(*1938; schreibt auch als Jon Barton, William S. Brady, L.J. Coburn, J.B. Dancer, Jon Hart, William M. James, Terry Lennox, James Mann, John J. McLaglen, Thom Ryder, J.D. Sandon und Michael Syson)

John Harvey, geboren in London, studierte am Goldsmith’s College (University of London) und am Hatfield Polytechnic und machte einen Master in American Studies an der University of Nottingham. Von 1963 bis 1975 unterrichtete er an verschiedenen Mittelschulen Englisch und Drama, anschliessend machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf. Von 1980 bis 1986 bekleidete er eine Teilzeitstelle als Dozent für Film und Literatur an der University of Nottingham. Daraufhin lebte der Vater der Zwillinge Tom und Leanne aus erster, geschiedener Ehe der Reihe nach in London, Cornwall und wieder in Nottingham, ehe er sich 2005 mit seiner zweiten Lebenspartnerin Sarah und der dieser Liaison entsprungenen Tochter Molly in London niederliess. Von 1977 bis 1999 leitete er die ‚Slow Dancer Press‘, ein bedeutendes Gefäss für zeitgenössische Lyrik und Kurzgeschichten. Sein umfangreiches und breit gefächertes Werk besteht aus Gedichten, Theaterstücken, Scripts für Radio und Fernsehen sowie aus Scienefiction- und Westernromanen, Krimis und Jugendbüchern.

John Harvey, ein glänzender Stilist und Meister der knappen, präzischen Darstellung von Charakteren und der authentischen Milieuschilderung, zählt zusammen mit Bill James, Reginald Hill, Peter Robinson und Ian Rankin zu den herausragenden Exponenten des britischen Polizeiromans moderner Prägung.

Harveys bekannteste und faszinierendste Krimifigur, der polnisch-stämmige Detective Inspector Charlie Resnick aus Nottingham, wuchtig und grossgewachsen, schlecht gekleidet und melancholisch, ist kinderlos geschieden von Elaine, der er hin und wieder über den Weg läuft und sich dabei jeweils wie ein kleiner Junge vorkommt. Ausserdem ist er ein ausgezeichneter Polizist und, wie sein Erfinder, ein Liebhaber der amerikanischen Jazzmusik (seine Katzen heissen Dizzy, Miles, Bud und Pepper). Bei seiner Arbeit ist er stets auf der Seite der Schwachen, der Ausgebeuteten. Um ihn, seinen Vorgesetzten Superintendent Jack Skelton und sein aus Reg Cossall, Graham Millington, dem Pakistaner Diptak Patel, Mark Divine, Lynn Kellogg und Kevin Naylor bestehenden Team, deren kleines, sorgenvolles Privatleben in kurzen Sequenzen aufschimmert, hat Harvey von 1989 bis 2011 elf vielschichtige, mit lebendigen Dialogen und ironischen Sprüchen gewürzte Romane herausgebracht. 2002 ist zudem ein Sammelband mit den zwölf Resnick-Stories unter dem Titel ‚Now’s the Time‘ erschienen. 2014 beendete der Autor die Reihe mit ‚Darkness, Darkness (Resnick‘s last Case‘). Die zwei ersten Resnick-Krimis und mehrere Stories adaptierte er für das Radio, und auch das Fernsehen interessierte sich für seine Stoffe.

Im zweiten Band ‚Spezialbehandlung‘ soll Resnick eine Serie von Einbrüchen aufklären, verübt von dem sympathischen, unverschämt gut aussehenden Polen Jerzy Grabianski und seinem unmoralischen und habgierigen Kumpel Trevor Grice. Als sich das Opfer des jüngsten Raubüberfalls, die von ihrer Ehe mit dem Filmproduzenten Howard Ray arg frustrierte, schon etwas verblühte Schönheit Maria wie vom Blitz getroffen in Grabianski verknallt und ihm ein Kilo durch ihren Mann gebunkertes Kokain aushändigt, erhält der Fall eine neue Dimension. Auch auf privater Ebene tut sich etwas: Resnick will sein Haus, das ihn stets an seine gescheiterte Ehe erinnert, zu Gunsten einer Wohnung loswerden, und Skeltons halbwüchsige Tochter wird beim Ladendiebstahl erwischt und experimentiert mit Drogen.

