(*1977)
Geboren und aufgewachsen in San Francisco, lebt Louisa Luna mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Brooklyn, New York City. Von 2001 bis 2004 verfasste sie drei Romane, denen wenig Erfolg beschieden war, sodass sie den Schwerpunkt dann für längere Zeit auf ihre Familie und ihre Arbeit in der Verwaltung bei einem New Yorker Finanzunternehmen legte. Ihr Comeback erfolgte 2018 mit dem ersten Band der Alice Vega-Trilogie. 2024 schickte sie mit der Psychiaterin Caroline Strange aus Brooklyn eine neue Protagonistin ins Gefecht.
Alice Vega, wohnhaft im Sacramento Valley, Kalifornien, ist eine einzigartige Krimifigur, eine kaltblütige, scharfsinnige, impulsive Einzelgängerin Mitte dreissig, hart im Nehmen und ausgerüstet mit einem riesigen Bolzenschneider, den sie in brenzligen Situationen aus dem Kofferraum holt und ohne Federlesens zum Einsatz bringt. Eine Mischung aus Kopfgeldjägerin und Privatdetektivin, die sich auf das Aufspüren von vermissten Personen spezialisiert hat. Unterstützt wird sie durch den ehemaligen Cop Max „Cap“ Caplan aus Denville, Pennsylvania, geschiedener Vater einer aufgeweckten achtzehnjährigen Tochter; ein eher zurückhaltender und friedfertiger Typ, der gelegentlich auch für eine Rechtsanwältin arbeitet.
Der erste Band der Trilogie harrt der Übertragung ins Deutsche. Der zweite und beste, ‚Tote ohne Namen‘ (Originaltitel: ‚The Janes‘, eine Anspielung auf den für nicht identifizierte Frauen verwendeten Begriff „Jane Doe“), handelt von Menschenhandel und Drogenschmuggel im mexikanisch-amerikanischen Grenzgebiet. Von Kindern aus Lateinamerika, die durch die Kartelle in die USA verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden. Und von US-Behörden – San Diego Police Department, Drug Enforcement Administration, Einwanderungsbehörde -, die dem menschenverachtenden Treiben gleichgültig zuschauen. Zwei schwer misshandelte und erstochene minderjährige Mädchen mexikanischer Herkunft werden in San Diego aufgefunden. Die Seriennummern der im Körper eingesetzten Spiralen lassen darauf schliessen, dass es vier weitere zur Prostitution missbrauchte Mädchen gibt, die möglicherweise noch am Leben sind. Eine atemberaubende – mit eigenwillligen, auch brachialen Mitteln, gegen den Widerstand von (erpressten? geschmierten?) Polizeibeamten geführte – Jagd nimmt ihren Lauf. Gelingt es Vega und Cap, den Verbrecherring zu sprengen und die vier verschwundenen Mädchen aufzuspüren?
In ‚Abgetaucht‘ soll Alice Vega herausfinden, was mit dem Footballstar Zeb Williams geschehen ist, nachdem dieser 1984 wenige Sekunden vor Ende eines entscheidenden Spiels vor 60’000 Zuschauern aus dem Stadion sprintete und verschwand. Zuletzt gesehen wurde er vor über drei Jahrzehnten in der fiktiven Kleinstadt Ilona, Oregon. Kaum dort angekommen, trifft die Detektivin auf die „Liberty Boys“, eine rechtsextreme, ausgezeichnet vernetzte und von ihren einflussreichen Vätern protegierte Gang. Vega wird brutal zusammengeschlagen, worauf Max Caplan ihr zu Hilfe eilt. Die Autorin legt den Schwerpunkt der Erzählung auf die blutigen Auseinandersetzungen zwischen dem kompromisslosen Detektivgespann und den Neonazi-Typen, ohne jedoch auf die (überraschende) Auflösung des zur Nebensache degradierten Vermisstenfalls zu verzichten.
Bibliografie:
Alice Vega-Trilogie: ‚Two Girls Down‘ (2018), ‚The Janes‘ – ‚Tote ohne Namen‘ (2020), ‚Hideout‘ – ‚Abgetaucht‘ (2022);
Einzelwerk: ‚Tell Me Who You Are‘ (2024).