(*1951 / *1959)

Richard Birkefeld und Göran Hachmeister, beide Historiker mit dem Schwerpunkt Kultur- und Sozialgeschichte im frühen 20. Jahrhundert, publizierten wissenschaftliche Aufsätze, Essays, Dokumentationen und Bücher zu stadtgeschichtlichen Problemfeldern. 2002 erschien ihr erster Kriminalroman ’Wer übrig bleibt, hat recht’, vier Jahre später ‚Deutsche Meisterschaft‘. Die Autoren leben und arbeiten in Hannover.

‚Wer übrig bleibt, hat recht’ spielt im Deutschland der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs. Hans Kalterer, Geheimdienstpolizist im Dienst der SS, vor der Nazizeit Kommissar bei der Berliner Kriminalpolizei, ist heilfroh, als er es endlich wieder einmal mit einem „richtigen“ Verbrechen zu tun bekommt: Er wird mit der Ermittlung der bestialischen Ermordung seines Parteikollegen Karasek betraut, während sich die russischen Panzer bereits unaufhaltsam der zertrümmerten Hauptstadt nähern. Die Polizeiarbeit ist geprägt von gegenseitigem Misstrauen, Bespitzelung, Denunziation, Misshandlung von Verdächtigen und Betrug – von Überlebensstrategien, die während der Nazizeit verinnerlicht wurden. Der geflohene KZ-Häftling Haas wird schliesslich als Täter entlarvt, ein Mann, der sich an den Mördern seiner Familie rächen wollte, und der mit seinem Leben längst abgeschlossen hat.

’Deutsche Meisterschaft’ ist 1926, in der düsteren Zeit der Weimarer Republik, angesiedelt. Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Motorradrennfahrer: Der verschrötige Proletarier Arno ’Karacho’ Lamprecht, Veteran des Ersten Weltkriegs, Spieler und starker Trinker, der vor zweieinhalb Jahren für kurze Zeit des ungeklärt gebliebenen Mordes an seiner Frau verdächtigt wurde, und Falk von Dronte, ein junger, blasierter Adeliger, der (ebenfalls im November 1923) an der Hinrichtung eines vermeintlichen Volksverräters beteiligt war. Besessen von der modernen Technik, wie im Rausch,  fahren sie um die Deutsche Motorradmeisterschaft, die immer wieder von tödlichen Unfällen überschattet wird. Sie lieben dieselbe Frau, die extravagante Schönheit Thea – und werden im Laufe des Romans von ihrer Vergangenheit eingeholt, als ein Serienkiller in der Nähe der Rennpisten scheinbar wahllos zuschlägt und die Toten ohne Kopf zurücklässt. Den roten Faden der Krimihandlung bilden die fehlenden Köpfe: Lamprechts Frau verblutete seinerzeit wahrscheinlich an den Folgen einer schlampig durchgeführten Abtreibung und wurde kopflos im Ehebett aufgefunden; und gerade jetzt taucht auch die Leiche des 1923 umgebrachten und im Wald verbuddelten Volksverräters wieder auf – auch sie ohne Kopf. Die faszinierende, ein ungemein präzises und farbiges Bild der 20er-Jahre zeichnende Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht der beiden meiteinander verfeindeten Rennfahrer erzählt und gipfelt in einem furiosen Finale.

Bibliografie:                                                                                           

‚Wer übrig bleibt, hat recht‘ (2002), ’Deutsche Meisterschaft’ (2006).