‚Tiefe Schnitte‘ spielt im Umfeld des grössten Krankenhauses der Stadt. Ein Assistenzarzt, ein Pfleger und eine ehemalige Anästhesie-Angestellte erleiden lebensgefährliche Skalpellverletzungen, mit weiteren Opfern ist zu rechnen, zumal es dem Haupverdächtigen, einem arroganten Medizinstudenten und Frauenhelden gelingt, seinen Kopf im letzten Moment aus der Schlinge zu ziehen. Die mit schnellen Perspektivenwechseln und szenischen Schnitten vorangetriebene Geschichte endet mit einer faustdicken Überraschung. Und was geschicht an den privaten Fronten? Ed Silver, ein versoffener, arbeits- und obdachloser ehemaliger Jazz-Musiker, nistet sich bei Charlie ein, und dem frisch gebackenen Vater Constable Kevin Naylor macht die postnatale Depression seiner Gattin Debbie arg zu schaffen.

‚Vermisst‘ ist der Roman, in dem Charlie Resnick zu Gunsten seiner Kolleg*innen etwas im Hintergrund verharrt, der Roman auch, in dem der wie immer waffenlose Constable Dipak Patel mit seiner Freundin ausgeht, dabei einen eskalierenden Streit auf der Strasse zu schlichten versucht – und dies mit seinem Leben bezahlt. Resnicks Kriminalfall kreist um zwei kleine Mädchen. Die Leiche der sechsjährigen, seit zwei Monaten vermissten Gloria wird in einem verlassenen Lagerhaus gefunden. Als kurz danach die gleichaltrige Emily aus dem Garten ihrer frisch mit Michael verheirateten Mutter Lorraine verschwindet, ist mit dem Schlimmsten zu rechnen. Resnick und sein Team stehen unter gewaltigem Druck, verfolgen vergeblich jede Spur, bis sich ihnen die unerwartete Lösung eröffnet.

Im sechsten Band ‚Nebel über dem Fluss‘ – Kevin und Debbie haben wieder zueinander gefunden, Charlie lässt sich auf eine Affäre mit einer lebenslustigen, attraktiven Frau ein – kehrt die Sozialarbeiterin Nancy Phelan von einer Weihnachtsparty, zu der ihre Wohngenossin Dana Matthieson sie eingeladen hat, nicht nachhause zurück. Als Verdächtige drängen sich zwei junge Männer förmlich auf: Der impulsive, hasserfüllte, von Nancy betreute Arbeitslose Gary James sowie Nancys Liebhaber Robin Hidden, der durchdreht, als sie in der Nacht ihres Verschwindens mit ihm Schluss macht – doch beide müssen von der Verdächtigenliste gestrichen werden. Erst als eine weitere Frau vermisst wird, zieht sich die Schlinge um den Hals des Mörders zusammen. Harvey veredelt den glänzend komponierten Roman durch viele kleine Geschichten aus dem Leben der Cops.

‚Das Fleisch ist schwach‘ erzählt die Geschichte der unglückseligen Familie Snape, bestehend aus der alleinerziehenden Mutter Norma, der 16-jährigen Tochter Sheena, die für einen Hungerlohn in einer Fabrik arbeitet, dem älteren Sohn Shane, der bereits mit fünfzehn auf die schiefe Bahn geraten ist, sowie dem drei Jahre jüngeren Nicky, der die Schule schwänzt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein paar Scheine klaut und jetzt, als 15-Jähriger, des Raubüberfalls mit schwerer Körperverletzung beschuldigt wird. In einer geschlossenen Anstalt wartet er auf den Prozess, doch soweit kommt es nicht, denn eines Morgens findet man ihn erhängt in der Dusche. Als kurz danach der zuständige Polizist erschlagen wird, erhält der Fall eine neue Dimension. Charlie Resnick, der das Treiben der Familie Snape schon längere Zeit besorgt verfolgt hat, übernimmt nun die Ermittlungen und wird einmal mehr mit der perspektivlosen, elenden Welt der englischen Unterschicht konfrontiert – ein bisschen Hoffnung verströmt einzig die Aussicht auf eine tiefere Beziehung zu Nickys Englischlehrerin Hannah Campbell.

