(*1967)

Geboren in Downers Grove, Illinois, studierte David Ellis Jura an der University of Illinois mit einem Abschluss an der Northwestern University Law School 1993. Danach arbeitete als Anwalt mit Schwerpunkt Verfassungsrecht, eine Zeit lang auch als juristischer Berater für den demokratischen Sprecher des Repräsentantenhauses von Illinois. 2014 wurde er zum Richter des Appellationsgerichts Illinois ernannt. Sein nebenberuflich verfasster Krimi ‚Line of Vision‘ erhielt 2002 den Edgar Award für den besten ersten Roman. David Ellis lebt mit seiner Frau, der Anwältin Susan Nystrom, und den gemeinsamen drei Kindern im Grossraum Chicago.

In seinen elf Spannungsromanen erweist sich Ellis als Meister des verschlungenen, mit verblüffenden Wendungen und eindrucksvoll gezeichneten Charakteren aufwartenden Plots. „I always beginn with the character. Once I’ve created an enigmatic character, I dig into how they became who they are, their background, their upbringing. Invariably, their back story, their dark secrets, become part of the plot.“ Besonders gut ist ihm dies in ‚Die Schuldigen‘ und ‚Im Namen der Lüge‘ gelungen.

Der geschiedene Rechtsanwalt Jon Soliday ist Ich-Erzähler in Ellis‘ zweitem Roman ‚Die Schuldigen‘. Er waltet als Chefberater seines langjährigen Freundes Senator Grant Tully, der sich im Wahlkampf um den Posten des Gouverneurs von Illinois befindet. Die Aussichten des demokratischen Politikers sind intakt, bis mehrfaches Unheil auf sein Team niederprasselt: Jon Solidays Stellvertreter Bennett Carey erschiesst in seinem Apartment einen nächtlichen Einbrecher in der Annahme, dass dieser ihn umbringen will. Jon selbst wird mit einer üblen Sache erpresst, in die er vor zwanzig Jahren als Teenager verwickelt war. Und dann stellt man ihm eine Falle, die ihm den Kopf kosten könnte. Am Schluss der sorgfältig konstruierten, von Ränkespielen und unerwarteten Wendungen geprägten Geschichte dreht der Autor eine atemberaubende Pirouette.

Allison Pagone, erfolgreiche Krimiautorin, ehemalige Anwältin und geschiedene Mutter der zwanzigjährigen Jessica, steht im Mittelpunkt des Krimis ‚Im Namen der Lüge‘. Sie wird des Mordes an ihrem Liebhaber, dem Lobbyisten Sam Dillon, angeklagt, und ihr droht die Todesstrafe. Als sie im ersten Kapitel erschossen im Badezimmer aufgefunden wird, weisen die Umstände auf Selbstmord hin. Jetzt kommt die FBI-Agentin Jane McCoy ins Spiel, denn Sam und sein Geschäftspartner Mateo Pagone, Alisons Ex-Mann, waren in einen Bestechungsskandal verstrickt. Weitere bedeutende Figuren sind der junge Pakistaner Ram Haroon – ist er ein islamischer Terrorist oder ein verdeckt operierender Agent der amerikanischen Geheimdienste? -, der undurchsichtige Reporter Larry Evans sowie der kokain- und spielsüchtige Wissenschaftler Doktor Lomas – drei Männer, die offenbar ebenfalls ins Fadenkreuz des FBI geraten sind. Nicht zuletzt mit seinem ungewöhnlichen Kunstgriff, den vielschichtigen Roman rückwärts zu erzählen – Ausgangspunkt ist eine denkwürdige, im Epilog kurz beschriebene Begegnung elf Jahre zuvor -, sorgt David Ellis für höchst unterhaltsame Lesestunden.

Biblografie (ohne die vierzehn gemeinsam mit James Patterson veröffentlichten Romane):

Line of Vision‘ (2001), ‚Life Sentence‘ – ‚Die Schuldigen‘ (2003), ‚Jury of One‘ (2004), ‚In the Company of Liars‘ – ‚Im Namen der Lüge‘ (2005), ‚Eye of the Beholder‘ – ‚In Gottes Namen‘ (2007), ‚The Best Lies‘ (2004), ‚Look Closer‘ (2022);

Jason Kolarich-Serie: ‚The Hidden Man‘ – ‚Der Mann in Manhattan‘ (2009, ‚Breach of Trust‘ – ‚Die Anklage‘ (2011), ‚The Wrong Man‘ – ‚Der falsche Mann‘ (2012), ‚The Last Alibi‘ (2013).