(*1958)

Rodrigo Rey Rosa kam in Guatemala zur Welt. Er studierte Literatur, ging 1980 nach New York City und hielt sich danach längere Zeit in der marokkanischen Küstenstadt Tanger auf, wo er den berühmten US-Autor Peter Bowles kennenlernte. Heute lebt er als Journalist, Übersetzer und Verfasser von Gedichten, Erzählungen und Romanen wieder in seinem Ursprungsland. Drei seiner Romane und eine Novelle liegen in deutschen Übersetzungen vor. ‚Die Verlorene Rache‘ und ‚Der Henker des Friedens, in einer präzisen, spröden Sprache erzählt, stechen hervor.

‚Die verlorene Rache‘, angesiedelt unmittelbar nach Ende des blutigen, dreissig Jahre wütenden guatemaltekischen Bürgerkriegs, geschmückt mit einem kurzen Auftritt von Peter Bowles, dreht sich um Juan Luis Luna aus Guetamala-Stadt, der von seinen ehemaligen Schulkollegen „Tapir“, „Hasenohr“, „Carlomagno“, „Sepharde“ und dem „schrecklichen Guzman“ entführt wird. Sein Vater, ein schwerreicher Unternehmer, dem der Lebenswandel seines Sohnes überhaupt nicht gefällt, reagiert auf die Lösegeldforderung erst, als die Kidnapper ihr Begehren mit amputierten Gliedmassen unterstreichen. Viele Jahre später trifft das schwer gezeichnete Opfer auf zwei seiner Entführer – soll es sich an ihnen rächen? ‚Die verlorene Rache‘: Ein grossartiger kleiner Roman über die zerstörerische Macht der Gewalt.

‚Die Henker des Friedens‘ spielt ebenfalls kurz nach dem Bürgerkrieg, Chaos und Intrigen beherrschen das Land, als die seit ihrer Schulzeit befreundeten Offiziere Ernesto und Pedro beschliessen, getrennte Wege zu gehen.  Pedro bleibt bei der Armee, Ernesto hingegen, der explosive Geheimnisse aus der Bürgerkriegszeit kennt, will ein bürgerliches Leben führen und ein Studium beginnen. Er verliebt sich in Emilia, eine junge Frau mit Kontakt zur Guerilla, und kommt gewaltsam ums Leben. Emilia flieht und stirbt auch. Wer zieht die Fäden?

Bibliografie:

‚El cojo bueno‘ – ‚Die verlorene Rache‘ (1996), ‚Que me maten si…‘ – ‚Die Henker des Friedens‘ (1997), ‚Los Sordos‘ – ‚Die Gehörlosen‘ (2012).