(1944-2009)

Paul Eddy arbeitete über zwanzig Jahre für die Londoner Zeitung ‚Sunday Times‘ und war dort Leiter einer Abteilung, die sich mit Drogenhandel, Geldwäscherei, Terrorismus und Spionage befasste. 1985 zog er für seine Recherchen nach Miami. Zurück in Europa, liess er sich 1991 mit seiner dritten Frau, der Sachbuchautorin Sara Walden, in dem südfranzösischen Städtchen Ménebres nieder. Vier Tage vor seinem 65. Geburtstag starb er in London an den Folgen einer akuten Gefässerkrankung. Als Verfasser von acht Aufsehen erregenden Sachbüchern über organisierte Kriminalität trägt er den inoffiziellen Titel „Mister Undercover des britischen Journalismus“.

Eddys actiongeladene Thriller kreisen um die junge ebglische Polizistin Grace Flint. Im ersten (und besten) Band, ‚Grace Flint‘, ermittelt sie undercover gegen ein internationales Geldwäschersyndikat, bis ihre Tarnung auffliegt und ihr Gesicht zu Brei getreten wird. Nach extensiver plastischer Chirurge und zahlreichen Rehabilitationsaufenthalten nimmt sie ihre Arbeit schrittweise wieder auf. Ihr Comeback als verdeckte Ermittlerin benützt die ausgebuffte, unzimperliche, ihren überwältigenden Charme perfekt ausspielende Meisterin des Rollenspiels für einen irrwitzigen Rachefeldzug, im Wissen darum, dass sie niemandem vertrauen kann, gleichzeitig Jägerin und Gejagte ist. Ihr Hass richtiet sich gegen Frank Hardling, der ihr damals die nur oberflächlich verheilten Verletzungen zufügen liess, und dessen Einfluss offenbar in die höchsten Kreise der Geheimdienste und Regierungen reicht. Mit vielen Perspektivenwechseln und Zeitsprüngen treibt der Autor die figurenreiche Geschichte voran, bis zum blutigen Showdown in dem türkischen Teil von Zypern. In einem Nebenstrang beschreibt er etappenweise den Lebenslauf seiner scheinbar unzerstörbaren Protagonistin: den frühen Verlust der Mutter, die auf mysteriöse Weise spurlos verschwand; das Aufwachsen bei ihrem Vater, einem liebeswürdigen Tierarzt, der einige Zeit lang des Mordes an seiner Frau verdächtigt wurde; den monatelangen Aufenhalt in einer psychiatrischen Institution, wo man sie höchst fragwürdigen Therapien unterzog; die kurze Ehe mit dem charmanten Tunichtgut Jamie, der im zweiten Band eine tragende Rolle spielt; ihren fulminanten Aufstieg bei Scotland Yard.

Bibliografie:

Grace Flint-Trilogie: ‘Flint’ – ‚Grace Flint‘ (auch unter dem Titel ‚Grace Flint: Der 1. Plan‘, 2000), ‘Mandrake’ – ‚Grace Flints Rache‘ (auch unter dem Titel ‚Grace Flint: Der 2. Verrat‘, 2002), ‘Flint’s Code’ – ‚Grace Flint: Die 3. Mission‘ (2006).