(*1953, schreibt auch als Louis P. Laskey)

Geboren und aufgewachsen in Zürich, studierte Petere Haffner Geschichte und Philosophie an der Universität seiner Heimatstadt, ehe er eine erfolgreiche Karriere als freier Journalist, Essayist und Buchautor einschlug. Er berichtete viele Jahre für Zeitungen und Magazine aus den USA, aus Polen und Deutschland, zuletzt bis 2014 als Korrespondent der Beilage ‚Das Magazin‘ des Zürcher ‚Tages-Anzeigers‘ in Kalifornien. Heute lebt er in Zürich und Berlin.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Haffner unter Pseudonym den schlanken Krimi ‚Herz auf Eis‘ mit den Privatdetektiven Quast und Quimpy als Hauptpersonen. Diese staunen nicht schlecht, als eine attraktive Frau, die sich Eileen Rose Gray nennt, in ihrem Büro auftaucht und ihnen freimütig mitteilt, sie habe ihren Liebhaber, den Herzchirurgen Maast van Hersting, umgebracht und danach zerstückelt entsorgt. Was zum Teufel will die Lady von den Schnüfflern? Quimpy, der in seiner nicht allzu knappen Freizeit autobiografische Texte zu Papier bringt, während Quast sich lieber dem Saufen und Frauenaufreissen hingibt, nimmt die Sache ernst und begibt sich auf Spurensuche. Die spritzige, in einer ungenannten Stadt (vermutlich Zürich) spielende Geschichte lebt von flapsigen Sprüchen, die die beiden gegensätzlichen Protagonisten in hoher Kadenz zum besten geben.

In seinem zweiten Krimi ‚So schön wie tot“ legt Haffner eine Schippe drauf. Die Ausgangslage kennen wir: Ein chandleresker Gumshoe – der abgebrannte, vom Leben arg gebeutelte, in Berlin rumschnüffelnde Amerikaner Larry B. Hardy – wird von dem Glamour-Punk-Girl Maddie beauftragt, ihren Vater, den berühmten, in Berlin lebenden US-Krimiautor Michael McCullen aufzuspüren, der vor einer Woche verschwunden ist, findet bei seinen Ermittlungen dessen gemeuchelte Ehefrau – und gerät unter Mordverdacht. Doch dann verlässt Haffner die gewohnten Pfade: Hardy muss sich nebenbei mit den kriminellen Korolenko-Brüdern Lew und Leonid rumschlagen (es geht um eine äussserst wertvolle Chiffriermaschine, an deren Herstellung Hardy mitgearbeitet hat), seine Ex-Frau Silke, Kommissarin bei der Berliner Kriminalpolizei, deponiert den pubertierenden Sohn bei ihm, und ein Wirrkopf, der sich Thomas Jefferson nennt, treibt sein Unwesen im Umfeld der Familie McCullen. Immerhin hält seine rechte Hand, die ukrainische Pathologin Oksana, dem leicht überforderten Detektiv den Rücken frei. Dieses fein gezeichnete, originelle Personal und überraschende Wendungen treiben die mit knackigen Sprüchen gespickte Handlung rasant voran.

Bibliografie:

Als Louis P. Laskey: ‚Herz auf Eis‘ (2000).

Als Peter Haffner: ‚So schön wie tot‘ (2018).