(*1950)

Geboren in St. Louis, Missouri, aufgewachsen in Granite City, Illinois, graduierte Douglas E. Winter 1975 an der Harvard Law School. Daraufhin liess er sich als Anwalt in Washington, D.C., nieder und zählte schon bald zu den angesehensten Anwälten der Vereinigten Staaten. Spezialisiert auf komplexe Fälle von Luftfahrt, Informationstechnologie, Produkthaftung und auf Sammelklagen, arbeitet er seit vielen Jahren für eine international verankerte Kanzlei. Der Vater eines erwachsenen Sohnes lebt mit seiner Frau Lynne in Oakton, Virginia.

Seine schwelende Leidenschaft für das Horror-Genre führte Douglas Winter Mitte der 80er-Jahre zu einer parallelen Laufbahn als Kritiker, Herausgeber (‘Prime Evil’), und Biograf (Stephen King, Clive Barker) auf diesem Gebiet. Im Jahr 2000 (auf Deutsch erst achtzehn Jahre später, im subversiven Luzifer Verlag) kam sein bisher einziger Roman ‘Run’ heraus – ein böser, explosiver, mit sarkastischen Sprüchen, halluzinatorischen Effekten und knackigen Dialogen und Monologen gespickter Action-Thriller über Loyalität und Betrug, der uns mit allen Facetten des Waffenhandels und -fetischismus und der unausweichlich damit verstrickten Gewalt vertraut macht; ein atemberaubender Noir, in dem „niemand ist, was er zu sein vorgibt“.

Erzählt wird ‘Run’ aus der Sicht des Waffenschiebers Burdon Lane aus Washington, D.C. («Dirty City») – weiss, Mitte vierzig, kinderlos geschieden, liiert mit der jungen, undurchsichtigen Schönheit Fiona -, der, wie er zu Beginn bekennt, nicht zu den Guten gehört, der nie ohne mindestens zwei Glock-Pistolen unterwegs ist, der uns aber trotzdem ans Herz wächst, weil er ein Gewissen entwickelt und nachzudenken beginnt. Sein Arbeitgeber Jules Berenger, ein ausgekochter Geschäftsmann um die sechzig mit «Eiern in der Grösse Brooklyns», leitet die ‘UniArms Incorporated’, eine Organisation für legale und gut getarnte illegale Waffenexporte mit Hauptsitz in Alexandria, Virginia, die riesige Gewinne erzielt, denn «irgendjemand plant immer gerade eine Revolution oder hat einen Krieg am Laufen».  Der aktuelle Auftrag führt Burdon nach Harlem, wo er mit seiner Truppe zwei verfeindete Strassengangs aufrüsten soll, doch dieser hochdotierte Deal ist nur Teil eines – von den Regierungsbehörden ausgeheckten oder zumindest unterstützten – Plans, einen einflussreichen Bürgerrechtler zu ermorden. Das Attentat spielt sich vor Burdons Augen ab, und sein Leben hängt nun an einem dünnen Faden. Es gilt, so schnell zu rennen, wie ihn seine Beine tragen, um dann gnadenlos zurückzuschlagen. Nach 24 Stunden und einem atemberaubenden Finale ist der Spuk vorbei.

Bibliografie (kurz und bündig):

‚Run‘ – ‚Run‘ (2000).