(*1970)

Geboren und aufgewachsen in New York City,  studierte Anthony Lee Englische Literatur an der Binghamton University in Vestal, New York State, und schloss mit einem Doktortitel ab. Nebenbei arbeitete er als Barkeeper, Kunsthändler, Anstreicher, Polier und Imbissverkäufer. Seit Ende der 90er-Jahre unterrichtet er Literatur und Kreatives Schreiben an verschiedenen New Yorker Universitäten, zuletzt (und bis heute) am College of Mount Saint Vincent in der Bronx.

Lees erster Roman ‚Der Deal‘, 2003 herausgekommen, erzählt in vielen Rückblenden und Zeitsprüngen die Geschichte des Martin Quinn aus New York City, eines klugen, ausgekochten Burschens mit irischen Wurzeln. Sein Vater war ein begabter Jazzmusiker, doch er verfiel den Drogen und schnitt sich die Pulsadern auf, als Martin neun war, worauf dieser mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Frito in bescheidenen Verhältnissen in Brooklyn aufwuchs. Mit vierzehn lernt er Felix kennen, den gut behüteten Sohn von Lexis Pasko, der die russische Mafia in Brighton Beach, Brooklyn, unter sich hat. Die beiden besuchen die gleiche High School, verbringen ihre Freizeit zusammen, verlieben sich in dasselbe Mädchen, Penny. Dann aber trennen sich ihre Wege: Martin geht zur Army, jobbt in Alaska – und kehrt zu Felix‘ Hochzeit mit Penny nach New York zurück. Martin und Felix erneuern ihre Freundschaft und eröffnen in Brighton Beach einen gediegenen Nachtclub, der Felix‘ Vater gehört. Die beiden machen einen Haufen Geld, doch Martin beginnt ein Verhältnis mit seiner grossen Liebe – Penny. Und dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Martin drängt Felix, sich von seinem Vater zu lösen und in den Heroinhandel einzusteigen, es kommt zu blutigen Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Banden, Felix wird erschossen, das FBI hängt Martin den Mord an und nimmt ihn ins Zeugenschutzprogramm auf – er soll gegen Lexis Pasko aussagen, mithelfen, ihn endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. ‚Der Deal‘ ist eine vielschichtige, anspruchsvolle, atmosphärisch dichte Geschichte mit sorgfältig gestalteten Haupt- und Nebenfiguren und geschickt konstruierten Komplotten – eine feine Mischung aus Entwicklungs- und Noir-Roman.

Zehn Jahre später liess Anthony Lee sein zweites Buch folgen: ‚There in the Darkness‘, eine harte und schnörkellose, in den 70er-Jahren in New York City spielende Geschichte um Organisierte Kriminalität und Korruption mit drei Männern im Brennpunkt: Der junge Ire Tommy Kelly, eben aus dem Gefängnis entlassen und jetzt auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft, Billy Flynn, Gangsterboss in Hell’s Kitchen, der Tommy unter seine Fittiche nimmt, und John Savarese, ein Staatsanwalt mit dunklen Flecken auf seiner scheinbar weissen Weste, der Tommy seinerzeit hinter Gitter gebracht hat – eine explosive Mischung.

Bibliografie:

‚Martin Quinn‘ (auch unter dem Titel ‚The Fix‘) – ‚Der Deal‘ (2003), ‚There in the Darkness‘ (2013).