(*1947)

Juan Madrid kam in der andalusischen Stadt Malaga zur Welt und lebt seit 1959 in Madrid. Er schloss sein Geschichtsstudium an der Universität Salamanca ab und lehrte daraufhin zeitgenössische Geschichte an der Universität Madrid. Aufgrund seiner kommunistischen Gesinnung sass er unter General Franco im Gefängnis. Kurz nach seiner Freilassung begann er zu schreiben. Sein Werk umfasst über vierzig Romane und zahlreiche Kurzgeschichten.

In den 80er-Jahren veröffentlichte Madrid vier Krimis, die auch ins Deutsche übertragen wurden, ab 1995 liess er weitere Spannungsromane folgen. Leute, die am Rande der Gesellschaft lebend unter den kapitalistischen Ausbeutern leiden, Korruption als Basis des Systems – dies sind die zentralen Themen des Autors, der Bert Brechts Werk als wichtigen Einfluss nennt. Darüber hinaus schrieb Madrid dreizehn Bücher für die berühmte spanische Fernsehserie ‚Brigada Central‘ und arbeitet seit vielen Jahren als Filmemacher und Journalist – die Mehrzahl seiner Artikel über politische Skandale ist in der Wochenzeitung ‚Cambio 16‘ erschienen.

Acht Krimis des früheren Boxers Juan Madrid – „Ich war bestimmt der einzige Boxer, der Kafka gelesen hat“ – drehen sich um den lizenzlosen Gelegenheitsdetektiv, Ex-Boxchampion, Ex-Polizisten und Ex-Angestellten einer Privatdetektivagentur Antonio Carpintero, genannt Toni Romano, eine trotz ihrer Verwandtschaft mit Sam Spade und Philip Marlowe eigenständige Figur, die sich im Sumpf des nächtlichen Madrids auskennt wie kein zweiter. Er lebt in einer schäbigen 1-Zimmer-Wohnung in der Nähe der Puerta del Sol, ist stets abgebrannt, hat Pech mit Frauen und ist ein unpolitischer, anständiger Kerl, der für seine Freunde durchs Feuer geht. Eine grosse Rolle in den nachtschwarzen Geschichten spielt auch die Madrider Altstadt mit ihren düsteren Treppenhäusern und trostlosen Spelunken, mit ihren Dealern und Nutten, mit ihren einsamen Menschen und linken Intellektuellen.

Juan Madrids schnörkelloser, actiongeladener Noir-Roman ‚Nichts zu machen‘ ist die Geschichte des gealterten Ganoven Silverio Roca. Dieser war ein gefragter Fahrer (Banküberfälle, Transporte gefährlicher Ware), bis er in eine Falle gelockt wurde. Nach zwei Jahren Gefängnis wieder auf freiem Fuss, kehrt er in die spanische Hauptstadt zurück, um Rache zu üben an seinen einstigen Komplizen.

Bibliografie:

Toni Romano-Serie: ‚Un beso de amigo‘ – ‚Ein freundschaftlicher Kuss‘ (1980), ‚Las aparencias no enganan‘ – ‚Der Schein trügt nicht‘ (1981), ‚Regalo de la casa‘ – ‚Ein Geschenk des Hauses‘ (1986), ‚Cuentas pendientes‘ (1995), ‚Mujeres & mujeres‘ (1996), ‚Grupo de noche‘ (2003), ‚Adios princesa‘ (2008), ‚Bares nocturnos‘ (2009);

‚Nada que hacer‘ – ‚Nichts zu machen‘ (1986).