(1923-2011; schrieb auch als John Peter Drummond, Turkel Jones und Benjamin Swift)
James McKimmey, geboren und aufgewachsen in Nebraska, absolvierte die Omaha Central Highschool, Nebraska, und danach einige Semester Architektur an der University of Nebraska. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Infanterist der Army vorwiegend in Europa verbrachte, studierte er Schreiben an der University of Indiana und der American University im südfranzösischen Biarritz. 1950 machte er einen Abschluss in Englisch an der University of San Francisco. Er liess sich dann in East Palo Alto bei San Francisco nieder, verrichtete Gelegenheitsjobs als Verkäufer von Versicherungen, Kleidern und Chemikalien und verfasste in seiner Freizeit Short Stories für Pulp-Magazine und Novellen für Jugendliche.
Der Erfolg seines ersten, 1958 veröffentlichten Krimis ermöglichte McKimmey ein Leben als freier Schriftsteller. 1961 liess er sich mit seiner (1994 verstorbenen) Frau Marty am Lake Tahoe in den Sierra Nevada Mountains nieder, wo er mit seiner zweiten Frau, der Autorin Starr McKimmey, auch seinen Lebensabend verbrachte. Das letzte Buch des 2011 mit 87 in Carson City, Nevada, gestorbenen Autors ist 1972 erschienen.
McKimmeys Kriminalwerk enthält zahlreiche Kurzgeschichten sowie elf schnörkellose Noir-Thriller um Durchschnittspersonen, die mit Ausnahmesituationen konfrontiert werden; unter ihnen ‚Nachtigall des Todes‘, sein bekanntester, vorwiegend im Spielcasino von Lake Tahoe, Kalifornien, spielender Roman. Im Mittelpunkt stehen zwei prägnant beschriebene Paare, deren Wege sich auf fatale Weise kreuzen: Einerseits Jack Wade, Leiter der technischen Abteilung einer Elektrofirma, und seine labile Frau Binny, die den zwei Jahre zurückliegenden Unfalltod ihres kleinen Sohn nicht verkraftet hat und ihre Trauer mit Alkohol, Roulette und One-Nicht-Stands betäubt; und andererseits Elaine Towne, eine umwerfend attraktive, mit allen Wassern gewaschene junge Frau, die buchstäblich über Leichen geht, um sich ein üppiges Startkapital für ein neues Leben zu beschaffen, und ihr Komplize Frank Delli, ein gerissener, gewissenloser Croupier. Der schlau eingefädelte Plan beruht auf Mauscheleien am Roulettetisch und auf zwei Morden, die einem Unschuldigen, nämlich Jack Wade, in die Schuhe geschoben werden. Eine schnörkellose, fiese Geschichte, die sich vor James M. Cains besten Werken nicht verstecken muss
‚Dann schlachten wir den Sündenbock‘ ist in Willow Creek, einem fiktiven, irgendwo im Mittleren Westen gelegenen 1500-Seelen-Städtchen, angesiedelt. Das angesehene Ehepaar Cook und ihr neunzehnjähriger Sohn Roger, die lebensfrohe Dorfschönheit Grace, der Zeitungsherausgeber Cary, Sheriff Beaman und Doktor Granger führen hier ein beschauliches Leben, bis Rogers Studienkumpel Buggie Alstair, der bei der Familie Cook seine Semesterferien verbringt, die ihn abweisende Grace in einem Anfall von Eifersucht vor Rogers Augen tötet. Und dann alles daransetzt, die Tat dem kurz zuvor in Willow Creek eingetroffenen Handelsvertreter Al Jackson in die Schuhe zu schieben, wobei er sich als äusserst geschickter Intrigant erweist. Im Ort beginnt’s zu brodeln, die Männer rotten sich zusammen, wollen Jackson lynchen, und einzig Cary und Granger lehnen sich dagegen auf.
Bibliografie:
‚The Perfect Victim‘ – ‚Dann schlachten wir den Sündenbock‘ (1958), ‚Winner Take All‘ (1959), ‚Cornered!‘ (1960), ‚The Wrong Ones‘ – ‚Die jungen Wilden‘ (1961), ‚The Long Ride‘ – ‚Die unheimlichen Mitfahrer‘ (1961), ’24 Hours to Kill‘ (1961), ‚Squeeze Play‘ – ‚Nachtigall des Todes‘ (1962), ‚Run If You’re Guilty‘ (1964), ‚Blue Mascara Tears‘ – ‚Tränen an getuschten Wimpern‘ (1965), ‚A Circle in the Water‘ (1967), ‚The Hot Fire‘ (1968), ‚The Man With the Gloved Hand‘ (1972).