‚Pass auf dich auf‘ ist zehn Jahre nach ‚Last Rites‘ (keine deutsche Übersetzung) erschienen. Charlie Resnick, inzwischen Anfang fünfzig, lebt seit drei Jahren glücklich an der Seite der zum Detective Inspector beförderten Lynn Kellogg, für die er stets mehr als rein väterliche Gefühle gehegt hatte. Zwei Fälle stehen im Mittelpunkt des Romans. Lynn gerät zufällig in eine Auseinandersetzung auf der Strasse, es fallen zwei Schüsse, ein junges schwarzes Mädchen wird getötet, während die dicht neben ihm stehende Polizistin dank ihrer kugelsicheren Weste mit Rippenverletzungen davonkommt. Die aus den Eltern und den beiden Brüdern des Opfers bestehende Familie wirft Lynn vor, das Mädchen als Schutzschild benützt zu haben, und der Vater droht mit Rache. Im anderen Fall geht es um den Mord an einer Prostituierten im Zusammenhang mit Waffen- und Frauenhandel durch eine osteuropäische Gang, Lynn versucht die wichtigste Zeugin zu beschützen, indem sie sie in London versteckt. Dies wiederum konfrontiert sie mit Stuart Daines, einem undurchsichtigen Agenten der SOCA, die sich mit organisierter Kriminalität in Grossbritannien auseinandersetzt. Und dann wird Lynn vor ihrer Haustür erschossen – und stirbt in Charlies Armen. Feinfühlig schildert der Autor die grenzenlose, herzerschütternde Trauer des altgedienten Cops, der vorübergehend suspendiert und für die weiteren Ermittlungen durch die toughe, aus Jamaica stammende Londoner Polizistin Karen Shields ersetzt wird.

Im letzten Band ‚Unter Tage‘ springt Harvey zwischen zwei Zeitebenen hin und her – den Jahren 1984/85, als unter Premierministerin Margaret Thatcher in Nottinghamshire, im Norden Englands, ein brutaler Bergarbeiterstreik tobte, der zu schlimmen Familienzwisten und beinahe zu einem Bürgerkrieg führte, sowie der Gegenwart, knapp dreissig Jahre später, als das Skelett der seit Dezember 1984 vermissten 27-jährigen dreifachen Mutter Jenny Hardwick, seinerzeit eine wichtige Stimme der Bergleute, ausgegraben wird – sie ist erschlagen und danach verbuddelt worden. Charlie Resnick war damals Leiter einer zur Informationsbeschaffung und Schadensbegrenzung eingesetzten, verdeckt für Scottland Yard arbeitenden Einheit, heute ist er ein gealterter, desillusionierter, seit dem Tod seiner Lebensgefährtin niedergeschlagener Mann, der sich am Schreibtisch mit „kalten Fällen“ herumschlägt. Doch jetzt holt ihn Catherine Njorage ins Boot, eine engagierte Polizeioffizierin mit kenianischen Wurzeln, die für die Aufklärung des rätselhaften Verbrechens zuständig ist. ‚Unter Tage‘, erschienen im kleinen Verlag ars vivendi , ist ein würdiger Abschluss der Serie – ein komplexer, glänzend gebauter und verzüglich übersetzter Roman, eine Hommage an die Streikenden und die, die sie unterstützt haben. Im Herbst 2016 wurde das Buch in Nottingham auf die Bühne gebracht.

2004 startete Harvey die Frank Elder-Serie – mit einzelnen Cameo-Auftritten von Charlie Resnick sowie mit Detective Chief Inspector Karen Shields als verantwortlicher Ermittlerin im zweiten Roman. Frank Elder, von seiner Frau Joanne getrennt lebender Vater einer 16-jährigen Tochter, war dreissig Jahre Polizeibeamter in verschiedenen Städten Englands, zuletzt als Detective Inspector in Nottinghamshire, Abteilung Schwerverbrechen, bis er mit einundfünfzig Jahren den Dienst quittierte, um wieder auf die Beine zukommen. Er zog sich in eine Hütte im ländlichen Cornwall und vertreibt sich die Zeit mit Lesen und gelegentlichen Kursbesuchen.

Im ersten Teil der Reihe, ’Schrei nicht so laut’, nimmt Elder als externer Berater an der Ermittlung eines Falls teil, dessen Usprung fünfzehn Jahre zurück liegt. Damals befasste er sich mit Sexualverbrechen an jungen Mädchen, die beiden Schuldigen wurden gefasst, doch ein weiteres mutmassliches Opfer, Susan Blacklock, blieb spurlos verschwunden. Jetzt wird Shane Donald, der Komplize des zu lebenslänglicher Haft verurteilten Haupttäters, auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Kurz danach wird die geschundene Leiche der seit mehreren Tagen vermissten sechzehnjährigen Emma aufgefunden, und dann kommt Elders Tochter Katherine nach ihrem Leichtathletik-Training nicht zurück. Hat Donald wieder zugeschlagen? Oder will sich jemand an Elder rächen? ‚Schrei nicht so laut‘ ist eine reizvolle Mischung aus Polizeiroman und psychologischer Studie mit einer angenehm zurückhaltenden und selbstkritischen Hauptperson, getragen von knappen, lebensnahen Dialogen.

