(1906-1972)

Fredric Brown, geboren in Cincinnati, Ohio, ging an die Abendschule der University of Cincinnati und dann ans Hanover College in Indiana, aus dem er nach zwei Semestern rausflog. Von 1924 bis 1936 arbeitete er als Büroangestellter, dann wurde er Redakteur beim ‚Milwaukee Journal‘. In dieser Zeit verfasste er einige Kurzgeschichten, die zum Teil in Pulp-Magazinen abgedruckt wurden. 1947 veröffentlichte er seinen ersten Krimi. Wegen einer hartnäckigen Halserkrankung zog er 1949 nach Taos, in die Wüste von New Mexico. 1954 liess er sich in Tucson, Arizona, nieder, wo er achtzehn Jahre später starb. Er hinterliess seine zweite Frau Elizabeth, die er 1948 geheiratet hatte, sowie zwei Söhne aus erster Ehe mit Helen Ruth, mit der er von 1929 bis 1947 zusammen war.

Aus Browns Prosawerk – es enthält Sciencefiction-, Fantasy- und Kriminalromane sowie rund dreihundert Kurzgeschichten – sticht die Reihe um das originelle Chicagoer Gespann Edward „Ed“ und Ambrose „Am“ Hunter hervor. Der Ich-Erzähler Ed – ein stürmischer, idealistischer, sein Herz auf der Zunge tragender Teenager, der sich im Verlauf der Serie zu einem gestandenen jungen Mann entwickelt – und sein freundlicher, dicklicher, mit allen Wassern gewaschener Onkel Am beginnen ihre detektivische Laufbahn, als Eds Vater in betrunkenem Zustand ermordet wird (‚Hunters erste Jagd‘, 1947). Die Amateurdetektive lösen den höchst seltsamen Fall auf und ziehen daraufhin in die amerikanische Provinz, um dort zusammen auf Verbrecherjagd zu gehen. Bis 1963 folgten sechs weitere Ed & Am-Krimis: harte, schnelle, humorvolle Geschichten mit spritzigen, aus dem Leben gegriffenen Dialogen.

Das famose Einzelwerk ‚The Sreaming Mimi‘ (‚Der Ripper von Chicago‘) ist Browns vielschichtigster Krimi. Ein allwissender Erzähler, der sich immer wieder direkt an den Leser wendet, ein Frauenschlitzer, der in den Strassen Chicagos für Angst und Schrecken sorgt, der smarte, jedoch zu wüsten Alkoholexzessen neigende Reporter Bill Sweeney, der dringend eine gute Story braucht (und sie auch bekommt), die umwerfend schöne Nachtclubsängerin Yolanda Lang, die Sweeney die Story liefert, Yolandas monströser Manager und früherer Psychotherapeut Doc Greene, dem der Reporter in die Quere kommt, der ausgekochte Bulle Captain Bline und die Statue einer schreienden Frau sind die wichtigsten Figuren der an schrillen Szenen reichen Geschichte, die der Autor mit einem atemberaubenden Twist veredelt. Der Roman wurde 1958 von Gerd Oswald mit Anita Ekberg und Philip Carey in den Hauptrollen unter dem gleichen Titel (auf Deutsch: ‚Die blonde Venus‘) verfilmt.

Bibliografie:

Ed & Am Hunter-Serie: ‚The Fabulous Clipjoint‘ – ‚Hunters erste Jagd‘ (1947), ‚The Dead Ringer‘ – ‚In den Strassen von Chicago‘ (auch unter dem Titel ‚Zwerge sterben halb so schwer‘, 1948), ‚The Bloody Moonlight‘ (1949), ‚Compliments of a Friend‘ – ‚Die Detektive von Chicago‘ (1950), ‚Death Has Many Doors‘ – ‚Der Tod in Chicago‘ (1951), ‚The Late Lamented‘ (1959), ‚Mrs. Murphy’s Unterpants‘ – ‚Der schwarze Engel von Chicago‘ (1963);

Standalones: ‚Madman’s Holiday‘ (auch unter dem Titel ‚The Crack-Up‘, 1943), ‚The Screaming Mimi‘ – ‚Der Ripper von Chicago‘ (auch unter dem Titel ‚Die schwarze Statue‘, 1949), ‚We All Killed Grandma‘ – ‚Wir haben unsere Oma umgebracht‘ (1952), ‚His Name Was Death‘ – ‚Darius der Letzte‘ (1954), ‚One for the Road‘ – ‚Der Steckbrief im Safe‘ (1958), ‚Knock Three – One – Two‘ – ‚Klopfzeichen Drei-Eins-Zwei‘ (1959), ‚The Murderers‘ – ‚Venus in schwarz‘ (1961).