: ‚A Better Class of Business‘ (auch unter dem Titel ‚The Bastard’s Name Was Bristow‘) – ‚Der Bastard hiess Bristow‘ (1976), ‚A Walk in Dead Man’s Wood‘ (1978), ‚Corporal Smithers, Deceased‘ (1983).

Als Jonathan Escott: ‚Landfall in Sefton Carey‘ (1976).