(1906-1976)

Hilda Lawrence, geborene Kronmiller, kam als Tochter eines Kongressabgeordneten in Baltimore, Maryland, zur Welt und wuchs im Bundesstaat New York auf. Nach Abschluss ihrer Ausbildung an der Columbia School in Rochester, New York State, war sie als Journalistin, Radioautorin und im Verlagswesen, bei Macmillan, tätig. Sie war seit 1924 mit dem Bühnenautor Reginald Lawrence verheiratet, doch die Ehe zerbrach. Anfang der 40er-Jahre begann sie zu schreiben.

Lawrence galt Ende der 40er-Jahre, als sie (wie sich zeigen sollte) ihr Pulver bereits verschossen hatte, als eine der hoffnungsvollsten Krimiautorinnen der Vereinigten Staaten. Diesen Ruf hatte sie sich mit ihren drei in einem ansprechenden Stil verfassten Tüftelkrimis um den jungen, sympathischen, wenn auch etwas farblosen New Yorker Privatermittler Mark East („ein grosser Mann mit warmen braunen Augen“) erworben, der seine Kriminalfälle in enger Zusammenarbeit mit zwei reizenden und listenreichen älteren Jungfern aus New England (Beaulah Pond und Bess Petty, die ein kleines Alkoholproblem hat) auflöst. Daneben veröffentlichte sie das Einzelwerk ‚Blutbande‘ und einen Band mit zwei Kriminalnovellen (‚Duet of Death‘, 1949, bestehend aus ‚Death Has Four Hands‘ und ‚The Bleeding House‘). Lawrence starb 70-jährig in Manhattan.

‚Die Nacht der tanzenden Puppen‘, der letzte Band der Mark East-Trilogie, ist Lawrences bester Krimi. Miss Monny Brady und Miss Angeline Small betreiben in New York City das „Hope House“, ein sicheres Haus, in dem junge, berufstätige Frauen in heimeliger Atmosphäre fast gratis leben können. Die neue Hausbewohnerin Ruth Miller aber, eine 29-jährige Warenhausangestellte, wird gleich nach ihrer Ankunft im „Hope House“ in Angst und Schrecken vesetzt. Sie plant bereits den Auszug aus ihrem neuen Zuhause – doch dann wird ihr zerschmetterter Körper im Hinterhof des Hauses aufgefunden. Ihr Tod wird von der Polizei als Selbstmord durch Sturz aus dem siebten Stockwerk deklariert. Eine gute Freundin von Ruth zweifelt jedoch an dieser Version. Sie beauftragt Marc East mit den Ermittlungen, auch Belulah und Bessy mischen munter mit, und dann wird im „Hope House“ ein Mädchen mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden.

Bibliografie:
Mark East-Trilogie: ‚Blood upon the Sun‘ – ‚Die Hasenjagd‘ (1944), ‚A Time to Die‘ – ‚Die verschwundenen Pfeile‘ (1945), ‚Death of a Doll‘ – ‚Die Nacht der tanzenden Puppen‘ (auch unter dem Titel ‚Die Maske mit dem bösen Blick‘, 1947);
‚The Pavillon‘ (auch unter dem Titel ‚The Deadly Pavillon‘) – ‚Blutbande‘ (auch unter dem Titel ‚Hilferuf eines Toten‘, 1946).