(*1970)

Geboren in Dublin als Spross einer traditionsreichen Sippe von Bestattungsunternehmern, aufgewachsen an der Seite von drei Brüdern und zwei Schwestern, legte er nach der Collegezeit im Familienbetrieb Hand an. Mitte der 90er-Jahre verfasste er seine ersten Filmdrehbücher, 2006 liess er sich mit seiner Frau Holli und den Kindern Lughnasa, Finnegan und Coco als freier Autor in Melbourne nieder. Sein bisher einziger Roman, ‚Die letzten vier Tage des Paddy Buckley‘, ist in Dublin angesiedelt.

Der 42-jährige Witwer Paddy Buckley (Eva, seine grosse Liebe, ist vor zwei Jahren während der Schwangerschaft an einer Hirnblutung gestorben) gilt gemeinhin als perfekter Bestatter, sein umsichtiger Chef Frank Gallagher lässt denn auch nichts auf ihn kommen. Pflichtbewusst, einfühlsam und kompetent kümmert sich Paddy um die Organisation und den Ablauf der Begräbnisse – bis eines Tages alles aus dem Ruder läuft: Er lässt sich von einer Kundin, der wunderschönen Künstlerin Lucy Wright, deren Mann eben erst gestorben ist, verführen, tröstet sie mit einer heissen Nummer auf dem Ehebett, doch beim Orgasmus bricht sie tot über ihm zusammen. Flink beseitigt er alle Spuren so gut es geht, in der leisen Hoffnung, die Autopsie möge nichts Auffälliges zu tage bringen. durch diesen unverzeihlichen Fauxpas zutiefst erschüttert, überfährt er in der folgenden Nacht aus Versehen einen Fussgänger – keinen Geringeren als den Bruder des gefährlichsten Verbrechers Irlands, Vincent Cullen. Jetzt muss er gleich zwei Menschen beerdigen, an deren Tod er zumindest mitschuldig ist, und dies vor den Augen eines Gangsters, der dafür bekannt ist, jede Lüge sofort zu durchschauen. Wird Paddy die nächsten vier Tage – so lange dauert in Irland eine Beerdigung mit allem Drum und Dran – heil überleben?

Massey erfreut den Leser mit einer herzerwärmenden, schwarzhumorigen Geschichte, streut immer wieder farbige Schilderungen der anspruchsvollen Arbeit des Bestatters ein – etwa: was tun, wenn die falsche Leiche im Sarg liegt, die Angehörigen jedoch darauf bestehen, ein letztes Mal noch Abschied zu nehmen? Darüber hinaus erläutert er umfassend, wie man einen Wolf mit einem Fuchs kreuzt und erst noch das Erbgut eines Deutschen Schäferhundes hinzufügt. Vincent Cullen ist stolzer Besitzer eines derartigen Geschöpfs, das im Showdown eine wichtige Rolle spielt. Und schliesslich gönnt der Autor seinem gebeutelten Helden eine rührende Liebesbeziehung mit Lucys wunderbarer Tochter Birgid – eine Liaison allerdings, die aus naheliegenden Gründen leider keine Erfüllung finden wird.

Bibliografie:

‚The Last Four Days of Paddy Buckley – ‚Die letzten vier Tage des Paddy Buckley‘ (2015).