(Pseudonym für Kinn Hamilton McIntosh, 1930-2024)
Kinn McIntosh wurde als zweites Kind eines schottischen Arztes in Huddersfield, West Yorkshire, geboren und besuchte bis 1946 die nahe gelegene Greenhead High School in Keighley. Sie wollte ursprünglich in die Fussstapfen ihres Vaters treten, doch eine Nierenerkrankung, die sie lange Zeit ans Bett fesselte, liess ein Medizinstudium nicht zu. Als ihre gesundheitlichen Probleme überwunden waren, legte sie in der Landpraxis ihres Vaters in Sturry Hand an.
Beeinflusst von den Golden Age-Autorinnen Margery Allingham, Dorothy Sayers und Josephine Tey, unter dem Pseudonym Catherine Aird, schrieb Kinn McIntosh in den 60er-Jahren ihre ersten Krimis. Die seit 1946 in der kleinen Ortschaft Sturry, im östlichen Teil der Grafschaft Kent, lebende Autorin veröffentlichte zudem Dorfgeschichten über Sturry, arbeitete am ‚Oxford Companion to Crime and Mystery Writing‘ und engagierte sich in der lokalen Sozialpolitik. Mit 94 Jahren, ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres letzten Krimis, starb sie in ihrem Haus an einem Hirnschlag.
Airds belletristisches Werk enthält einen Kurzgeschichtenband und 25 Kriminalromane, in denen mit einer Ausnahme der sympathische, meist zurückhaltend auftretende, ab und zu aber doch eine sarkastische Bemerkung fallenlassende Police Inspector C.D. Sloan, genannt „Seedy“, aus der aufstrebenden, in der fiktiven englischen Grafschaft West Calleshire gelegenen (nach Airds Wohnort Sturry gezeichneten) Kleinstadt Berebury im Mittelpunkt steht. Er ist glücklich mit Margaret verheiratet und züchtet in der Freizeit Rosen. Sein Assistent ist Sergeant William Crosby, ein langsamer Denker mit einem Hang zu rasend schnellen Fahrten mit dem Streifenwagen, sein Vorgesetzter Superintendent Leeyes, der cholerische Leiter der örtlichen Kriminalpolizei. Zum Stammpersonal gehört ferner der Pathologe Dr. Dabble, ein routinierter Mann, der stets für eine Überraschung gut ist.
In ihren unprätentiösen, ganz auf den Fall fokussierten, mit viel trockenem Humor erzählten und an lebensnahen Dialogen reichen Geschichten – reizvolle Mixturen aus Polizeiroman und Tüftelkrimi, die sich auch vor Ruth Rendells und P.D. James‘ besten Büchern nicht verstecken müssen – behandelt die Autorin vorzugsweise Familienintrigen und -tragödien, deren Ursprünge weit in die Vergangenheit zurückreichen.
Bibliografie:
Police Inspector C.D. Sloan-Serie: ‚The Religious Body‘ – ‚Der Nonnenmörder‘ (1966), ‚Henrietta Who?‘ – ‚Wer ist Henrietta?‘ (1968), ‚The Complete Steel‘ (auch unter dem Titel ‚The Stately Home Murder‘ – ‚Schlossgeheimnisse‘ (1969), ‚A Late Phoenix‘ – ‚Skelett mit Folgen‘ (1970), ‚His Burial Too‘ – ‚Das Pendel des Todes‘ (1973), ‚Slight Mourning‘ – ‚Die Antwort steht im Testament‘ (1975), ‚Parting Breath‘ (1977), ‚Some Die Eloquent‘ (1979), ‚Passing Strange‘ (1980), ‚Last Respects‘ (1982), ‚Harm’s Way‘ (1984), ‚A Dead Liberty‘ (1986), ‚The Body Politic‘ (1990), ‚A Going Concern‘ (1993), ‚After Effects‘ (1996), ‚Injury Time (1997), ‚Siff News‘ (1998), ‚Little Knell‘ (2000), ‚Amendment of Life‘ (2003), ‚Chapter and Hearse and Other Stories‘ (2003), ‚A Hole in One‘ (2005), ‚Losing Ground‘ (2007), ‚A Past Tense‘ (2010), ‚Dead Heading‘ (2014), ‚Learning Curve‘ (2016), ‚Inheritance Tracks‘ (2019), ‚Constable Country‘ (2023);
Einzelwerk: ‚A Most Contagious Game‘ (1967).