‚Schau nicht zurück‘ beginnt mit der Verhaftung des Schwerverbrechers Grant, der sich seit vielen Jahren im Visier einer Londoner Spezialabteilung befindet – doch dabei kommt nicht nur der Gangster ums Leben, sondern auch ein junger Polizist, und dies vor den Augen der erfahrenen Kriminalbeamtin Maddy Birch, deren Wohlergehen Elder seit langer Zeit am Herzen liegt. Zudem bezweifelt der Stellvertretende Polizeipräsident, dass der für die Aktion verantwortliche Superintendent Mallory angemessen reagierte, als er Grant ohne zu fackeln das Licht ausblies. Als wenig später Maddy gewaltsam ums Leben kommt, wird Elder von Detective Chief Inspector Karen Shields überredet, sie bei der Mordaufklärung zu unterstützen. Gibt es eine Verbindung zwischen den Schüssen im Fall Grant und dem Tod der Polizistin? Oder handelt es sich um ein Beziehungsdelikt? Gleichzeitig gerät auch Elders Privatleben aus den Fugen: Seine Tochter Katherine hat sich von ihren im vorangegangenen Roman erlittenen Qualen noch nicht erholt, trinkt zuviel Alkohol, beschränkt ihre Kontakte zu ihren Eltern auf ein Minimum und verbringt die meiste Zeit mit dem Kunst studierenden Kleindealer Rob Summers, bis sie eines Nachts mit fünf Gramm Heroin in der Handtasche erwischt und verhaftet wird. Mit dem reichhaltigen Figurentableau, dem sorgfältig gestalteten, komplexen und wendungsreichen Plot und der geschmeidigen Bündelung der losen Enden sorgt Harvey einmal mehr für höchst befriedigende Lesestunden.

‚Schlaf nicht zu lange‘ führt in die Abgründe fehlgeleiteter Sexualität mit einem Täter, der, wie man in kurzen Einschüben erfährt, vor vierzig Jahren als pubertierender Junge von seiner Mutter missbraucht worden ist. Ausgangspunkt ist das mysteriöse Verschwinden der 55-jährigen Witwe Claire Meecham, deren Schwester mit Elders Ex-Frau befreundet ist. Auf Drängen von Joanne, die nach einer mehrjährigen Beziehung seit einigen Monaten wieder Single ist und Elders Nähe sucht, befasst sich der ehemalige Cop zunächst eher widerwillig mit dem in „seiner“ Stadt Nottingham angesiedelten Fall – und entdeckt bei der Durchsuchung von Claires Wohnung Material, das auf ein überraschend aktives Sexualleben der Vermissten hinweist. Diese wird einige Tage später aufgefunden: hübsch gekleidet, sorgfältig gekämmt, mit einem Stoffteddy in den Armen und Würgemalen am Hals – Parallelen zu einem acht Jahre zurückliegenden Mord, den Elder damals nicht aufklären konnte, springen ins Auge. In enger Zusammenarbeit mit seiner alten Kollegin Detective Inspector Maureen Prior befragt Elder die Männer, mit denen Claire online Kontakt aufgenommen hatte, folgt noch einmal alten Spuren, sucht Verbindungen zwischen den beiden Opfern – bis sich die Schlinge um den Hals des Täters zusammenzieht.

