(1927-1999; schrieb auch als Steve Dodge)

Stephen D. Becker kam in Mount Vernon, New York, als Sohn eines Apothekers zur Welt und wuchs in Yonkers, New York, auf. Nach dem von 1943 bis 1947 in Harvard absolvierten Studium lebte er  1947/48, kurz vor der kommunistischen Machtübernahme, in Peking, wo er seine Frau Mary heiratete und an der Universität Yenching in Peking unterrichtete.  Nach kurzem Aufenthalt in Frankreich kehrte er Anfang der 50er-Jahre mit seiner Frau und den drei Kindern in die USA zurück und begann (neben seiner akademischen Tätigkeit) zu schreiben. Sein Werk enthält ein bedeutendes Sachbuch über komische Kunst in Amerika (‚Comic Art in America‘, 1959), Biografien, Kurzgeschichten und elf historische Spannungsromane, die zwischen 1951 und 1987 erschienen sind. Darüber übersetzte er vierzehn Romane vom  Französischen ins Englische (u.a. jene von André Malraux). Nach Stationen in New York State, Massachsetts und auf den Britisch Virgin Islands liess er sich 1986 mit seiner Frau in Florida nieder und lehrte sechs Jahre an der University of Central Florida in Orlando. Er starb vier Tage vor seinem 72. Geburtstag.

Im Zentrum von Beckers Prosa steht die so genannte (teilweise auf eigenen Erlebnissen gründende) Fernost-Trilogie, mit dem zweiten Band ‚Der letzte Mandarin‘ als Höhepunkt. Er spielt im bitterkalten, von Maos Truppen belagerten Peking der Jahreswende 1948/49 (neun Monate vor der Gründung der Volksrepublik China). Der in Japan geborene Amerikaner Jack Burnham, Elektroingenieur, Frauenheld und Major a.D., trifft mit dem Auftrag, den berüchtigten japanischen Kriegsverbrecher Major Kanamori Shoichi (Massaker von Nanking!) aufzuspüren und der Todesstrafe zuzuführen, in Peking ein. Er knüpft Kontakte, kreist den Gesuchten ein, doch schnell wird ihm klar, dass mehr hinter dem Auftrag steckt als blosse Rache. Ein nervenaufreibendes Spiel von Flucht und Verfolgung nimmt seinen Gang. Und Burnham findet die Liebe in der Person der Kinderärztin Nien Hao-Ian.

In deutschen Übersetzungen gibt es ferner ‚Mit dem Tod einen Bund. Roman um ein verhängnisvolles Urteil‘ (er kreist um einen Mord im amerikanischen Südwesten des Jahres 1923), ‚Leben und leben lassen‘ (ein Bericht über die Abenteuer des amerikanischen Arztes Benjamin Beer im Zweiten Weltkrieg und im Koreakrieg) und ‚Rendezvous in Haiti‘ (mit einem US-Marine, der im Haiti des Jahres 1919 gegen eine Rebellentruppe kämpft).

Bibliografie:

Fernost-Trilogie: ‚The Chinese Bandit‘ – ‚Der chinesische Bandit‘ (1975), ‚The Last Mandarin‘ – ‚Der letzte Mandarin‘ (1979), ‚The Blue-Eyed Shan‘ – ‚Der Shan‘ (1982);

‚The Season of the Stranger‘ (1951), ‚Shanghai Incident‘ (zuerst als Steve Dodge, 1955), ‚Juice‘ (1958), ‚A Covenant with Death‘ – ‚Mit dem Tod einen Bund‘ (1964), ‚The Outcasts‘ (1967), ‚When the War is Over‘ (1969), ‚Dog Tags‘ – ‚Leben und leben lassen‘ (1973), ‚Rendezvous in Haiti‘ – ‚Rendezvous in Haiti‘ (1987).