(*1957)
Timothy Watts kam als Sohne eines Arztes und einer Musikerin in Philadelphia zur Welt und wuchs auch dort auf. Nach dem Studium an der University of South Carolina arbeitete er fünfzehn Jahre als Automechaniker in Paoli, Pennsylvania, nebenbei verfasste er seine ersten Stories. Anschliessend verbrachte er vier Jahre als Drehbuchautor in Los Angeles, bis er nach Pennsylvania zurückkehrte, um sich, geschult an Elmore Leonards Werk, dem Schreiben von Krimis zu widmen. Seine schwarzhumorigen, mit unerwarteten Wendungen, lässigen Sprüchen und schnellen, aus dem Leben gegriffenen Dialogen gewürzten Romanen handeln von zynischen Verbrechern, kleinen Ganoven und gerissenen Frauen aus der amerikanischen Provinz.
Kaum aus dem Raiford Staatsgefängnis in Florida freigelassen, vermöbelt Frank „Cully“ Cullen in Watts‘ Erstling ‚Knastbrüder‘ im kalifornischen Beaufort einen Typen, der ihm den verdienten Taglohn nicht entrichten will, wird dann jedoch von dem wohlhabenden Farmer Herb Dorrance vor einem neuerlichen Knastaufenthalt bewahrt – Cully soll für ihn ein paar kleine Jobs erledigen. Herbs junge, attraktive Gattin Michelle ist die Ex-Frau des brutalen Gangsters Benny Marsh, der einst bei einem gemeinsam eingefädelten Bankraub hinter Gitter kam. Seit einigen Tagen wieder auf freiem Fuss, kehrt er jetzt nach Beaufort zurück, um an Herbs Vermögen heranzukommen. Eine harte Nuss für Cully, der eigentlich ein anständiges Leben führen möchte. Noch dicker kommt es, als Michelles Schwester Kristin, eine coole, etwas verrückte Restauratorin, mit ihm ein Ding drehen will. Zwischen den fünf Hauptfiguren entspinnt sich ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der hinterhältige Manipulator Herb Dorrance alle Vorteile auf seiner Seite zu haben scheint.
‚Geldgeier‘ dreht sich um den gerade erst aus dem Golfkrieg in die Heimat zurückgekehrten Scharfschützen Jimmy Decker. Er steht auf seine Jugendliebe Katherine, die mit dem Kotzbrocken Nicky Kramer verheiratet ist und sich Tag für Tag mit Gin zudröhnt, damit sie das Leben an seiner Seite aushält. Als Katherine von dem einfältigen Muskelmann Ellis Bowers mit pornographischen Fotos erpresst wird, erwachen Jimmys Beschützerinstinkte. Gleichzeitig führt Nicky mit seinem harmlos auftretenden Partner Wesley einen Millionenschwindel erfolgreich zu Ende, doch niemand hat Katherines ausgekochte Freundin Susie auf der Rechnung. Nach einer turbulenten Jagd, bei der jeder jeden aufs Kreuz legt, setzen sich Jimmy und Susie in den Süden ab – mit einer Million Dollar im Gepäck.
In ‚Tod eines Paten‘, Watts‘ viertem (und bislang letztem), in Philadelphia angesiedeltem Roman, stehen fünf recht gegensätzliche Figuren im Mittelpunkt: Der ausgekochte, höchst erfolgreiche Autodieb Teddy Clyde, der im Kofferraum eines eben erst ergaunerten Sportwagens auf die Leiche des erschossenen Mafia-Paten Dominic Scarlotti stösst – und die Chance auf eine hübsche Erpressung wittert; Scarlottis designierter Nachfolger Little Anthony Bonica, ein etwas unterbelichteter, seine Fähigkeiten arg überschätzender Hitzkopf; Izzy Feldman, der sich seine Brötchen als international tätiger Troubleshooter, Intrigant und Killer verdient; Izzys zwielichtiger Ziehvater und Auftraggeber Saul Rubin, ein listiger alter Jude, der den Holocaust überlebt hat; und die junge Enthüllungsjournalistin Natalie Pentrice, die verdeckt in Teddys Stammlokal arbeitet.
Bibliografie:
‚Cons‘ – ‚Knastbrüder‘ (1993), ‚The Money Lovers‘ – ‚Geldgeier‘ (1994), ‚Feeling Minnesota‘ – ‚Minnesota‘ (Novellisation des Drehbuchs für einen Film, an dem er nicht beteiligt war, 1996), ‚Steal Away‘ (1996), ‚Grand Theft‘ – ‚Tod eines Paten‘ (2003).