(*1961)

Geboren und aufgewachsen in Aylesbury, Buckinghamshire, verliess Jake Arnott die dortige Grammar School mit sechzehn und jobbte danach als Hilfsarbeiter, in einer Leichenhalle und als Modell für Künstler. Die 80er-Jahre verbrachte er als Hausbesetzer und Politaktivist in London. 1989 ging er nach Leeds, um für die radikale Theatergruppe ‚Red Ladder‘ und im Sozialwesen zu arbeiten. 1999 war er als Mumie im Film ‚The Mummy‘ zu sehen. Im selben Jahr debütierte er als Krimiautor. Arnott ist bisexuell und lebt seit 2005 mit der (ebenfalls bisexuellen) Autorin Stephanie Theobald in London.

Arnotts Erstling ‚Der grosse Schwindel‘ ist ein wuchtiger Gangsterroman aus dem London der Swinging Sixties. Im Zentrum steht der schwule Gangster Harry Starks – Besitzer des Clubs ‚Stardust‘, raffinierter Schieber und eiskalter Killer -, der die Fäden fest in den Händen hält, bis er bei seinen Bemühungen, das Londoner Pornogeschäft unter seine Kontrolle zu bringen, den Bogen überspannt. Arnott erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte (Vorbilder waren die legendären Zwillingsbrüder Ronnie und Reggie Kray, die Mitte der 50er-Jahre die Londoner Unterwelt erobert hatten und 1969 hinter Gitter kamen) aus der Sicht von Personen aus Harrys nächstem Umfeld, die an dessen Untergang nicht unschuldig sind: Der schöne Knabe Terry, Harrys Günstling, Liebhaber und Sklave; Lord Thursby, ein schwuler, schwer verschuldeter und deshalb korrumpierbarer Politiker, der für Harry das Geld wäscht; Jack the Hat, Harrys Mann fürs Grobe; und Ruby Ryder, eine abgetakelte Schauspielerin, die Harrys erotische Club-Shows choreografiert, bis sie sich in den falschen Mann verliebt.

Harry Starks ist auch in den beiden nachfolgenden, leider nicht auf Deutsch vorliegenden Romanen der als ‚Long Time Trilogy‘ bezeichneten (und im Jahr 2004 für BBC 2 verfilmten) Serie ins Geschehen verwickelt.

Bibliografie:

Harry Starks-Trilogie (aka Long Firm Trilogy): ‚The Long Firm‘ – ‚Der grosse Schwindel‘ (1999), ‚He Kills Coppers‘ (2001), ‚Truecrime‘ (2003);

Einzelwerke: ‚Johnny Come Home‘ (2006), ‚The Devil’s Paintbrush‘ (2009), ‚The House of Rumour‘ (2012), ‚The Fatal Tree‘ (2017).