(1913-1942)

Geboren in London als Sohn einer Schauspielerin und eines Journalisten, brillierte John Mair bereits als Zwanzigjähriger mit seinen geschliffenen Essays und Literaturkritiken und seinen überragenden rhetorischen Fähigkeiten. Die Freizeit verbrachte der pazifistisch, antikapitalistisch und antifaschistisch gesinnte Exzentriker am liebsten mit Hundewetten, Pokern und stundenlangen, vowiegend nächtlichen Wanderungen mit seiner Frau. Nach dem Dienst bei der britischen Luftwaffe begann er eine Pilotenausbildung, die durch den Zusammenstoss mit einem anderen Flugzeug jäh zu Ende ging. Sein einziger Roman ‚Never Come Back‘ kam ein Jahr vor seinem Tod in die Buchläden und geriet dann rasch in Vergessenheit, bis er Mitte der 80er-Jahre durch den renommierten Krimiautor und -essayisten Julian Symons neu entdeckt wurde.

Im Mittelpunkt des 2021 im Elsinor Verlag unter dem neuen Titel ‚Es gibt keine Wiederkehr‘ (ursprünglich ebendort: ‚Der Übermensch‘, 2014) erschienenen Polit-Thrillers steht der britische Journalist Desmond Thane, ein blasierter, gewissenloser, selbstsüchtiger Bursche um die dreissig, ein ausgebuffter, redegewandter Frauenheld und Überlebenskünstler, der sich für keine Lüge zu schade ist. Sein Verhängnis ist die Affäre mit der undurchsichtigen Dame Anna Raven, die er im Affekt erdrosselt, nicht ahnend, dass sie einer internationalen Geheimorganisation angehört – wir stehen im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Nach vollbrachter Tat entwendet Desmond Annas Notizbuch, das eine verschlüsselte, offenbar hochbrisante Kontaktliste enthält. Auch danach verhält Thane sich derart ungeschickt, dass seine Gegner ihm postwendend auf die Schliche kommen. Sie nehmen ihn gefangen, doch er kann fliehen und setzt nun alles daran, die Verschwörer aus der Reserve zu locken. Versteckspiele, vorgetäuschte Amnesie, Klinikeinweisung, Verfolgungsjagden und erneute Gefangenschaft, dies alles vor dem Hintergrund der deutschen Luftangriffe – John Mair zieht alle Register, um seine wohl nicht immer ernst gemeinte, durch lustige Szenen und Desmonds feingeistige Ergüsse aufgelockerte Geschichte voranzutreiben und den Leser mitzureissen. Das informative Nachwort des Herausgebers Martin Compart wertet den vorzüglich übersetzten Krimi auf.

Bibliografie:

‚Never Come Back‘ – ‚Es gibt keine Wiederkehr‘ (auch unter dem Titel ‚Der Übermensch‘, 1941).