5. Oktober 1945 bis 27. Januar 2024
Alfred Komarek, geboren in Bad Aussee im steirischen Salzkammergut, arbeitete bereits während seines (abgebrochenen) Jurastudiums für Zeitungen und Hörfunk, um Geld zu verdienen. Als freier Autor schrieb er Erzählungen, Romane, Feuilletons, Essays, Reiseberichte, Bild-Text-Bände, Liedtexte, TV-Drehbücher und kulturgeschichtliche Sachbücher, ehe er 1998 seinen ersten Krimi herausgab. Früh verwitwet, lebte Komarek in Bad Aussee, in Wien und im niederösterreichischen Weinviertel, wo er seit den 70er-Jahren einen alten Weinkeller mit dazugehörigem Presshaus besass. Der kluge und bescheidene – 2011 mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnete – Verfasser von rund achtzig Büchern starb 78-jährig in Wien.
Komareks Krimiheld in sechs Romanen und zwölf Geschichten, der scharfsinnige Gendarmerie-Inspektor Simon Polt, trinkt, arbeitet und philosophiert in einem (fiktionalen) niederösterreichischen Weindorf an der tschechischen Grenze. Mit der Mentalität der einheimischen Bauern, die den Mund nur auftun, wenn sie sich einen Schluck genehmigen, ist er bestens vertraut, was ihm bei seinen pragmatischen, oft unkonventionellen Ermittlungen sehr zu gute kommt. Dabei geht es ihm weniger darum, den Täter zu entlarven, als dessen Motive zu verstehen. Am Ende des vierten Bandes, nach Unstimmigkeiten mit seinem neuen Vorgesetzten, hängt Polt die ungeliebte Uniform an den Nagel und tritt fortan nur noch als Privatperson und Hobbydetektiv in Erscheinung.