(Pseudonym für Alexandre Biyidi Awala, 1932-2001; schrieb auch als Eza Boto)

Alexandre Biyidi Awala, wurde in Akométan geboren, einem kleinen Dorf in der Nähe der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé, und wuchs auch dort auf. Bereits in der Gymnasialzeit schloss er sich der Unabhängigkeitsbewegung seines Landes an und musste deshalb die Schule wechseln. In den 50er-Jahren studierte er Französische Literatur in Aix-en-Provence und an der Pariser Sorbonne und verfasste unter den Pseudonymen Mongo Beti und Eza Boto Essays, Erzählungen und Romane. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1956 mit dem Roman ‚Der arme Christ von Bomba‘, in dem er auf satirische Weise mit dem Kolonialismus abrechnet, und der in Kamerun sogleich verboten wurde. „Kamerun ist kein demokratisches Land, sondern eine Diktatur, die zudem von Frankreich kontrolliert wird“ – namentlich von der Familie Chirac, die seit der Kolonialzeit den kamerunischen Regenwald besitzt und ausbeutet.

Alexandre Biyidi, aufgrund seines Kampfes für die Demokratie in Kamerun zur Persona non grata erklärt und inhaftiert, konnte 1959 nach Frankreich flüchten und nahm am Lycée Pierre Corneille in Rouen eine Stelle als Literaturlehrer an, die er bis 1994 innehielt. 1978 gründete er mit seiner Frau Odile Tobner die Zeitschrift ’Peuples Noirs – Peuples Africains’, in der er auch seine radikalen Essays und Aufsätze publizierte. Nach 35-jährigem Exil kehrte Biyidi 1994 in seine Heimat zurück und eröffnete in Yaoundé die Buchhandlung ’Librairie des Peuples Noirs’, die sich zu einem wichtigen Treffpunkt der intellektuellen Opposition entwickelte. Alexandre Biyidi, einer der bedeutendsten Autoren Afrikas aller Zeiten, starb 2001 unter mysteriösen Umständen in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Douala.

Unter dem Pseudonym Mongo Beti verfasste Alexandre Biyidi Awala den Spannungsroman ‚Sonne Liebe Tod‘, der als erster Teil einer Trilogie vorgesehen war (der Nachfolgeband ‚Branle-bas en noir et blanc‘ liegt bisher nicht auf Deutsch vor, für den dritten Teil reichte Beti die Zeit nicht mehr). Die vielschichtige, mit grimmigem Humor, aber auch mit Liebe zum eigenen Land aus ständig wechselnden Perspektiven erzählte Geschichte dreht sich um den aufmüpfigen, couragierten Journalisten und Jazz-Liebhaber Zamakwé, genannt Zam, und seinen Freund Eddie, einen mit allen Wassern gewaschenen, aus Frankreich ausgewiesenen „Anwalt“, der keinen einzigen Tag Jura studiert hat und sich mit kleineren Detektivaufträgen über Wasser hält. Jetzt ist Wahlkampfzeit – und bei Zam geht alles schief: Seine CD-Sammlung wird gestohlen, in seiner Wohnung liegt die Leiche einer Unbekannten, Zam selber wird von einem Auto verfolgt, dann fliegt seine Wohnung in die Luft, und seine junge Geliebte Bébète, mit der er eine Beziehung auf Messers Schneide führt, wird verschleppt. Da die Polizei sich keinen Dreck um das Schicksal des Journalisten schert, nimmt er die Ermittlungen, unterstützt durch Eddie, selbst in die Hand – mit bitterem Ende. Oder, wie Mongo Beti auf der letzten Seite schreibt: „Das Schicksal in einer Bananenrepublik ist immer verhängnisvoll, weil das Unglück nie ein Ende hat“.

Bibliografie:

‚Trop de soleil tue l’amour‘ – ‚Sonne Liebe Tod‘ (1999), ‚Branle-bas en noir et blanc‘ (2000).