(Pseudonym für Jacques Bain Pearl, 1923-1992; schrieb auch als Stephanie Blake)

Jack Pearl wurde in Richmond Hill, New York, geboren. Nach dem Studium an der Columbia University diente er im Zweiten Weltkrieg drei Jahre bei der Militärpolizei in Afrika, Italien und auf Sizilien. In den 50er-Jahren arbeitete er als Ingenieur, in der Werbung und als Autor und Lektor der Magazine ‚Saga‘ und ‚Climax‘, ehe er das Schreiben hauptberuflich ausübte.

Nach Sachbüchern über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, Biografien der Generale Douglas MacArthur und George Patton, einem Buch über berühmte Luftschlachten des ZweitenWeltkriegs. einer Sammlung von historischen Morden (‚Dangerous Assassins‘, 1965), dem ultrabrutalen Gefängnisroman ‚Stockade‘ (1965) und mehreren Spannungsromanen für Jugendliche verfasste er eine Reihe von Thrillern, Abenteuerromanen und Film-Novellisationen und schliesslich – gemeinsam mit Donald Bain, unter dem Pseudonym Stephanie Blake – romantische Romane, die auf grosse Resonanz stiessen. Jack Earl starb in Nassau County, New York State.

‚Zeit zum Sterben, Zeit zum Töten‘ spielt im prächtigen Wintersportort Aspen, Colorado. An Heiligabend 1970 steht ein Mann mit seiner Präzisionswaffe am Fenster einer Jagdhütte. Er hat zwei Frauen und einen Mann in seiner Gewalt und schiesst wahllos auf Menschen, die sich auf der Skipiste befinden. Das Motiv für den Amoklauf liegt offenbar 25 Jahre zurück, als eine achtköpfige Clique das Ende des Zweiten Weltkriegs feierte. Der Cop Lester Dorn und Sheriff Paul Malone, unterstützt durch den Psychiater Dr. Kendall und den örtlichen Buchhalter Sid Feldman, versuchen verzweifelt, den Heckenschützen zu schnappen – tot oder lebendig. Sie erfahren, dass die acht alten Kumpels in den letzten Jahren untereinander einige Beziehungskrisen durchmachten, den Kontakt jedoch nie ganz abbrechen liessen und die Weihnachtszeit diesesmal gemeinsam in Aspen verbringen. Nicht mehr mit von der Partie ist einzig der Militärkopf Charlie Roche, der nach einer handfesten Auseinandersetzung ins Abseits geraten ist. Mit raschen Perspektivenwechseln und vielen Rückblenden hält der Autor Tempo und Spannung hoch. Darüber hinaus überzeugt er mit stimmiger Figurenzeichnung und einem geschickten Händchen für psychologische Verwicklungen.

‚Stille Nacht mit Zeitzünder‘ ist ebenfalls in der Weihnachtszeit angesiedelt. Unter Randy Millers Führung hält eine Gruppe von militanten Schwarzen mit stets an Feiertagen verübten Bombenattentaten New York in Atem. Aktuelles Ziel ist das Kaufhaus Macy’s. Die Bombe soll in der Nacht hochgehen, denn Miller will keine Menschenleben mehr aufs Spiel setzen. Als den Attentätern bei der Durchführung der politisch motivierten Tat ein schrecklicher Fehler unterläuft, bleiben der Polizei nur sieben Stunden, um die Bombe zu entschärfen. Captain Bender, ein besonnener und routinierter Cop, der beauftragt wird, die Katastrophe zu verhindern, sieht als einzigen Weg eine enge Zusammenarbeit mit Miller, selbst wenn dies für die beiden gegensätzlichen Männer eine nahezu unerträgliche Zerreissprobe bedeutet. ‚Stille Nacht mit Zeitzünder‘: ein harter, schnörkelloser, solide übersetzter rororo-Thriller.

Bibliografie:

‚Robin and the Hoods‘ – ‚7 gegen Chicago‘ (1964), ‚The Yellow Rolls Royce‘ – ‚Der gelbe Rolls Royce‘ (1965), ‚Our Man Flint‘ – ‚Derek Flint schickt seine Leiche‘ (1965), ‚Stockade‘ (1965), ‚The Crucification of Pete McCab‘ – ‚Von allen verlassen‘ (1966), ‚Funny Girl‘ – ‚Funny Girl‘ (1968), ‚A Time to Kill…A Time to Die‘ – ‚Zeit zum Sterben, Zeit zum Töten‘ (1971), ‚Victims‘ – ‚Stille Nacht mit Zeitzünder‘ (1972), ‚The Plot to Kill the President‘ (1972).

Gemeinsam mit dem Cop David Toma: ‚The Airport Affair‘ – ‚Toma und der Airportgangster‘ (1975), ‚The Affair of the Unhappy Hooker‘ – ‚Toma in der Schlangengrube‘ (1976).