(Pseudonym für David Harsent, *1942; schreibt auch als Sam Lawrence, Jack Curtis und David Pascoe)

David Harsent, geboren in Devon als Sohn einer Arbeiterfamilie, verliess die Schule mit sechzehn, um Geld zu verdienen. Bereits als Teenager verfasste er seine ersten Gedichte, die in verschiedenen Magazinen abgedruckt wurden. Er heiratete mit neunzehn und wurde mit zwanzig erstmals Vater. Seinen Lebensunterhalt bestritt er zunächst als Buchhändler, später als Verleger und Kritiker. Ende der 80er-Jahre machte er das Schreiben zum Hauptberuf. In dieser Zeit heiratete er seine zweite Frau, die Schauspielerin Julia Watson, und hat mit ihr eine Tochter namens Hannah. Er lebt in Barnes, Südwest-London, und hat einen zweiten Wohnsitz in einem abgeschiedenen Tal in der südenglischen Gegend West Country.

Harsent ist ein vielseitiger Autor. Unter bürgerlichem Namen veröffentlichte er bislang elf Gedichtbände und arbeitete an mehreren Opern mit. Als Sam Lawrence ist er seit Jahren höchst erfolgreich für BBC und ITW auf dem Gebiet der Comedy tätig, und unter den Pseudonymen David Lawrence, Jack Curtis (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Westernautor!) und David Pascoe brachte er von 1987 bis 2007 elf Krimis zu Papier. Darüber hinaus unterrichtet er an der Royal Holloway University in London sowie, seit 2006, an der Hallam University in Sheffield.

Die vier mit David Lawrence gezeichneten Krimis drehen sich um Detective Sergeant Stella Mooney, Mitglied des Area Major Investigation Pool, einer Abteilung des CID, die sich ausschliesslich mit Schwerverbrechen befasst. Stella pflegt eine äusserst delikate Dreiecksbeziehung und sucht deshalb Hilfe bei einer Psychologin, gelegentlich auch beim Alkohol – ihr Privatleben wird indes zurückhaltend abgehandelt. Der erste Band der Reihe – ‚Der Kreis der Toten‘ – handelt von organisierter Kriminalität, Menschen- und Drogenhandel, von Auftragsmord und Kriegsverbrechen in Bosnien. Im zweiten Roman ‚Der Geruch des Todes‘ bekommt es Stella Mooney mit einem besonders scheusslichen Mordfall zu tun, der sie ins Nobelviertel Notting Hill führt – allerdings in dessen schmutzigen, vornehmlich von Nutten, Junkies und Drogenhändlern bevölkerten Norden, wo zwei Serientäter zur selben Zeit ihr Unwesen treiben: Ein Mann und eine Frau, die offenkundig im Team arbeiten. Der Autor erzählt die harten, düsteren Geschichten mit scharfen Schnitten und schnellen Szenenwechseln und verzichtet fast ganz auf reisserische Effekte.

‚Beichtstunde‘, unter dem Pseudonym Jack Curtis herausgekommen, gilt als bestes Einzelwerk des Autors. Es beschreibt das Katz-und-Maus-Spiel eines Serienmörders (er tötet, weil er besessen ist von dem Augenblick, in dem das Leben den Körper verlässt) mit dem melancholischen Londoner Detective Inspector Joe Morgan, dessen Ehe mit der schönen Connie am zerbröckeln ist. Der Killer will den (zufällig ausgewählten) Polizisten an seinen blutigen Taten teilhaben lassen, dringt immer tiefer in dessen Leben ein, bringt ihn an den Rand des Wahnsinns.

Bibliografie:
Als Jack Curtis: ‚Crows‘ Parliament‘ – ‚Die Spur der Krähe‘ (1987), ‚Glory‘ – ‚Der Schrei der Schwalbe‘ (1988), ‚Point of Impact‘ (auch unter dem Titel ‚Sons of the Morning‘) – ‚Ruchlos‘ (1991), ‚Conjure Me‘ – ‚Der Blick des Magiers‘ (1991), ‚Mirror kills‘ (1995), ‚The Confessor‘ – ‚Beichtstunde‘ (1997).
Als David Pascoe: ‚Fox on the Run‘ – ‚Die Spur der Füchsin‘ (1999).
Als David Lawrence: Stella Mooney-Serie: ‚The Dead Sit Round in a Ring‘ auch unter dem Titel ‚Circle of the Dead‘) – ‚Der Kreis der Toten‘ (2002), ‚Nothing Like the Night‘ – ‚Der Geruch des Todes‘ (2003), ‚Cold Kill‘ (2005), ‚Down into Darkness‘ (2007).

++ Erstellt: September 2010 ++                                                                                ++ Update: Februar 2017 ++