(*1970)

Geboren in der Millionenstadt Porto Alegre in Rio Grande do Sul, dem südlichsten brasilianischen Bundesstaat wuchs Gustavo Marchado mit seinem Bruder Juliano in der Zeit der Militärdiktatur (1984 bis 1995) auf und ging an eine überaus strenge katholische Schule. Ende der 80er-Jahre veröffentlichte er seine ersten Kurzgeschichten. Nach Abschluss des Journalistikstudiums arbeitete er in der Medienbranche und für Regierungsbehörden. 2010 verfasste er seinen ersten Roman ‚Unter dem Augusthimmel‘. Er hat einen Sohn, Joao Francisco, dem er das Buch gewidmet hat, und lebt in seiner Geburtsstadt.

Der 35-jährige Otto wird in den Bergen festgenommen, zusammenschlagen, gesteht zunächst einen Doppelmord und erwacht am nächsten Morgen mit schlimmen Augenverletzungen in einer Zelle. Er erzählt dem zuständigen Kommissar, den er persönlich kennt, die Geschichte seiner letzten Jahre, in denen er sich immer wieder erfolglos als Maler des winterlichen Augusthimmels versuchte, und gelegentlich Kunstgeschichte unterrichtete, von der Beziehung mit seiner frivolen 15-jährigen Nachbarin Alberta und jener mit seiner 24-jährigen Schülerin Sophia, die mit dem widerwärtigen, steinreichen Bauunternehmer Corso verheiratet ist, einem possessiven, fast vierzig Jahre älteren Schläger. Sophia bittet Otto, ihr zur Flucht nach Uruguay verhelfen, doch seine Unterstützung kommt zu spät, denn in den Bergen, wo Corsos Landhaus liegt, hat dichtes Schneetreiben eingesetzt, so dass die Katastrophe nicht mehr abzuwenden ist. Der bilderreiche Stil, die überflutenden Emotionen und der feine Humor entschädigen für die etwas dünne, die Militärdiktatur nur am Rand tangierende Story.

Bibliografie:

‚Sob o Céu de Agosto‘ – ‚Unter dem Augusthimmel‘ (2010).