(*1947)

Thomas Larry Adcock wuchs in seiner Geburtsstadt Detroit und in New York City auf. Er begann seine journalistische Laufbahn als Polizei- und Lokalreporter bei der ‚Detroit Free Press‘ und arbeitete dann er für das Detroit Büro der ‚New York Times‘, die ‚Sun Newspapers of Minnesota‘ und den ‚Minneapolis Tribune‘, ehe er für kurze Zeit in die Werbebranche der Madison Avenue in New York wechselte. In dieser Periode schrieb er rund ein Dutzend Romane unter drei verschiedenen Pseudonymen, alle mit den Initialen B.S., Seifenopern für das Fernsehen und Stories für das Ellery Queen’s Mystery Magazine. Seine erste Publikation unter eigenem Namen war ‚Precinct 19‘ (1984), ein Sachbuch über den Polizeialltag im Manhattan Upper East Side Revier. 1989 startete Adcock die Neil Hockaday-Serie.

Der irisch-stämmige New Yorker Cop Neil Hockaday, genannt Hock, wie fast alle irischen Einwanderer in Hell’s Kitchen aufgewachsen, kehrt nach seiner Scheidung dorthin zurück und wird Mitglied der SCUM-Patrol (Street Crimes Unit Manhattan) des NYPD, für die er (ohne Partner) in Hell’s Kitchen unterwegs ist. Das Viertel hat sich indes verändert: Im Zuge der menschenfeindlichen Sozialpolitik unter Ronald Reagan und der masslosen Gier von Immobilienspekulanten sind die Alteingesessenen an den Rand bzw. in den ‚Dschungel‘ (eine Schlucht tief unter der Stadt) gedrängt worden. Adcocks erster Krimi ‚Hell’s Kitchen‘ gibt diesen obdachlosen Aussenseitern eine Stimme.

In ‚Ertränkt alle Hunde‘, Adcocks am höchsten eingestuftem Krimi, reist Hock mit seiner neuen Freundin, der Schauspielerin Ruby Flagg, in seine irische Heimat, wo sein letzter übrig gebliebener Verwandter (der Bruder von Hocks früh verstorbenem Vater) in den letzten Zügen liegt. Kaum dort angekommen, wird Hock in eine ebenso turbulente wie bleihaltige Familiengeschichte – seine eigene – verwickelt, aus der er immerhin lebend herauskommt.

Im vierten Teil der Reihe, ‚Der Himmel des Teufels‘, kehrt der vom Polizeidienst beurlaubte, seit kurzem mit Ruby verheiratete Hock nach einer sechswöchigen Alkoholentziehungskur nach Hell’s Kitchen zurück und mutiert zum Privatermittler, als in Manhattan reihenweise Homosexuelle und Transvestiten abgemurkst werden.

Die zwei letzten Romane der sechsbändigen Reihe gibt es bisher nicht in deutschen Übersetzungen.

Nach Beendigung der Hock-Serie kehrte Adcock dem Krimi den Rücken zu. Er schrieb Radiodramen, unterrichtete Creative Writing an der Temple University in Detroit, der New York University und der New York’s New School for Social Research und wurde Literaturkritiker der New York Times. Überdies ist er USA-Korrespondent des Hamburger Internet-Magazins ‚CULTurMAG‘.

Adcock ist verheiratet mit der Schauspielerin und Autorin Kim Sykes und hat zwei erwachsene Töchter. Er lebt in Manhattan und in einem alten Farmhaus in New York State.

Bibliografie:

Neil Hockaday-Serie: ‚Sea of Green‘ – ‚Hell’s Kitchen‘ (1989), ‚Dark Maze‘ – ‚Feuer und Schwefel‘ (1991), ‚Drown All the Dogs‘ – ‚Ertränkt alle Hunde‘ (1994), ‚Devil’s Heaven‘ – ‚Der Himmel des Teufels‘ (1995), ‚Town-Away Child‘ (1996), ‚Grief Street‘ (1997).