Detective Inspector Will Grayson, glücklich verheirateter Vater von zwei kleinen Kindern, und seine derzeit alleinstehende Partnerin Detective Sergeant Helen Walker ermitteln Mordfälle in Cambridge und Umgebung. Zu Beginn des ersten Bandes ’splitterndes Glas‘ wird die Leiche des angesehenen Filmwissenschaftsdozenten Stephen Bryan mit völlig zerstörtem Gesicht in seiner Dusche aufgefunden, Laptop und Brieftasche sind verschwunden. Er hat vor wenigen Wochen mit seinem Lebenspartner Mark McKusick Schluss gemacht und verkehrte danach gelegentlich in Schwulenlokalen. Zudem schrieb er seit geraumer Zeit an einer Biografie der vor 50 Jahren berühmten Schauspielerin Stella Leonard – ein Projekt, das bei ihren Nachkommen, namentlich ihrem Neffen Howard Prince, einem mächtigen Bauunternehmer, auf wenig Begeisterung stiess. Bei ihren Ermittlungen treffen Will und Helen auf Stephens jüngere Schwester Leslie Scarman, eine BBC-Reporterin für Radio Nottingham, die dem Verbrechen ebenfalls auf den Grund geht, und erfahren, dass Howard Prince sein Vermögen teilweise mit Bestechung und Einschüchterung, ergattert hat. John Harvey nimmt sich viel Zeit bei der Entwicklung seiner Figuren und der Schilderung der Polizeiarbeit und lockt den Leser immer wieder auf falsche Fährten, bevor er die Handlungsstränge in einem bedrückenden Finale zusammenführt.

Dem Nachfolgeband ‚Schrei aus der Ferne‘ drücken zwei vielschichtige, eindringlich skizzierte Frauenfiguren den Stempel auf: Will Graysons Partnerin Helen Walker, eine zerrissene, zu Alkoholexzessen und heiklen Männerbeziehungen neigende Kettenraucherin, aber auch eine ausgezeichnete Polizistin, die eine Beförderung längst verdient hätte; und Ruth Pierce, deren erste Tochter, Heather, vor dreizehn Jahren bei einem ungeklärten Unfall ums Leben kam. Sprung in die Gegenwart: Beatrice, Ruths zehnjähige Tochter aus zweiter Ehe, kommt nach einer Musikstunde nicht nachhause – für die Mutter, die all die Jahre insgeheim mit Heathers Geist kommunizierte, eine nicht zu verkraftende Katastrophe. Will ermittelt den Fall mit einer an Besessenheit grenzenden Hartnäckigkeit, während Helen den besonnenen Part einnimmt. Als Täter bieten sich drei Männer an: Mitch Roberts, ein eben erst aus dem Gefängnis entlassener Sexualtäter, den Will vor einigen Jahren hinter Gitter gebracht hatte, Lyle, ein enger Freund von Ruths Gatte Andrew, auf dessen Disketten verdächtiges Material gefunden wird, und Ruths Ex-Mann Simon, der den Weg zurück ins Leben nach Heathers Tod nicht mehr gefunden hat.

Der Vierteiler um den britischen Privatdetektiv Scott Mitchell und die sechs Standalones sind bisher nicht ins Deutsche übertragen worden.

Bibliografie (nur Kriminalromane):

Scott Mitchell-Serie: ‚Amphetamines and Pearls‘ (1976), ‚The Geranium Kiss‘ (1976), ‚Junkyard Angel‘ (1977), ‚Neon Madman‘ (1977);

Charlie Resnick-Serie: ‚Lonely Hearts‘ – ‚Verführung zum Tod‘ (1989), ‚Rough Treatment‘ – ‚Spezialbehandlung‘ (1990), “Cuttung Edge‘ – Tiefer Schnitt‘ (1991), ‚Off Minor‘ – ‚Vermisst‘ (auch unter dem Titel ‚Der Kinderfänger‘, 1992), ‚Wasted Years‘ (1993), ‚Cold Light‘ – ‚Nebel über dem Fluss‘ (1994), ‚Living Proof‘ (1995), ‚Easy Meat‘ – ‚Das Fleisch ist schwach‘, 1996), ‚Still Water‘ (1997), ‚Last Rites‘ (1998), ‚Cold in Hand‘ – ‚Pass auf dich auf‘ (2008), ‚Darkness, Darkness‘ – ‚Unter Tage‘ (2014);

Frank Elder-Serie: ‚Flesh and Blood‘ – ’Schrei nicht so laut’ (2004), ‚Ash and Bone‘ – ’Schau nicht zurück’ (2005), ‚Darkness and Line‘ – ‚Schlaf nicht zu lange’ (2006), ‚Body & Soul‘ (2018);

Will Grayson & Helen Walker-Romane: ‚Gone to Ground‘ – ‚Splitterndes Glas‘ (2007), ‚Far Cry‘ – ‚Schrei aus der Ferne‘ (2009);

Standalones: ‚Frame‘ (1979), ‚Blind‘ (1981), ‚Endgame‘ (als James Mann, 1982), ‚Dancer Draws a Wild Card‘ (als Terry Lennox, 1985), ‚In a True Light‘ (2001), Good Bait‘ (2012).